Universitätskardiologie Ulm unter den Top 20 in Deutschland

30.11.2010, 10:00 | Wissenschaft | Autor: | Jetzt kommentieren


Wie hoch ist das Risiko für Ablagerungen in den Blutgefäßen, medizinisch Arteriosklerose, die beispielsweise einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall verursachen können? Neben allgemeinen Risikofaktoren verraten das spezielle Biomarker. Ihrer Erforschung widmet sich seit vielen Jahren Prof. Dr. Wolfgang Koenig, Oberarzt der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin II (Ärztlicher Direktor Prof. Dr. Wolfgang Rottbauer). Seine Forschungen vor allem auf diesem Gebiet haben ihn in einem Ranking des Laborjournals (10/2010) unter den Top 20 der meistzitierten deutschsprachigen Kardiologen platziert.

Sein Ziel: Das individuelle Risiko des einzelnen Patienten genauer zu diagnostizieren und verbesserte Therapien zu finden.

Die Liste beruht auf Daten des ISI-Web of Science des Thomson-Instituts in Philadelphia, berücksichtigt alle Veröffentlichungen von 2004 bis 2007 und zählt, wie oft die Arbeiten eines Wissenschaftlers in der Folgezeit von anderen zitiert werden – in der wissenschaftlichen Welt Zeichen von Anerkennung und Weiternutzung der Erkenntnisse. Professor Koenigs insgesamt 72 Artikel der berücksichtigten Jahre wurden in der Folge insgesamt 2.451 Mal zitiert, damit steht er auf Platz 14 des Rankings.

Wenn Gefäßwandablagerungen aufbrechen, können sich Blutgerinnsel bilden, die das Gefäß entweder direkt verschließen oder bei ihrer Wanderung durch die Blutbahnen weiter entfernte Gefäßbereiche verstopfen, z. B. die Herzkranzgefäße – dann spricht man von einem Herzinfarkt. Die Arteriosklerose entsteht nicht nur rein mechanisch durch die Ablagerung verschiedener Stoffe in der Gefäßwand, sondern steht in Zusammenhang mit entzündlichen Prozessen. „Wir sind auf der Suche nach bestimmten Eiweißmolekülen, die uns diese Entzündungsprozesse anzeigen“, erläutert Koenig. „Sie können auf Risiken hinweisen, die durch andere Diagnosemethoden, beispielsweise die Messung von Blutfettwerten, nicht erfasst werden. So konnten wir z. B. zeigen, dass Patienten mit normalen Blutfettwerten (LDL), aber einem bestimmten erhöhten Entzündungsmarker (CRP) ihr Risiko durch eine vorbeugenden medikamentöse Therapie senken konnten.“ Die US-Arzneimittelbehörde FDA (Federal Drug Administration) sowie die europäische Zulassungsbehörde EMA (European Medicines Agency) haben das entsprechende Medikament (Rosuvastatin) inzwischen zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Komplikationenen (Herzinfarkt und Schlaganfall) zugelassen, bei der FDA ist die Anwendung an einen erhöhten CRP-Wert gebunden.

Mit als erste erforschten die Wissenschaftler um Professor Koenig auch den Entzündungsmarker mit der wissenschaftlichen Bezeichnung Lp-PLA2 und konnten zeigen, dass erhöhte Lp-PLA2-Werte im Blut im Zusammenhang mit dem Auftreten von Arteriosklerose-Komplikationen stehen. Inzwischen sind aus den Erkenntnissen der Grundlagenforschung klinische Studien entstanden, die prüfen sollen, ob Patienten mit durchgemachtem Herzinfarkt und erhöhten Lp-PLA2-Werten neben einer leitliniengerechten Standardtherapie durch vorbeugende Einnahme eines Hemmstoffes von Lp-PLA2 ihr Risiko z. B. für einen erneuten Herzinfarkt senken können. „Unser Ziel ist, durch eine umfassende Analyse der verschiedenen Biomarker bei Patienten das individuelle Risiko für die Arteriosklerose genauer zu bestimmen und Substanzen zu finden, die die entzündlichen Prozesse und damit die Entstehung von Arteriosklerose und ihre Folgeerscheinungen hemmen.“

Mit freundlichen Grüßen,
Petra Schultze

Universitätsklinikum Ulm
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Albert-Einstein-Allee 29
D - 89081 Ulm

Tel.: +49 - (0)731 – 500 43025
Fax: +49 - (0)731 – 500 43026
Mail: petra.schultze@uniklinik-ulm.de
Internet:

Weitere Informationen:
- http://www.uniklinik-ulm.de/innere2 - Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin II

Quelle: idw


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