Uniklinikum Dresden engagiert sich zum Welt-Suizid-Präventionstag

06.09.2012, 11:10 | Wissenschaft | Autor: | Jetzt kommentieren


Die Arbeitsgruppe Suizidforschung der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden engagiert sich auch in diesem Jahr gemeinsam mit dem Psychosozialen Krisendienst der Landeshauptstadt Dresden zum Welt-Suizid-Präventionstag. Das Programm besteht aus einem wissenschaftlichen Symposium am Montag, dem 10. September, dem daran anschließenden Gedenkgottesdienst sowie der Aufführung des Dokumentarfilms „Todtraurig“ am Donnerstag, dem 13. September. Im Mittelpunkt der diesjährigen Aktivitäten steht das Thema: „Wenn Krisen bedrohlich werden – Depression und Suizidalität bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen“.

Höhen und Tiefen, das Austesten von Grenzen und Möglichkeiten gehören zum Erwachsenwerden. Krisen bieten dabei immer auch die Chance, sich zu entwickeln und zu verändern. „Jedoch können Krisen auch gefährlich werden für die Gesundheit und das Leben junger Menschen“, betont Prof. Michael Bauer, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Dresdner Uniklinikums. Denn Suizide sind neben Verkehrsunfällen die häufigste Todesursache bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen: In Deutschland nehmen sich laut Statistik jeden Tag zwei Heranwachsende das Leben, dazu kommen nach Schätzungen etwa 20 Suizidversuche. Junge Menschen, die einen Suizidversuch unternehmen, leiden häufig an einer Depression. „Erkrankt in dieser Altersgruppe ein Mensch an einer Depression, besteht für ihn ein etwa 15-fach erhöhtes Risiko für einen Suizidversuch“, so Prof. Bauer. Ebenso dramatisch sind die Zahlen, wie viele junge Menschen dabei ums Leben kommen. Im Jahr 2010 töteten sich in Deutschland insgesamt 10.021 Menschen selbst – ein erheblicher Anteil davon waren junge Menschen. Die Gesamtzahl der Suizidopfer ist wesentlich höher, als die der Verkehrstoten. Anders ausgedrückt: alle 53 Minuten nimmt sich in Deutschland ein Mensch das Leben.

Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen vor einem Suizid häufig vorher einen Hausarzt oder Facharzt aufsuchen, die Suizidgefährdung aber nicht erkannt wird. Aufklärung, Sensibilisierung und natürlich Präventionsmaßnahmen nehmen deshalb immer mehr an Bedeutung zu. „Damit diese Aktivitäten ihre Wirkung erzielen können, muss der Tabuisierung von Selbsttötungen entgegengewirkt werden“, fordert Prof. Bauer. Ändert sich die Einstellung einer Gesellschaft gegenüber Suizidalität, entlastet das die Gefährdeten und schafft eine Atmosphäre für eine effizientere Prävention.

Das Anliegen, die Suizid-Prävention bei Jugendlichen zu verbessern, haben die Veranstalter der Aktivitäten zum Welt-Suizid-Präventionstag in den Mittelpunkt des wissenschaftlichen Symposiums gestellt. Die Veranstaltung findet statt am 10. September von 15 bis 19 Uhr im Hörsaal des Universitäts Kinder-Frauenzentrums am Dresdner Uniklinikum. Im ersten Teil des Symposiums werden neue wissenschaftliche Erkenntnisse über Depressionen und Suizidalität im Jugend- beziehungsweise jungen Erwachsenenalter ebenso erörtert wie erprobte Präventionsstrategien im schulischen Kontext. Im zweiten Teil der Veranstaltung stellen sich regionale Hilfs- und Behandlungsangebote aus Dresden vor. Unmittelbar im Anschluss daran findet ab 19.15 Uhr ein Gedenkgottesdienst im Ökumenischen Seelsorgezentrum des Universitätsklinikums statt. Er wird vom Notfallseelsorger Pfarrer Hans-Christoph Werneburg gehalten. Dieser Gottesdienst richtet sich insbesondere an Angehörige und Betroffene, steht aber selbstverständlich auch allen interessierten Menschen offen.

Dokumentarfilm „Todtraurig“ – fünf Mädchen erzählen ihre Geschichte
Lebenskrisen gehören zum Erwachsenwerden. Doch was passiert, wenn die innere Not unerträglich und der Wunsch, das Leben zu beenden, immer stärker werden? Das Medienprojekt Wuppertal hat darüber einen Film gedreht, in dem fünf Mädchen ihre Geschichte erzählen. Sie alle haben überlebt. Die jugendlichen Filmemacher des Medienprojekts Wuppertal kommen ihren Protagonisten so nah, wie es sich manch ein erwachsener Regisseur wünschen würde. Der Film wird am Donnerstag, dem am 13. September um 18 Uhr im Programmkino Ost gezeigt. Anschließend gibt es die Möglichkeit, mit Experten zu diskutieren.

Weitere Informationen
http://psychiatrie.uniklinikum-dresden.de/images/Flyer%20Weltsuizidpräventionstag_20120713.pdf

Kontakt
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Arbeitsgruppe Suizidforschung
Leiterin: Dr. med. Ute Lewitzka
Tel. 0351/ 4 58 3671
E-Mail: ute.lewitzka@uniklinikum-dresden.de


Spitzenmedizin für Dresden: Uniklinikum erobert Top-Position in deutschem Krankenhaus-Ranking
Deutschlands größter Krankenhausvergleich des Nachrichtenmagazins „Focus“ bescheinigt dem Universitätsklinikum Carl Gustav Dresden (UKD) eine hervorragende Behandlungsqualität. Die Dresdner Hochschulmedizin erreichte Platz drei im deutschlandweiten Ranking. Dies ist ein weiterer Beleg für die überdurchschnittliche Qualität der 21 Kliniken des UKD. Gesundheitsexperten sowie insgesamt 18.000 Ärzte hatten Kliniken aus ganz Deutschland beurteilt. Sie honorierten dabei die großen Anstrengungen des Dresdner Uniklinikums in den Bereichen Behandlungsqualität und Patientensicherheit. Beim Focus-Vergleich erreichte das Dresdner Uniklinikum vor allem Top-Noten für die Therapie von Parkinson und Prostatakrebs. Damit belegen die Kliniken für Neurologie beziehungsweise Urologie jeweils Platz zwei. Unter den Top fünf ist nochmals die Neurologie mit der Behandlung von Multipler Sklerose vertreten. Top-Plätze im Ranking erreichten zudem die Klinik für Viszeral- Thorax- und Gefäßchirurgie mit der Versorgung von Darmkrebspatienten sowie die Klinik für Psychiatrie mit der Therapie von Depressionen.

Quelle: idw


Weitere Nachrichten zum Thema
  • BildUniklinikum Dresden: Das 1.000. Baby des Jahres 2013 heißt Arthur (13.06.2013, 12:10)
    Die Geburtenzahlen am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden bleiben weiterhin auf hohem Niveau. Bis zum Montagabend (10. Juni) sind im Universitäts Kinder-Frauenzentrum bei 956 Geburten 1.000 Babys geboren worden. Damit wurde der Rekord...
  • BildUniklinikum Dresden nimmt hochmodernen OP-Roboter in Betrieb (21.01.2013, 17:10)
    Die Operateure des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden können ab sofort minimal-invasive Eingriffe mit der neuesten Generation des „Da Vinci“-Operationssystems ausführen. Der neue OP-Roboter ist mit vier computergesteuerten Armen und...
  • BildNeue Anlaufstelle für Notfallpatienten am Uniklinikum Dresden (25.07.2012, 15:10)
    Interdisziplinäre Notaufnahme im Diagnostisch-Internistisch-Neurologischen Zentrum eröffnet / Modernes Konzept optimiert Abläufe und senkt WartezeitenIm Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden gibt es eine neue Notaufnahme: Im Erdgeschoss...
  • BildNano-Experten aus aller Welt in Dresden (18.07.2012, 10:10)
    Vom 22. bis 27. Juli 2012 findet eine gemeinsam von Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) und Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden (IFW) organisierte Nano-Konferenz statt. Mehr als 200 Forscher aus der ganzen Welt...
  • BildUniklinikum Dresden: DFG-Forschergruppe untersucht die Entstehung von Knochenmetastasen (10.08.2011, 12:10)
    Die Erforschung molekularer Mechanismen bei der Entstehung von Knochenmetastasen steht im Zentrum einer von der Deutschen Forschungsgemeinschaft bewilligten DFG-Forschergruppe mit Arbeitsgruppen an den Universitäten Dresden, Kiel und Würzburg...
  • BildUniklinikum Dresden übernimmt Trägerschaft der Autismusambulanz Dresden (31.03.2011, 11:00)
    Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus übernimmt zum 1. April die Trägerschaft der Autismusambulanz Dresden. Die an der Dornblüthstraße ansässige Einrichtung betreut kontinuierlich mehr als 500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die unter...
  • BildDAAD-Stipendiaten aus aller Welt zu Gast in Dresden (25.03.2011, 11:00)
    Internationales Stipendiatentreffen vom 1. bis 3. AprilRund 600 Stipendiatinnen und Stipendiaten des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) treffen sich vom 1. bis 3. April an der Technischen Universität Dresden. Die jungen Akademiker...
  • BildInternationaler Stammzellkongress versammelt Stammzellforscher aus aller Welt in Dresden (07.07.2008, 17:00)
    600 Forscher tagen beim "2. International Congress on Stem Cells and Tissue Formation" vom 6.-9. Juli 2008 in DresdenDer "2. International Congress on Stem Cells and Tissue Formation" bringt vom 6.-9. Juli 2008 über 600 Stammzellforscher aus aller...
  • BildSchnellste Computercluster-Architektur der Welt in Dresden vorgestellt (29.06.2006, 15:00)
    Jülich, 29. Juni 2006 - Das Forschungszentrum Jülich arbeitet in Kooperation mit Firmen aus Deutschland und USA an der nächsten Generation von Höchstleistungs-Clustercomputern. Ein Prototyp aus dieser Entwicklung wird dem fachkundigen Publikum...
  • BildBewegte Welt - Mechatronik-Tag 2006 an der TU Dresden (16.06.2006, 10:00)
    Am 30. Juni 2006 von 14:00 bis 18:00 Uhr veranstaltet die TU Dresden den 6. Mechatronik-Tag mit einem breit gefächerten Programm für Studieninteressenten, Wissenschaftler und Industrievertreter. Hinter Mechatronik verbergen sich innovative...

Ähnliche Themen in den JuraForen


Kommentar schreiben

12 + S,i_eben =

Bisherige Kommentare zur Nachricht (0)

(Keine Kommentare vorhanden)



Fragen Sie einen Anwalt!
Anwälte sind gerade online.
Schnelle Antwort auf Ihre Rechtsfrage.

JuraForum-Newsletter

Kostenlose aktuelle Urteile und Rechtstipps per E-Mail:

Top 10 Orte in der Anwaltssuche

JuraForum-Suche

Durchsuchen Sie hier JuraForum.de nach bestimmten Begriffen:

© 2003-2017 JuraForum.de — Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung, Verbreitung oder Nutzung für kommerzielle Zwecke.