TU Berlin: Strukturaufklärung menschlicher Enzyme

18.02.2014, 15:10 | Wissenschaft | Autor: | Jetzt kommentieren




Strukturaufklärung menschlicher Enzyme
Verleihung des Clara-Immerwahr-Awards an Dr. Teresa Santos-Silva am 21. Februar 2014 / Einladung

Der Exzellenzcluster „Unifying Concepts in Catalysis“ (UniCat) verleiht Dr. Teresa Santos-Silva von der Universidade Nova de Lisboa, Portugal, am 21. Februar den Clara-Immerwahr-Preis 2014 an der Technischen Universität Berlin. Die Chemikerin erhält die Auszeichnung für ihre hervorragenden Beiträge auf dem Gebiet der Aldehydoxidasen, einer Gruppe von Enzymen, die für alle Wirbeltiere von Bedeutung sind.

Dr. Teresa Santos-Silva hat sich besonders mit der Strukturaufklärung von menschlichen und bakteriellen Aldehydoxidase-Enzymen beschäftigt, an denen sogenannte Molybdän-Kofaktoren beteiligt sind. Beim Menschen katalysieren diese Enzyme den Abbau von Aldehyden vor allem in der Leber; sie werden mit wichtigen Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Bitte weisen Sie in Ihrem Medium auf die Verleihung des Clara-Immerwahr-Awards hin. Journalistinnen und Journalisten sind herzlich eingeladen:

Zeit: Freitag, 21.2.2014, 16 Uhr
Ort: TU Berlin, Lichthof im Hauptgebäude, Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin

Veranstaltungssprache ist Englisch.

Um Anmeldung wird gebeten unter: www.unicat.tu-berlin.de/registration

Ablauf:

Begrüßungsworte von Dr. Gabriele Wendorf, Vize-Präsidentin der TU Berlin, vom Botschafter Herrn Luis de Almeida Sampaio der Republik Portugal und von Prof. Dr. Matthias Drieß, Sprecher von UniCat

Laudatio von Prof. Dr. Silke Leimkühler, Institut für Biochemie und Biologie, Universität Potsdam

Verleihung des Clara-Immerwahr-Awards

Vortrag von Dr. Teresa Santos-Silva, Clara-Immerwahr-Preisträgerin 2014:
„X-ray Crystallography for the Characterisation of Molybdenum Proteins”

Gastvortrag von Prof. Dr. Linda H. Doerrer, Universität Boston:
„The Magic Roles of Metal and Ligand for Selective Oxygenations”

Dr. Teresa Santos-Silvas Forschungsziel ist ein Verständnis der Funktionsweise von biologisch wichtigen Enzymen. Dazu untersucht sie die dreidimensionale Struktur von Enzymen, die dabei in Form von Einkristallen vorliegen müssen, mithilfe von Röntgenspektroskopie und computer-gestützten Auswertemethoden. Teresa Santos-Silva ist 35 Jahre jung, hat drei Kinder und bereits 20 Veröffentlichungen, zum Teil in hochrangigen wissenschaftlichen Fachzeitschriften wie dem „Journal of the American Chemical Society“.

Das Preisgeld wird Teresa Santos-Silva für gemeinsame Forschungsarbeiten mit dem Exzellenzcluster UniCat verwenden. Ziel der geplanten Arbeiten, gemeinsam mit Prof. Dr. Silke Leimkühler von der Universität Potsdam, ist die Strukturaufklärung von Formiatdehydrogenasen, Enzymen, die in lebenden Organismen die Umwandlung von Kohlenmonoxid und Kohlendioxid katalysieren.

Mit dem Clara-Immerwahr-Award ehrt der Exzellenzcluster UniCat herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen auf dem Gebiet der Katalyse und lädt die Preisträgerin zu Kooperationen mit UniCat-Gruppen ein. Der Preis wird 2014 zum dritten Mal verliehen. Er setzt ein besonderes Zeichen für die Förderung von exzellenten Wissenschaftlerinnen und ist eine Maßnahme im Bereich der Frauenförderung des Clusters. Weitere Aktivitäten sind beispielsweise Seminare zur Gendersensibilisierung und Professionalisierung von UniCat-Mitgliedern, die Etablierung eines Gastwissenschaftlerinnenprogramms und die Bildung von Erfolgsteams.

Der Clara-Immerwahr-Award ist mit 15.000 Euro dotiert und wird jährlich international ausgeschrieben. In diesem Jahr wird der Preis von der BASF SE und von der TU Berlin finanziert. Der Preis würdigt Dr. Clara Immerwahr, die im Jahr 1900 als erste Frau in Deutschland an der Universität Breslau mit einer physikalisch-chemischen Arbeit promoviert hat.

„Unifying Concepts in Catalysis“ (UniCat) ist ein im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder gegründeter interdisziplinärer Forschungsverbund, dessen zentrales Thema die Katalyse ist. UniCat wird von vier Universitäten und zwei Max-Planck-Instituten in Berlin und Potsdam getragen. Etwa 45 Arbeitsgruppen arbeiten gemeinsam und fächerübergreifend an zukunftsrelevanten Forschungsthemen für den Rohstoffwandel und die Energiewende: Von der chemischen Umwandlung von Methan in Ethen, der chemischen und enzymatischen Aktivierung von Kohlendioxid über die katalytische Erzeugung von Wasserstoff aus Wasser mit Sonnenlicht als Energiequelle bis hin zur Synthese von Wirkstoffen mit Hilfe von künstlichen Enzymen. Sprecherhochschule ist die Technische Universität Berlin. UniCat wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit Mitteln aus der Exzellenzinitiative seit 2007 gefördert.

Nähere Informationen zum Exzellenzcluster UniCat finden Sie unter
www.unicat.tu-berlin.de

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Weitere Informationen erteilen Ihnen gern: Claudia Nasrallah, Exzellenzcluster UniCat, Genderangelegenheiten; Tel.: 030/314-28882, E-Mail: claudia.nasrallah@tu-berlin.de und Dr. Martin Penno, Exzellenzcluster UniCat, Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 030/314-28 592, E-Mail: martin.penno@tu-berlin.de

Die Medieninformation der TU Berlin im Überblick:
www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/

Service für Journalistinnen und Journalisten:
Aufnahme in den Medienverteiler: www.tu-berlin.de/?id=1888
Veranstaltungen: www.tu-berlin.de/?id=115296
Forschungsberichte: www.tu-berlin.de/?id=113453
TU Berlin bei twitter: www.twitter.com/TUBerlin_PR
TU Berlin bei youtube: www.youtube.com/tuberlintv

Weitere Informationen:
- http://www.unicat.tu-berlin.de/registration
- http://www.unicat.tu-berlin.de

Quelle: idw


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