Rechtsprechung auf fremdem Boden

02.11.2006, 10:00 | Wissenschaft | Autor: | Jetzt kommentieren


Prof. Ohler übernimmt Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Europarecht, Völkerrecht und internationales Wirtschaftsrecht der Universität Jena





Jena (02.11.06) Erst wenige Monate ist es her, dass Tausende Fans aus aller Welt zur Fußball-Weltmeisterschaft nach und durch Deutschland reisten. Zwischenfälle oder gewalttätige Auseinandersetzungen gab es glücklicherweise kaum. "Um so etwas bereits im Vorfeld möglichst auszuschließen, wurden die meisten Fangruppen von Polizisten aus den jeweiligen Ländern begleitet und während ihres Aufenthalts in Deutschland betreut", weiß Prof. Dr. Christoph Ohler von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Doch wäre es tatsächlich zu Ausschreitungen gekommen, nach welchem Recht hätten ausländische Polizisten in Deutschland handeln dürfen? Nach deutschem oder dem ihres jeweiligen Herkunftslandes?


Dies ist nur eine exemplarische Frage, mit der sich der neue Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Europarecht, Völkerrecht und internationales Wirtschaftsrecht befasst. "Wie wirken andere Rechtsordnungen auf das deutsche Recht und wo gibt es Kollisionen?", fasst Prof. Ohler diesen Komplex des Verfassungsrechts zusammen. Das gilt jedoch auch im umgekehrten Falle: Auf welcher Rechtsgrundlage bewegen sich etwa deutsche Bundeswehrsoldaten im Ausland wie derzeit in Afghanistan oder dem Kongo?


Neben dem Verfassungsrecht liegt der Forschungsschwerpunkt von Christoph Ohler vor allem auf dem Europarecht. Der 1967 in München geborene Jurist hat an der Universität Bayreuth studiert und nach dem ersten Staatsexamen am Europakolleg im belgischen Brügge einen Masterstudiengang Europarecht absolviert. 1996 promovierte Ohler an der Universität Bayreuth zum Thema "Die fiskalische Integration in der Europäischen Gemeinschaft". Dabei ging es vorrangig um die Frage, wie sich das nationale Steuerrecht innerhalb der EU-Staaten mit dem Gemeinschaftsrecht in Einklang bringen lässt.


Nach seinem zweiten Staatsexamen arbeitete er als Rechtsanwalt in einer Wirtschaftskanzlei in Frankfurt/Main, wo er Banken und Unternehmen in rechtlichen Fragen zu Finanzgeschäften beriet. Im Jahr 2000 wechselte Christoph Ohler als wissenschaftlicher Assistent an die Universität Passau und später an die Universität Bayreuth. Von 2003 bis 2005 erhielt er ein Stipendium des Bayrischen Habilitationsförderpreises. Im vergangenen Jahr habilitierte sich Ohler an der Ludwig-Maximilians-Universität München, bevor der bald dreifache Familienvater an die Friedrich-Schiller-Universität nach Jena kam - zunächst als Vertreter des Lehrstuhls, auf den er anschließend berufen wurde.


Kontakt:
Prof. Dr. Christoph Ohler
Rechtswissenschaftliche Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carl-Zeiß-Straße 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 942260
E-Mail: christoph.ohlerrecht.uni-jena.de


Quelle: idw


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