Klassenbester: Evonik entwickelt effizientestes Verfahren zur Herstellung von Methylmethacrylat

05.10.2017, 13:17 | Wissenschaft | Autor: | Jetzt kommentieren


- Intelligente Kombination von bewährten Prozessschritten mit neuen Entwicklungen führt zu völlig neuem Verfahren
- Hohe Ausbeute, geringer Energiebedarf, deutlich verminderte Abwassermengen
- Dauerbetrieb einer Pilotanlage in Darmstadt zeigt ausgezeichnete Produktqualität

Evonik entwickelt einen einzigartigen Weg zur Herstellung von Methylmethacrylat (MMA). MMA ist unverzichtbares Vorprodukt für PLEXIGLAS®, wird aber auch für Spezialanwendungen wie Kontaktlinsen oder Klebstoffe genutzt. Den neuen Prozess haben die Evonik-Ingenieure LiMA getauft und damit einen Anspruch manifestiert: LiMA steht für Leading in Methacrylates. „Das Verfahren setzt Maßstäbe, wenn es darum geht, Ressourcen effizient zu nutzen und die Umwelt spürbar zu entlasten“, sagt Steffen Krill, Leiter des Innovationsmanagements Methacrylate bei Evonik. „Mit LiMA haben wir das in vielerlei Hinsicht effizienteste Verfahren für MMA entwickelt.“

Das Verfahren wird derzeit in Darmstadt in einer Pilotanlage getestet. Bereits die ersten Ergebnisse zeigten eine ausgezeichnete Qualität von MMA. „Das Produkt kann problemlos für optische Anwendungen genutzt werden – seit jeher die Königsdisziplin für den technischen Kunststoff“, erläutert Krill.

Für LiMA hat Evonik einzelne Schritte bekannter Verfahren neu kombiniert und mit eigenen Entwicklungen optimiert. LiMA erzielt mithilfe intelligenter Prozessführung und eines effizienten Katalysators Ausbeuten zum Endprodukt von mehr als 90 Prozent. Der deutlich geringere Energiebedarf reduziert die Kohlendioxidemissionen um bis zu 40 Prozent. Die einfache Prozessführung in der Flüssigphase minimiert Abwasserströme sowie technischen Aufwand und Wartungsbedarf. Die weltweit gute Verfügbarkeit der petrochemischen Rohstoffe ist ein weiterer Vorteil dieser Technologie.

Als Ausgangsstoffe für LiMA dienen Ethylen und Methanol. Daraus entsteht in mehreren Reaktionsschritten zunächst Methacrolein. Kern des neuen Verfahrens ist die Umsetzung von Methacrolein in einem Schritt zum Endprodukt Methylmethacrylat. Evonik hat hierfür ein völlig neues Katalysatorsystem entwickelt. Das Verfahren arbeitet komplett in flüssiger Phase und bei moderaten Bedingungen von in der Regel deutlich weniger als 100 Grad Celsius.

Das neue Katalysatorsystem zeichnet sich durch Robustheit und hohe Effizienz aus. Während sich bei anderen Verfahren einzelne Bestandteile eines Katalysators mit der Zeit aus dem Trägermaterial herauslösen können, kommt es bei den LiMA-Katalysatoren nicht zu diesem sogenannten Ausbluten. Für die besondere Stabilität sorgt unter anderem eine einzigartige Kombination von Metalloxiden. Entscheidende Verbesserungen in der Verfahrenstechnik machen den Katalysator zugleich sehr leistungsfähig. Konsequent werden in den Prozessvorstufen Nebenprodukte und Katalysatorgifte entfernt.

Evonik komplettiert mit LiMA die Palette der im Konzern verfügbaren Synthesewege. Das Unternehmen gehört weltweit zu den führenden Anbietern von Methacrylat-Monomeren, zu denen das MMA zählt. Rund 600.000 Tonnen Methacrylat-Monomere kann Evonik an Produktionsstandorten auf drei Kontinenten herstellen. In der Industrie wird MMA derzeit je nach Region und Rohstoffverfügbarkeit auf unterschiedlichen Wegen hergestellt. Am weitesten verbreitet ist das sogenannte C3-Verfahren. Als Rohstoff dient hier Aceton, aus seinen drei Kohlenstoffatomen leitet sich der Name C3 ab. Isobuten mit vier Kohlenstoffatomen bildet die Basis des C4-Verfahrens. LiMA gehört mit dem Rohstoff Ethylen zu den sogenannten C2-Verfahren.

Typische Anwendungen für MMA sind der technische Kunststoff PLEXIGLAS®, aber auch Lacke, Bodenbeschichtungen, Klebstoffe und Dentalprodukte. Vor allem die Automobil- und Leuchtenindustrie setzt mit PLEXIGLAS®-Formmassen effektvolle Designideen um. Dank sehr guter Materialeigenschaften wird der Werkstoff auch in der Medizintechnik und für optische Anwendungen genutzt. Daneben findet sich das Material in vielen weiteren Bereichen des täglichen Lebens, wie etwa im Haushalt. Methacrylat-Monomere, die unter der Dachmarke VISIOMER® vertrieben werden, verleihen Autolacken brillanten Glanz, Kratzfestigkeit und lange Haltbarkeit. Auch die Herstellung von Kontaktlinsen, Hygieneprodukten und Zahnprothesen ist ohne Methacrylate nicht mehr denkbar.

Edda Schulze
Externe Kommunikation
Telefon +49 201 177-2225
edda.schulze@evonik.com

Doris Hirsch
Kommunikation
Performance Materials
Telefon +49 6151 18-4079
doris.hirsch@evonik.com

Evonik Industries AG
Rellinghauser Straße 1-11
45128 Essen
Telefon +49 201 177-01
Telefax +49 201 177-3475
www.evonik.de

Aufsichtsrat
Dr. Werner Müller, Vorsitzender
Vorstand
Christian Kullmann, Vorsitzender
Dr. Harald Schwager, Stellv. Vorsitzender
Thomas Wessel
Ute Wolf

Sitz der Gesellschaft ist Essen
Registergericht: Amtsgericht Essen
Handelsregister B 19474

Über Evonik
Evonik ist eines der weltweit führenden Unternehmen der Spezialchemie. Der Fokus auf attraktive Geschäfte der Spezialchemie, kundennahe Innovationskraft und eine vertrauensvolle und ergebnisorientierte Unternehmenskultur stehen im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie. Sie sind die Hebel für profitables Wachstum und eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts. Evonik ist mit mehr als 35.000 Mitarbeitern in über 100 Ländern der Welt aktiv und profitiert besonders von seiner Kundennähe und seinen führenden Marktpositionen. Im Geschäftsjahr 2016 erwirtschaftete das Unternehmen bei einem Umsatz von 12,7 Mrd. Euro einen Gewinn (bereinigtes EBITDA) von 2,165 Mrd. Euro.

Über Performance Materials
Das Segment Performance Materials wird von der Evonik Performance Materials GmbH geführt. Im Mittelpunkt der weltweiten Aktivitäten des Segments stehen die Entwicklung und Herstellung von polymeren Werkstoffen sowie Zwischenprodukten vor allem für die Gummi- und Kunststoffindustrie sowie für die Agroindustrie. Das Segment erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016 mit rund 4.400 Mitarbeitern einen Umsatz von 3,2 Milliarden €.

Rechtlicher Hinweis
Soweit wir in dieser Pressemitteilung Prognosen oder Erwartungen äußern oder unsere Aussagen die Zukunft betreffen, können diese Prognosen oder Erwartungen der Aussagen mit bekannten oder unbekannten Risiken und Ungewissheit verbunden sein. Die tatsächlichen Ergebnisse oder Entwicklungen können je nach Veränderung der Rahmenbedingungen abweichen. Weder Evonik Industries AG noch mit ihr verbundene Unternehmen übernehmen eine Verpflichtung, in dieser Mitteilung enthaltene Prognosen, Erwartungen oder Aussagen zu aktualisieren.

Weitere Informationen:
- http://Alle Pressemitteilungen, Präsentationen und Bildmaterial zum F&E-Pressegespräch stehen unter folgendem Link zum Download bereit: www.evonik.de/innovation

Quelle: idw


Weitere Nachrichten zum Thema
  • BildEvonik starts innovation campaign (04.12.2013, 12:10)
    • Patrik Wohlhauser, Executive Board Member: "We want to increase the value of our innovation pipeline even further."• Valuable patent portfolio • Innovation focus on biotechnology particularly contributes to megatrend health and nutrition• Evonik...
  • BildEvonik startet Innovationsoffensive (04.12.2013, 11:10)
    • Evonik-Vorstand Patrik Wohlhauser: „Wir wollen den Wert unserer Innovationspipeline weiter erhöhen.“• Wertvolles Patentportfolio• Innovationsschwerpunkt Biotechnologie leistet Beitrag insbesondere zu Megatrend Gesundheit und Ernährung• Evonik...
  • BildNeuartiges Verfahren zur Herstellung künstlicher Herzklappen aus Perikardgewebe (13.03.2013, 11:10)
    Auf dem Technologietag Teltow am 15. März 2013, der unter dem Thema „Innovationsmotor Medizintechnik“ steht, wird die Technische Hochschule Wildau ein neuartiges Verfahren zur Herstellung künstlicher Herzklappen vorstellen. Dabei kommt tierisches...
  • BildKontrollierte Herstellung von Kunststoffen (09.03.2012, 11:10)
    Große Moleküle in ihrer Struktur zu verstehen und sie systematisch mit bestimmten Eigenschaften aufbauen zu können – mit diesen Schwerpunkten beschäftigt sich Prof. Dr. Philipp Vana am Institut für Physikalische Chemie der Universität Göttingen....
  • BildBund fördert neues Verfahren zur Herstellung beschichteter Tabletten (27.10.2011, 16:10)
    Die meisten Medikamente nehmen wir in Form von Tabletten zu uns. Zuvor haben beschichtete Tabletten oder Dragees eine lange Reihe von Produktionsschritten durchlaufen, da sie bislang erst nach der Herstellung beschichtet werden. Forscher der...
  • Bild400 Wissenschaftler diskutieren Verfahren zur Herstellung hochwertiger Industrieprodukte (30.09.2010, 16:00)
    Weltweit wichtigstes internationales Treffen von Trocknungstechnikern an der Universität MagdeburgDas weltweit wichtigste Treffen von Experten auf dem Gebiet der Trocknungstechnik, das 17. Internationale Trocknungssymposium IDS 2010, findet vom 3....
  • BildPatent über ein Verfahren zur Herstellung von Geldscheinen für nichtig erklärt (09.07.2010, 12:09)
    Der für das Patentrecht zuständige Xa-Zivilsenat hat über eine Nichtigkeitsklage der Europäischen Zentralbank gegen ein Patent entschieden, das ein Verfahren zur Herstellung eines fälschungssicheren Dokuments, zum Beispiel von Geldscheinen,...
  • BildWettbewerb NanoMikro+Werkstoffe: Forscher entwickeln neues Verfahren zur Herstellung von Nanoprodukt (03.08.2009, 12:00)
    900.000 Euro für Forschungskooperation von Unternehmen und TU DortmundEin neuartiges Verfahren eröffnet der Herstellung von Nano- und Mikroprodukten neue Möglichkeiten: Durch die Entwicklung von innovativen Produktionswerkzeugen soll die...
  • BildEvonik Presseeinladung (20.10.2008, 16:00)
    Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan besucht am Donnerstag, 30,10.2008, den Evonik Standort KamenzSehr geehrte Damen und Herren,die Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan besucht am Donnerstag, 30.10.2008, den Evonik Standort...
  • BildNeues Verfahren zur Herstellung von Verbindungshalbleitern (20.12.2006, 13:00)
    Experten des Instituts für Kristallzüchtung (IKZ) in Berlin-Adlershof züchteten im Rahmen eines DFG-Projekts Boroxid-freie Galliumarsenid-Kristalle. Das Verfahren ist für die Industrie interessant.Zum Abschluss eines DFG-Projekts melden...

Ähnliche Themen in den JuraForen


Kommentar schreiben

90 + D_re/i =

Bisherige Kommentare zur Nachricht (0)

(Keine Kommentare vorhanden)



Fragen Sie einen Anwalt!
Anwälte sind gerade online.
Schnelle Antwort auf Ihre Rechtsfrage.

JuraForum-Newsletter

Kostenlose aktuelle Urteile und Rechtstipps per E-Mail:

Top 10 Orte in der Anwaltssuche

JuraForum-Suche

Durchsuchen Sie hier JuraForum.de nach bestimmten Begriffen:

© 2003-2017 JuraForum.de — Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung, Verbreitung oder Nutzung für kommerzielle Zwecke.