In Erinnerung an Hilde Steppe

26.09.2017, 11:19 | Wissenschaft | Autor: | Jetzt kommentieren


Akademische Feier zum 70. Geburtstag der verstorbenen Pflegewissenschaftlerin an der Frankfurt UAS beschäftigt sich mit Steppes Einfluss auf die Pflege

Der Verein zur Förderung der historischen Pflegeforschung e. V., der anlässlich des Todes von Hilde Steppe gegründet wurde, hat sich – unter anderem – zur Aufgabe gemacht, ihrer zu gedenken. Anlässlich ihres 70. Geburtstages veranstaltet der Verein gemeinsam mit der Sektion Historische Pflegeforschung der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft e. V. (DGP), und unterstützt durch die Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e. V. sowie die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), eine akademische Feier. Mit Impulsvorträgen, die Hilde Steppes Themen aufgreifen und die Weiterentwicklung vor allem anhand ihrer Dissertation aufzeigen, wird an die 1999 verstorbene Pflegewissenschaftlerin erinnert. Die Veranstaltung findet am 6. Oktober 2017 von 10 bis 16 Uhr unter dem Motto „Pflege – Impulse: Hilde Steppe und ihr Einfluss auf die Pflege“ an der Frankfurt UAS statt. Um Anmeldung bis zum 30. September 2017 wird gebeten unter . Die Veranstaltung richtet sich vorrangig an Studierende und Alumni der Pflege, Pflegende und interessierte Wissenschaftler/-innen sowie an Personen, die Hilde Steppe kannten und ihrer gedenken möchten.

„Mit der eintägigen Veranstaltung erinnern wir an eine Persönlichkeit, die die Pflege auf vielen Ebenen vorangebracht und geprägt hat. Sie war eine Pionierin der historischen Pflegeforschung, sie hat die Akademisierung energisch unterstützt, hat die Gründung der heutigen DGP mit betrieben und war berufspolitisch in unterschiedlichen Gremien aktiv. Erinnerungen, geschichtliches Bewusstsein, reflektierte Alltagsarbeit und berufliches Engagement waren Hilde Steppe genauso wichtig wie pflegerische Bildung und Zukunftsvisionen. Berufspolitisches und bürgerschaftliches Engagement gehörten für Hilde Steppe immer zusammen und bedeuteten für sie, sich einzumischen und wo notwendig auch Widerstand zu leisten“, so Prof. Dr. Eva-Maria Ulmer, ehemalige Vizepräsidentin der Frankfurt UAS, Vorstandsmitglied des Vereins zur Förderung der historischen Pflegeforschung e. V. und Initiatorin des Forschungsprojekts zur jüdischen Pflegegeschichte. „Manche Entwicklungen hat Steppe auch mit Unbehagen gesehen, da es ihr immer erst um Inhalte und die Sorge um den einzelnen kranken Menschen ging und dann erst um die Profilierung, jedoch auch immer um eine ethische Haltung und hohe pflegerische Qualifikation“, ergänzt Diplom-Pflegewirtin Hilde Schädle-Deininger, die ebenfalls im Vorstand des Vereins zur Förderung der historischen Pflegeforschung e. V. tätig ist.

Der Vormittag widmet sich der Akademisierung des Berufs Pflege: An die Anfänge und den Prozess der Akademisierung in Frankfurt 1992 und 1993 erinnert der emeritierte Prof. Dieter Kraushaar, den Hilde Steppe als Leiterin des Pflegereferats im damaligen Hessischen Ministerium für Jugend, Familie und Gesundheit unterstützt hat. Prof. Dr.Sabine Bartholomeycik, ebenfalls emeritiert, vertieft das Thema und differenziert die fördernden und hemmenden Faktoren bei der Einrichtung der Studiengänge – ein Thema, das sich bis heute fortsetzt. Hilde Steppe war aber nicht nur Impulsgeberin für die Akademisierung, ihr war auch Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts klar, dass Pflege ihre Anliegen selbst und selbstbewusst, gestützt auf solide Informationen und Erkenntnisse, vertreten muss. Aus der Gründungszeit der jetzigen Fachgesellschaft DGP berichtet das heutige Vorstandsmitglied der Fachgesellschaft Heinrich Recken. Wichtig war Hilde Steppe neben der fachlichen Vertretung immer auch eine starke gewerkschaftliche Interessenvertretung. Herbert Weisbrod-Frey, ehemaliger Leiter des Bereichs Gesundheitspolitik beim Bundesvorstand der Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft - ver.di, berichtet aus der Zusammenarbeit der Gewerkschaft mit Steppe.

Am Nachmittag werden die neuen Forschungsergebnisse zur jüdischen Pflegegeschichte von Dr. Birgit Seemann und Dr. Edgar Bönisch vorgetragen. Sie werden auch die technisch und inhaltlich modernisierte Internetseite des Projekts präsentieren. Pflege ist immer konfrontiert mit existentiellen Situationen, aus denen sich ethische Fragestellungen ableiten, die immer wieder reflektiert und überdacht werden müssen. Hierzu wird Günter Stork, Lehrer für Pflegeberufe an der AWO Akademie Königslutter, sprechen.

Die Veranstaltung steht auch im Kontext des Forschungsprojekts „Jüdische Pflegegeschichte / Jewish Nursing History – Biographien und Institutionen in Frankfurt am Main“. Steppe dokumentierte erstmals die Geschichte der jüdischen Krankenpflege in Deutschland. Ihre Quellensammlung zur Geschichte der Krankenpflege ist heute Teil der historischen Sondersammlung Soziale Arbeit und Pflege der Bibliothek der Frankfurt UAS. In Fortführung ihrer Pionierarbeit entstand das Forschungsprojekt. Neben Ulmer beschäftigen sich die Sozial- und Kulturwissenschaftler Dr. Birgit Seemann und Edgar Bönisch (M.A.) mit der Aufarbeitung der Pflegegeschichte. Unterstützt werden sie von Mitarbeitenden der Hochschulbibliothek und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus allen Fachbereichen der Frankfurt UAS. Das Projekt widmet sich der historischen Aufarbeitung der jüdischen Krankenpflege in Frankfurt am Main und verbindet diese mit dem Medium Internet. Die Homepage bietet Informationen zu Personen, Orten, Gebäuden, Institutionen und Quellen jüdischer Pflegegeschichte in Frankfurt am Main. Der zeitliche Schwerpunkt liegt zunächst auf den Jahren zwischen 1870 und 1945. Das Projekt ist seit 2006 an der Hochschule angesiedelt. Schirmherr ist Peter Feldmann, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main. Das Forschungs- und Publikationsprojekt wird von Vertreterinnen und Vertretern Frankfurter Institutionen wie dem Institut für Stadtgeschichte, dem Jüdischen Museum und dem Dezernat Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt begleitet.

Termin: Freitag, den 6. Oktober 2017, 10 bis 16 Uhr
Ort: Frankfurt University of Applied Sciences, Nibelungenplatz 1, Gebäude 4, 1. Stock, Raum 111/112
Anmeldung bis zum 30. September 2017 unter .

Kontakt: Frankfurt University of Applied Sciences, Fachbereich 4: Soziale Arbeit und Gesundheit, Prof. Dr. Eva-Maria Ulmer, Telefon: +49 69 598900, E-Mail: .
Weitere Informationen unter:

Quelle: idw


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