Forschungsprojekt SEEGEN zur seelischen Gesundheit am Arbeitsplatz Krankenhaus

06.10.2017, 12:18 | Wissenschaft | Autor: | Jetzt kommentieren


6.10.2017 – SEEGEN heißt ein neu aufgelegtes Forschungsprojekt, das die Stressprävention am „Arbeitsplatz Krankenhaus“ zum Gegenstand hat. Die Abkürzungen steht für „Seelische Gesundheit im Krankenhaus“. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Verbundvorhaben mit 2,5 Mio Euro über einen Zeitraum von vier Jahren. Beteiligt sind Partner in Düsseldorf, Heidelberg, Ulm, wo das Vorhaben auch koordiniert wird, Tübingen sowie Praxispartner, d.h. Krankenhäuser in NRW und Baden-Württemberg.

Die Teilprojekte der beteiligten Forschungseinrichtungen setzen sowohl an der Rahmenbedingungen der Arbeit im Krankenhaus, von Führungskultur bis Personalmangel, als auch an individuellem Umgang mit Stress und Belastung an. Die Ergebnisse sollen nach Abschluss im Jahr 2021 auch in die Politik kommuniziert werden, das ist durch eine weitere Kooperation, mit dem Deutschen Krankenhaus Institut in Düsseldorf, bereits angelegt.

„Es geht sowohl um die Verhältnisse als auch um das Verhalten bei der Arbeit im Krankenhaus, die unter seelisch besonders fordernden Bedingungen geleistet wird“, sagt Prof. Peter Angerer, Projektleiter am Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Medizinischen Fakultät der HHU Düsseldorf. Die Teilprojekte setzen gleichermaßen an den Rahmenbedingungen wie auch Stressbewältigungsstrategien des Einzelnen an.

Gesundheit am Arbeitsplatz ist ein Forschungsschwerpunkt des Instituts, das im Rahmen von SEEGEN auch mit Prof. Dr. Stefan Süß, Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre der Heinrich-Heine-Universität, kooperiert, um auch die ökonomischen Aspekte der Prävention seelischer Risiken berücksichtigen und untersuchen zu können. Die Düsseldorfer Projektpartner erhalten rd. 700.000 Euro aus den Projektmitteln für zwei Teilprojekte über den Förderzeitraum.

Das Krankenhaus, das der Behandlung und Gesundung seiner Patienten dienen soll, ist gleichzeitig ein sehr anspruchsvoller Arbeitsplatz mit hohem Risiko einer psychischen Belastung für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Krankenversorgung. Dem Forschungsverbund geht es darum, Maßnahmen einzusetzen und wissenschaftlich zu bewerten, die das Risiko seelischer Erkrankungen reduzieren können, und zwar auf allen Ebenen. Dabei gibt es spezielle Maßnahmen für die Führungsebene, so genanntes Dilemma-Training für leitende Mitarbeiter in „Sandwich-Positionen" zwischen Leitung und untergeordneten Mitarbeitern, aber auch um deren Führungsverhalten. Ein Schwerpunkt ist die sinn- und maßvolle Integration älterer Pflegekräfte, auf die das Gesundheitssystem nicht verzichten kann, die aber in ihrer Belastbarkeit einem natürlichen Wandel unterliegen. Es geht auch um Doppelbelastungen durch Job und Familie und die Arbeitsbedingungen unter dem in Deutschland allgegenwärtigen Personalmangels im Gesundheitssystem. „Die Projektpartner sehen SEEGEN in letzter Konsequenz auch als Beitrag zur Sicherung der Behandlungsqualität von Patienten, denn bei Stress und Überlastung geschehen auch mehr Fehler.

Kontakt: Prof. Dr. Peter Angerer, Direktor des Instituts für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, Medizinische Fakultät, HHU Düsseldorf, Tel.: +49 211 81 14721, Peter.Angerer@hhu.de

Weitere Informationen:
- http://www.medizin.hhu.de

Quelle: idw


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