Fairness und gleiche Chancen in der Wissenschaft

17.11.2017, 15:10 | Wissenschaft | Autor: | Jetzt kommentieren


Um wissenschaftliche Fortschritte zu erzielen, braucht es mehr als kluge Köpfe. Auch das Arbeitsumfeld muss stimmen. Es muss Kreativität fördern und Rücksicht auf unterschiedliche Voraussetzungen nehmen. Aus diesem Grunde hat sich der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierte Sonderforschungsbereich (SFB) 754 an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) entschieden, die bisher geltenden, aber ungeschriebenen Verhaltens- und Kommunikations-Richtlinien in einem offiziellen Code of Conduct (Verhaltenskodex) festzuschreiben. Damit nimmt der SFB 754 innerhalb der deutschen Forschungslandschaft eine Vorreiterposition ein.

Ein toleranter Umgang mit Kolleginnen und Kollegen, die gute Vereinbarkeit von Arbeits- und Privatleben, Karriereförderung und Persönlichkeitsbildung: Gute Arbeitsbedingungen zu gewährleisten, kann für den wissenschaftlichen Fortschritt ebenso entscheidend sein wie eine brillante Idee. Der Sonderforschungsbereich (SFB) 754 „Klima-Biogeochemische Wechselwirkungen im tropischen Ozean“ hat sich jetzt einen offiziellen, schriftlich festgehaltenen Verhaltenskodex (Code of Conduct) gegeben, der das gemeinsame Verständnis der grundsätzlichen Werte und Regeln für die Zusammenarbeit und Kommunikation für alle Beteiligten nachvollziehbar veranschaulicht.

„Seit der Einrichtung des SFB 754 im Januar 2008 sind die Themen Gleichstellung, Kommunikation und Personalentwicklung zunehmend wichtige Faktoren für eine erfolgreiche wissenschaftliche Zusammenarbeit. Im SFB 754 haben wir die Möglichkeit, unterschiedliche Diskussionen anzuregen und neue Lösungsansätze zu erproben. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass unsere Kolleginnen und Kollegen offen für Neues sind und neue Entwicklungen zulassen. Der Code of Conduct fasst ist in diesem Zusammenhang als ,best practices guide‘ bewährte Regeln zusammen, die mittlerweile vorbehaltslos in unserer Zusammenarbeit angewandt werden“, erläutert Professor Andreas Oschlies vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, Sprecher des SFB 754, die Entwicklung. In der Folge habe sich der SFB dazu entschieden, die Regeln zu verschriftlichen und Abläufe zu formalisieren, um wissenschaftliche Ziele noch besser erreichen zu können: „Die entstehende Transparenz erhöht die Motivation unserer Mitglieder und dadurch die Qualität der Forschungsergebnisse“, ergänzt Oschlies.

Der Code of Conduct des SFB legt unter anderem den gleichberechtigten und toleranten Umgang unter den verschiedenen Mitgliedern des SFB 754 fest. Die Forschungsteams sind interkulturell und unter der Wertschätzung von Vielfältigkeit und Individualität zusammengesetzt, um bestmögliche Forschungsergebnisse zu erzielen. Außerdem wird die Karriereentwicklung mithilfe von professionellem Training und Persönlichkeitsbildung sowie durch unterschiedliche Netzwerke zum Austausch unter den Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen gefördert. Die Arbeitsbedingungen sollen familienfreundlich sein und die Vereinbarkeit von Arbeits- und Privatleben durch geregelte Arbeitszeiten und ausreichende Erholungspausen unterstützen.

Angestoßen von Dr. Ruth Kamm, Koordinatorin für geschlechterbezogene Maßnahmen im SFB 754, wurde die Entwicklung des Code of Conduct von den Gleichstellungsbeauftragten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Dr. Iris Werner, und des GEOMAR, Dr. Hela Mehrtens, sowie von Oschlies unterstützt. Ziel des Code of Conduct sei es, die Werte des SFB 754 für jeden nicht nur innerhalb, sondern auch außerhalb des SFB 754 sichtbar zu machen und weiter zu verbreiten. „Der Code of Conduct wird von den SFB 754 Mitgliedern getragen und wurde gemeinsam verabschiedet“, betont Dr. Christiane Schelten, wissenschaftliche Koordinatorin des SFB, „wir würden uns freuen, wenn dies ein Anstoß für weitere Institutionen ist, sich uns anzuschließen, ungeschriebene Regeln sichtbar zu machen und den Code of Conduct in ihren Arbeitskontext zu übernehmen.“

Hintergrundinformationen: SFB754
Der SFB 754 wurde 2008 als Kooperation der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und des Max-Planck-Instituts Bremen eingerichtet. Er erforscht die Änderungen des ozeanischen Sauerstoffgehalts, deren mögliche Auswirkung auf die Sauerstoffminimumzonen und die Folgen auf das globale Wechselspiel von Klima und Biogeochemie des tropischen Ozeans. Er wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und befindet sich in seiner dritten Förderphase (2016-2019).

Weitere Informationen:
- http://www.sfb754.de/documents/18426/1060789/sfb754_coc_web_1709.pdf Link zum Code of Conduct Dokument
- http://www.sfb754.de Der Sonderforschungsbereich 754
- http://www.geomar.de Das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
- http://www.uni-kiel.de Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Quelle: idw


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