Doktorarbeit über Manege und Marketing

13.11.2008, 10:00 | Wissenschaft | Autor: | Jetzt kommentieren


Dr. Uta Müller (38) schrieb ihre Dissertation zum Thema "Marketing und Circus". Dafür erhielt sie gestern den Preis für die "Beste Doktorarbeit der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät 2007".





Die kleine reisende Sägemehlwelt von Zelt und Manege, Tierkäfigen und Wohnwagen, Clowns, Dompteuren und Artisten: Thema einer Doktorarbeit? Die gebürtige Neusserin und leidenschaftliche Circusbesucherin Uta Müller (38) verband beides: den Hang zur Manege und das Interesse an Marketing. Ergebnis: die deutschlandweit erste wirtschaftswissenschaftliche Untersuchung zum Thema "Circus".


Für ihre mit der Bestnote "summa cum laude" bewertete Dissertation (Doktorvater: Marketing-.Experte Prof. Dr. Bernd Günter) erhielt sie gestern den Preis der Goethe-Buchhandlung für die "Beste Doktorarbeit der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät des Jahres 2007". Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro dotiert. Titel der Arbeit: "Informationsverhalten bei der Entscheidung über den Konsum von Unterhaltungsdienstleistungen - Analyse und Ableitung von Implikationen für das Marketing-Management am Beispiel von Circusunternehmen".
Uta Müller, 1969 geboren, begann ihr Studium der Betriebswirtschaftslehre 1989 an der Heinrich-Heine-Universität, das sie 1995 mit dem Diplom abschloss. Danach war sie für zwei Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf an dem Projekt "Controlling und Marketing in wissenschaftlichen Bibliotheken" beteiligt. 1997 bis 1999 folgten Referendariat und Studium zum höheren Dienst an wissenschaftlichen Bibliotheken. Anschließend arbeitete sie ein Jahr an dem Projekt "Accelerate" der Düsseldorfer Universitäts- und Landesbibliothek mit. Seit dem Jahr 2000 ist sie in der UB der Ruhr-Universität Bochum tätig.
Mit einer Unterbrechung: 2003/2004 ließ sich Uta Müller ein Jahr beurlauben und ging mit zwei großen deutschen Circusunternehmen auf Tournee: mit dem Circus Probst und dem Zirkus Charles Knie, wo sie auch Pressesprecherin war. Ihre Erfahrungen bildeten den Grundstock des Dissertationsvorhabens.
Warum neigen viele Konsumenten dazu, sich vor einem Kauf wenig oder gar nicht über das Produkt "schlau zu machen"? An mangelnder Informationsmöglichkeit scheint es im Regelfall nicht zu liegen. Die prämierte Doktorarbeit geht dieser Frage auf den Grund. Denn im Verhalten der Käufer zeigen sich klare Abstufungen. Geht es beispielsweise um die technische Funktionstüchtigkeit von Geräten, wird sich durchaus vor dem Kauf gezielt informiert.
Anders ist es dagegen im Bereich der Unterhaltung. Grund für diesen "Katze im Sack"-Kauf ist offenbar der Wunsch, sich wissentlich überraschen zu lassen. Je mehr man vorher informiert ist, umso weniger ist dies aber möglich.
Unter diesem Aspekt wird in der Studie das Verhalten von Circusbesuchern betrachtet, stellvertretend für Dienstleistungen im Freizeit- und Unterhaltungsbereich. Der Kauf einer Cirkuskarte bietet offenbar genügend prickelnde Unsicherheit und Aussicht auf Unerwartetes, Neuartiges oder Sensationelles.
Da hier auch der "Aha-Effekt" im Vordergrund steht, sollten, so die Empfehlung der Doktorarbeit, Marketingstrategie und Werbemaßnahmen daran ausgerichtet werden. Dr. Uta Müller: "Das Motiv der Überraschung kann dabei gezielt für marketingpolitische Zwecke oder sogar als Verkaufsargument genutzt werden."


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Quelle: idw


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