Digitalisiert und transkribiert: Restauratoren der HTW retten Videointerviews der Wendezeit

24.10.2012, 11:10 | Wissenschaft | Autor: | Jetzt kommentieren


Es sind wertvolle Zeitzeugnisse, die mit Hilfe der Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) gerettet wurden: Bis dato unveröffentlichte Videointerviews mit Persönlichkeiten, die im demokratischen Umbruch der DDR 1989 eine besondere Rolle spielten. Die Anfang 1990 gedrehte Videoreihe war vor wenigen Jahren wiederentdeckt und mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur im Studiengang Konservierung und Restaurierung/Grabungstechnik der HTW Berlin digital gesichert und transkribiert worden. Am 5. November übergibt Prof. Kerstin Bartels die Interviews offiziell dem Deutschen Historischen Museum und der Stiftung Aufarbeitung.

Die Interviews mit bekannten DDR-Persönlichkeiten aus Politik, Kirche, Kultur und Literatur, die die Ereignisse und Ursachen der „Wende“ und den damit ver-bundenen gesellschaftlichen Umbruch reflektieren und analysieren, waren im Februar und März 1990 vom „Institut für Film, Bild und Ton“ (IFBT) der DDR aufgezeichnet, aber niemals veröffentlicht worden und in Vergessenheit geraten. 1997 gingen die Bestände an die HTW Berlin über, wo sie 2008 von Studierenden des Studiengangs „Konservierung und Restaurierung/Grabungstechnik“ entdeckt wurden, inzwischen bereits von altersbedingten Verfallsprozessen gezeichnet und überdies von obsolet werdenden Abspielsystemen bedroht.

2011 wurde es durch die Förderung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur möglich, die Videointerviews in verschiedenen digitalen Formaten zu sichern, die Aussagen zu transkribieren und die Magnetbänder in kontrolliertem Klima für die Zukunft zu bewahren. Das Projekt fand im Studienschwerpunkt „Audiovisuelles und Fotografisches Kulturgut“ der HTW Berlin unter Leitung von Prof. Kerstin Bartels und dem Dozenten Jan Henselder statt. Die Originalbänder wurden als Archiv- und als Nutzerkopien gesichert. Letztere stehen nunmehr für Lehre und Forschung bereit und werden in weiteren Schritten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Außerdem wurden die Interviews verschriftlicht, so dass es auch eine lesbare, „geräteunabhängige“ Version gibt.

Im Rahmen der Veranstaltung am Montag, 5. November 2012, im Deutschen Historischen Museum werden zum ersten Mal Ausschnitte der Interviews präsentiert. Anschließend diskutieren die Interviewten Tatjana Böhme, Rainer Eppelmann, Gerd Poppe und Konrad Weiß mit dem Historiker Dr. Ilko-Sascha Kowalczyk über die damalige Situation und das heute Erreichte.

Ansprechpartnerin für die Presse:
Prof. Kerstin Bartels, E-Mail: kerstin.bartels@htw-berlin.de

(Un-)Erfüllte Hoffnungen?! Die Innenansichten der Friedlichen Revolution
Montag, 5. November 2012, 19.00 Uhr
Deutsches Historisches Museum, Zeughauskino

Weitere Informationen:
- http://www.stiftung-aufarbeitung.de/veranstaltungen-2012-3367.html?id=1926

Quelle: idw


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