Der Österreichische Bibelübersetzer. Gottes Wort deutsch

13.10.2017, 13:14 | Wissenschaft | Autor: | Jetzt kommentieren


Vorstellung des von der Akademieunion geförderten Großprojekts am 17. Oktober 2017 in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften

Augsburg/München/BAdW/KPP – Im Jubiläumsjahr der Reformation dreht sich alles um Martin Luther. Doch bereits 200 Jahre vor dessen Bibelübersetzung schuf ein österreichischer Anonymus eine Bibel in der Volkssprache. Erste Ergebnisse aus dem neuen Forschungsprojekt „Der Österreichische Bibelübersetzer“, das vom Augsburger Mittelaltergermanisten Prof. Dr. Freimut Löser geleitet wird, stellt die Bayerische Akademie der Wissenschaften am 17. Oktober vor.

„Der Mann, der nicht Luther sein konnte“ – so wurde der sogenannte Österreichische Bibelübersetzer in der Presse bezeichnet. Seinen Kampf um das Recht der Laien auf die Bibel und die Laienbewegung des 14. Jahrhunderts Freimut Löser bei der Präsentation nachzeichnen. Weitere Kurzvorträge befassen sich dann mit den Argumentationsstrukturen des Anonymus und dem Verhältnis des „Österreichers“ und Luthers. Wissenschaftlerinnen aus dem Projektteam geben Einblicke in die Werkstatt der Editionsarbeit.

Das von der Akademienunion mit 4,5 Millionen Euro auf zwölf Jahre geförderte interakademische Forschungsprojekt „Der Österreichische Bibelübersetzer. Gottes Wort deutsch“ der Bayerischen Akademie der Wissenschaften an der Universität Augsburg und der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften ediert und kommentiert das Gesamtwerk des sogenannten Österreichischen Bibelübersetzers. Sowohl als klassische Buchedition als auch als digitale Edition werden die Werke des Anonymus zugänglich gemacht, der vor bald 700 Jahren große Teile der Bibel in die deutsche Sprache übertrug, kommentierte, auslegte und als Laie das Recht der Laien auf die deutsche Bibel vehement verteidigte.
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Projektpräsentation "Der Österreichische Bibelübersetzer. Gottes Wort deutsch"

Termin: Dienstag, 17. Oktober 2017, 19.00 Uhr
Ort: Plenarsaal der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Alfons-Goppel-Str. 11, 80539 München
Eintritt: frei; Anmeldung bis zum 16.10.2017 erbeten an: anmeldung@badw.de
Programm:
• Begrüßung durch Prof. Dr. Thomas O. Höllmann, Präsident der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Prof. Dr. Bernhard Jussen, Sprecher des Mittelalterzentrums der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, und Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel, Präsidentin der Universität Augsburg
• Die Laienbewegung des 14. Jahrhunderts, die deutsche Bibel und ein Anonymus aus Österreich (Prof. Dr. Freimut Löser, Universität Augsburg)
• Viele andere heilige Evangelien – Argumentationsstrukturen beim Österreichischen Bibelübersetzer (Prof. Dr. Martin Schubert, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften)
• Der Österreichische Bibelübersetzer und Martin Luther. Eine Miszelle (Prof. Dr. Jens Haustein, Universität Jena)
• Der Österreichische Bibelübersetzer im 21. Jahrhundert – ein Blick in die Projektarbeit (Prof. Dr. Uta Goerlitz, Dr. Elke Zinsmeister und Dr. Anglia Vetter, LMU München)
• Umrahmung mit Musik aus der Zeit des Österreichischen Bibelübersetzers durch das Ensemble Per-Sonat (Sabine Lutzenberger, Sopran, und Marc Levon, Tenor)

Bereits vor der Projektpräsentation findet eine öffentliche Tagung zum Thema „Aspekte der Reformation“ statt (http://badw.de/fileadmin/events/2017/601/Aspekte_der_Reformation.pdf zum Download).

Zur Veranstaltung erscheint ein Themenheft der Zeitschrift „Akademie Aktuell“, das sich ganz dem Editionsprojekt „Österreichischer Bibelübersetzer“ widmet.
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Pressekontakt:
Dr. Ellen Latzin
Bayerische Akademie der Wissenschaften
Alfons-Goppel-Str. 11 (in der Residenz)
80539 München
Telefon: 089/23031-1141
latzin@badw.de

Ansprechpartner an der Universität Augsburg:
Prof. Dr. Freimut Löser
Lehrstuhl für Deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters
Telefon: 0821/598-2780
freimut.loeser@philhist.uni-augsburg.de

Weitere Informationen:
- http://bibeluebersetzer.badw.de/das-projekt.html
- http://www.bbaw.de/forschung/bibeluebersetzer
- http://idw-online.de/de/news641702
- http://idw-online.de/de/news644168

Quelle: idw


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