Unternehmen bekommen wegen Verlusten im Daytrading keine Steuerminderung

28.06.2018, 08:31 | Wirtschaft & Steuern | Jetzt kommentieren


Unternehmen bekommen wegen Verlusten im Daytrading keine Steuerminderung
München (jur). Unternehmen können Verluste aus Tages-Spekulationen nicht steuerlich mit ihren Gewinnen verrechnen. Das sogenannte Daytrading gehört zu den Termingeschäften, bei denen ein Verlustausgleich gesetzlich ausgeschlossen ist, wie der Bundesfinanzhof (BFH) in München in einem am Mittwoch, 27. Juni 2018, veröffentlichten Urteil entschied (Az.: I R 60/16).

Bei Termingeschäften spekulieren Anleger auf den künftigen Kurs bestimmter Wertpapiere, etwa Aktien oder Devisen. Im Daytrading wird jeweils zu Tagesbeginn die Abrechnung der Wertpapiere zu einem bestimmten Kurs noch am Ende desselben Tages vereinbart.

Im Streitfall hatte eine GmbH aus Thüringen Daytrading-Geschäfte mit Devisen bei einer Spezial-Bank getätigt. 2008 und 2009 fuhr das Unternehmen dabei deutliche Verluste ein. Diese wollte es mindernd auf seine Gewinne aus der normalen Geschäftstätigkeit anrechnen.

BFH: Verlustausgleichs-Verbot greift für Termingeschäfte

Das Finanzamt ließ dies nicht zu – zu Recht, wie nun der BFH mit seinem jetzt schriftlich veröffentlichten Urteil vom 21. Februar 2018 entschied.

Laut Gesetz seien Verluste aus Termingeschäften vom Verlustausgleich ausgeschlossen, so der BGH zur Begründung. Wie spekulative Termingeschäfte sei auch das Daytrading nicht darauf aus, bestimmte Papiere zu einem späteren Zeitpunkt tatsächlich zu erwerben. In beiden Fällen seien auch Gegengeschäfte möglich, um das Verlustrisiko zu verringern. Daher gelte der Ausschluss vom Verlustausgleich auch für das Daytrading.

Ob bei Privatpersonen ein Verlustausgleich mit anderweitigen Kapitaleinkünften zulässig ist, hatte der BFH nicht zu entscheiden.

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