Keine Umsatzsteuer auf Preisgelder von Pokerspielen

26.10.2017, 10:09 | Wirtschaft & Steuern | Jetzt kommentieren


Keine Umsatzsteuer auf Preisgelder von Pokerspielen
München (jur). Pokerspieler müssen auf ihre Gewinne und Preisgelder keine Umsatzsteuer abführen. Auch hauptberufliche Spieler bleiben umsatzsteuerfrei, wie der Bundesfinanzhof (BFH) in München in einem am Mittwoch, 25. Oktober 2017, veröffentlichten Urteil entschied (Az.: XI R 37/14).

Er gab damit einem Spieler aus Westfalen recht, der seine Leidenschaft zum Beruf gemacht hatte. Ab August 2005 hatte er mit seinem Arbeitgeber zunächst eine anderthalbjährige Auszeit vereinbart. Diese nutzte er für die Teilnahme an Pokerturnieren und anderweitiges Pokerspiel um Geld – im Internet oder bei sogenannten Cash-Games am Tisch. Dabei war er offenbar derart erfolgreich, dass er Anfang 2007 seine abhängige Beschäftigung endgültig an den Nagel hängte.

Auch das Finanzamt wollte an dem Spielerfolg teilhaben und verlangte Umsatzsteuer. Dem war das Finanzgericht Münster zunächst noch gefolgt.

Der BFH hob dieses Urteil nun auf und gab dem Spieler recht. Die Umsatzsteuer setze eine „Leistung gegen Entgelt“ voraus. Eine solche könne vorliegen, wenn ein Pokerspieler schon für seine Teilnahme an einem Turnier ein Antrittsgeld erhält.

Preisgelder und Spielgewinne nicht umsatzsteuerpflichtig


Die hier streitigen Preisgelder und Spielgewinne dagegen würden „nicht für die Teilnahme am Turnier, sondern für die Erzielung eines bestimmten Wettbewerbsergebnisses gezahlt“. Der Zusammenhang zu der „Leistung“ der Teilnahme reiche hier nicht aus, befanden die Münchener Richter in ihrem jetzt schriftlich veröffentlichten Urteil vom 30. August 2017.

Ganz leer geht der Fiskus allerdings dennoch nicht aus. Denn bereits 2015 hatte der BFH entschieden, dass Gewinne aus Pokerspielen der Einkommensteuer unterliegen, wenn ein Spieler regelmäßig und „mit nachhaltiger Gewinnerzielungsabsicht“ an Turnieren teilnimmt (Urteil vom 16. September 2015, Az.: X R 43/12).


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