VG-GELSENKIRCHEN – Aktenzeichen: 9 K 51/10

Urteil vom 18.01.2011


Leitsatz:1. Der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gebietet es, auch bei einer Ist-Ausweisung von derselben

abzusehen und alle Aspekte des jeweiligen Einzelfalles im Wege einer Ermessensentscheidung als dem dritten vom

Gesetzgeber vorgesehenen Entscheidungsmodus vorzunehmen, wenn die durch Art. 6, Art. 2 Abs. 1 GG und Art. 8 EMRK

geschützten Belange des Ausländers betroffen sind.

2. Die von Art. 8 EMRK geschützten Belange sind bei der Ausweisung eines Ausländers regelmäßig betroffen, der der

sog. zweiten Generation angehört, d.h. entweder bereits im Bundesgebiet geboren oder als Kleinkind in das Bundesgebiet

eingereist ist und sich seitdem rechtmäßig im Inland aufhält.

3. Die Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen zu § 81 Abs. 4 AufenthG, nach der

die Fortbestandsfiktion unter bestimmten Voraussetzungen auch dann eintreten kann, wenn ein Antrag auf Verlängerung des

Aufenthaltstitels erst nach Ablauf der Geltungsdauer des Titels und damit verspätet gestellt wird, ist auf § 69 Abs. 3

Satz 1 Nr. 2 AuslG wegen des abweichenden Wortlauts der Vorschrift nicht übertragbar.
Rechtsgebiete:AufenthG, JGG, VwGO
Vorschriften: § 2 AufenthG, § 3 AufenthG, § 5 AufenthG, § 7 AufenthG, § 11 AufenthG, § 25 AufenthG, § 34 AufenthG, § 35 AufenthG, § 53 AufenthG, § 54 AufenthG, § 55 AufenthG, § 56 AufenthG, § 59 AufenthG, § 60 AufenthG, § 69 AufenthG, § 81 AufenthG, § 17 JGG, § 113 VwGO, § 155 VwGO, § 167 VwGO

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