OLG-KARLSRUHE – Aktenzeichen: 9 U 129/11

Urteil vom 24.01.2013


Leitsatz:1. Eine im Öffentlichkeitsregister des Fürstentums Liechtenstein gelöschte Aktiengesellschaft bleibt nach liechtensteinischem Recht parteifähig, wenn sie vermögenswerte Ansprüche geltend macht.

2. Die gelöschte Aktiengesellschaft benötigt im Prozess allerdings als gesetzlichen Vertreter nach liechtensteinischem Recht einen Beistand, der vom zuständigen Gericht im Fürstentum Liechtenstein zu bestellen ist.

3. Die Gesellschafter einer GmbH sind im Konkursverfahren über das Vermögen der Gesellschaft in der Regel keine Beteiligten im Sinne von § 82 KO (entspricht § 60 Abs. 1 InsO).

4. Die Aufsicht des Konkursgerichts über den Konkursverwalter gemäß § 83 KO (entspricht § 58 Abs. 1 Satz 1 InsO) begründet in der Regel keine Amtspflichten des Gerichts gegenüber Dritten, die nicht Beteiligte im Sinne von § 82 KO sind.
Rechtsgebiete:BGB, InsO, ZPO
Vorschriften: § 826 BGB, § 839 BGB, § 8 InsO, § 13 InsO, § 58 InsO, § 60 InsO, § 61 InsO, § 82 InsO, § 83 InsO, § 201 InsO, § 10 ZPO, § 50 ZPO, § 51 ZPO, § 52 ZPO, § 56 ZPO, § 97 ZPO, § 543 ZPO, § 708 ZPO, § 711 ZPO

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