Positivstaater – Urteile kostenlos online finden

Entscheidungen und Beschlüsse der Gerichte zum Schlagwort „Positivstaater“.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 11 S 2676/93 vom 18.01.1994

1. Erstrebt ein sog Positivstaater bereits bei seiner Einreise den dauernden Familiennachzug zu seinem im Bundesgebiet lebenden Ehegatten, kann er die hierfür erforderliche Aufenthaltserlaubnis nur bei Vorliegen der Voraussetzungen des § 9 Abs 2 DVAuslG (AuslGDV) nach der Einreise einholen.

2. Bei der Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis nach § 18 Abs 3 S 2 AuslG (AuslG 1990) kann auch vom Erfordernis der unbefristeten Aufenthaltserlaubnis oder Aufenthaltsberechtigung des im Bundesgebiet lebenden Ehegatten abgesehen werden.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 1 S 1540/95 vom 04.11.1996

1. Reist ein Positivstaater ohne Visum ins Bundesgebiet ein und beantragt nach Ablauf von drei Monaten eine Aufenthaltserlaubnis für einen Daueraufenthalt, so steht deren Erteilung der besondere Versagungsgrund des § 8 Abs 1 Nr 1 AuslG (AuslG 1990) entgegen, es sei denn, der Ausländer ist berechtigt, die Aufenthaltserlaubnis nach der Einreise einzuholen. Darauf, ob er bereits im Zeitpunkt der Einreise einen Daueraufenthalt beabsichtigte, kommt es nicht an (Ergänzung zu Urteil des Senats vom 21.3.1994 - 1 S 2519/93 -, DVBl 1994, 943; wie VGH Bad-Württ, Urt v 12.12.1995 - 13 S 3327/94 -, EzAR 011, Nr 8).

VG-DARMSTADT – Beschluss, 5 L 557/09.DA (2) vom 23.10.2009

1. Ein drittstaatsangehöriger Ehegatte eines deutschen Staatsangehörigen kann sich nicht auf Freizügigkeit berufen, wenn die Eheschließung in Dänemark erfolgte.

2. Ein Freizügigkeit vermittelnder, grenzüberschreitender Sachverhalt setzt voraus, dass der Unionsbürger mit einer gewissen Nachhaltigkeit von der Freizügigkeit Gebrauch gemacht haben muss.

OVG-NORDRHEIN-WESTFALEN – Beschluss, 18 B 2184/06 vom 06.07.2007

§ 51 Abs. 1 Nr. 7 AufenthG ist auf die Fortbestandsfiktion des § 81 Abs. 4 AufenthG entsprechend anzuwenden.

VG-STUTTGART – Urteil, 18 K 3734/03 vom 15.12.2004

§ 31 Abs. 2 Satz 1 AuslG verstößt weder gegen Art. 3 Abs. 1, Abs. 2 GG noch gegen Art. 6 GG.

NIEDERSAECHSISCHES-OVG – Beschluss, 11 LA 67/04 vom 03.06.2004

Der zu geschäftlichen Zwecken vorgenommene Ankauf von Kraftfahrzeugen in Deutschland mit dem Ziel, sie komplett oder in Einzelteilen zerlegt ins Ausland zu transportieren und dort gewinnbringend zu veräußern, stellt eine Erwerbstätigkeit iSd § 12 Abs. 1 DVAuslG dar.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 11 S 1387/99 vom 19.04.2000

Die als selbständige Erwerbstätigkeit ausgeübte Prostitution wird von der Niederlassungsfreiheit bzw der Dienstleistungsfreiheit des Europäischen Gemeinschaftsrechts erfasst.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 11 S 655/99 vom 08.06.1999

Die Regelung des § 9 Abs 1 iVm Abs 6 S 1 DVAuslG (AuslG1990DV), wonach die darin genannten Ausländer von der Visumspflicht befreit sind und eine erforderliche Aufenthaltsgenehmigung innerhalb von drei Monaten nach der Einreise zu beantragen ist, gilt ohne Rücksicht auf Zweck oder Dauer des beabsichtigten Aufenthalts. Sie hebt, soweit es Staatsangehörige von EU-Mitgliedstaaten betrifft, nicht darauf ab, ob diese auf der Grundlage des Europäischen Gemeinschaftsrechts Freizügigkeit genießen.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 13 S 3327/94 vom 12.12.1995

1. Ein Ausländer ist im Sinne von § 8 Abs 1 Nr 1 AuslG (AuslG 1990) "ohne erforderliches Visum eingereist", wenn er ohne Visum eingereist ist und erstmals eine erforderliche Aufenthaltsgenehmigung beantragt, die er nicht nach § 3 Abs 3 S 2 AuslG (AuslG 1990) iVm § 9 DVAuslG (AuslGDV) nach der Einreise einholen darf. Das gilt auch, wenn er aufgrund einer Befreiung vom Erfordernis der Aufenthaltsgenehmigung erlaubt eingereist ist.

2. Ein Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung nach dem Ausländergesetz im Sinne von § 9 Abs 1 Nr 1 AuslG (AuslG 1990) setzt voraus, daß das Gesetz die Behörde unmittelbar verpflichtet, bei Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen eine Aufenthaltsgenehmigung zu erteilen; ein Anspruch aufgrund einer "Ermessensreduzierung auf Null" genügt nicht.

3. Über die allgemeine Ausnahmeregelung des § 9 Abs 1 Nr 1 AuslG (AuslG 1990) hinaus ist die Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung abweichend von § 8 Abs 1 Nr 1 AuslG (AuslG 1990) nur in den im Ausländergesetz speziell geregelten Ausnahmefällen möglich.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 11 S 2986/94 vom 23.11.1995

1. Der Ablauf einer Frist, die von der Ausländerbehörde in einer Bescheinigung über die Beantragung einer Aufenthaltsgenehmigung gesetzt wurde, kann nicht zur Beendigung der gesetzlichen Fiktion des erlaubten Aufenthalts nach § 69 Abs 3 AuslG (AuslG 1990) führen.

2. Die Voraussetzung für die Befreiung vom Erfordernis der Aufenthaltsgenehmigung nach § 1 Abs 1 Nr 2 DVAuslG (AuslGDV), daß der Ausländer keine Erwerbstätigkeit aufnimmt, ist ausschließlich nach objektiven Kriterien zu beurteilen. Auf eine (subjektive) Absicht des Ausländers kommt es nicht an.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 11 S 425/95 vom 04.04.1995

1. Auch bei kurz aufeinanderfolgenden Kurzaufenthalten nach § 1 Abs 1 DVAuslG (AuslGDV) handelt es sich um jeweils aufenthaltsrechtlich selbständig zu beurteilende Aufenthalte, die auch in einer zeitlich zusammenhängenden Folge keine über die gesetzlichen Regelungen hinausgehenden zusätzlichen Pflichten oder Rechte begründen. Insbesondere entsteht durch eine Aneinanderreihung solcher Kurzaufenthalte keine Aufenthaltsgenehmigungspflicht nach § 3 Abs 1 S 1 AuslG (AuslG 1990).

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 11 S 2990/94 vom 07.12.1994

1. Zur Ausweisung eines polnischen Staatsangehörigen, der ohne Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis für ein italienisches Unternehmen im Bundesgebiet erwerbstätig war.

2. Jeder ausländische Arbeitnehmer, der ordnungsgemäß und dauerhaft bei einem in einem Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaft ansässigen Unternehmen beschäftigt ist, das durch den Einsatz dieses Beschäftigten in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaft sein Recht auf freien Dienstleistungsverkehr ausübt, nimmt in diesem Rahmen gegenüber anderen Ausländern in diesem Staat eine aufenthalts- und arbeitserlaubnisrechtliche Sonderstellung ein. Dies gilt insbesondere für Arbeitnehmer, die nicht Unionsbürger sind.

3. Auch bei der Ausweisung eines solchen (Drittstaats-)Arbeitnehmers ist diese besondere Rechtsposition zu berücksichtigen. Wird die Ausweisung auf Verstöße gegen aufenthalts- und arbeitserlaubnisrechtliche Bestimmungen gestützt, so bedarf es sowohl besonderer Feststellungen hinsichtlich der dadurch eingetretenen Rechtsgutverletzung als auch einer besonderen Abwägung im Hinblick auf die rechtlichen Folgen der Ausweisung.

4. Eine Abschiebungsandrohung erledigt sich durch die freiwillige Ausreise des Ausländers.

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Urteil, 1 S 2519/93 vom 21.03.1994

1. Hält sich ein ohne Visum eingereister kroatischer Bürgerkriegsflüchtling länger als drei Monate im Bundesgebiet auf und beantragt eine Aufenthaltsgenehmigung, so wird vermutet, daß er bereits bei der Einreise visumspflichtig war.

2. Liegt der besondere Versagungsgrund des § 8 Abs 1 Nr 1 AuslG (AuslG 1990) vor, so ist im verwaltungsgerichtlichen Verfahren auf Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung vor der Ausreise des Ausländers nicht zu prüfen, ob die Voraussetzungen eines Anspruchs auf Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung nach dem Ausländergesetz offensichtlich erfüllt sind (§ 9 Abs 1 Nr 1 AuslG (AuslG 1990)).

VGH-BADEN-WUERTTEMBERG – Beschluss, 11 S 2626/92 vom 08.12.1992

1. Für eine erlaubte Einreise ist es (nur) erforderlich, daß im Zeitpunkt der Einreise - soweit notwendig - die objektiv erforderliche Aufenthaltsgenehmigung für einen legalen Grenzübertritt vorliegt.

2. Knüpft die Befreiung vom Erfordernis der Aufenthaltsgenehmigung an eine zum Zeitpunkt der Einreise bestehende Aufenthaltsabsicht des Ausländers an, so ist die Einreise unerlaubt, wenn der Ausländer schon im Zeitpunkt seiner Einreise eine weitergehende Absicht hat.

3. Ist der Ausländer bereits kraft Gesetzes vollziehbar ausreisepflichtig, ist ein Antrag auf Gewährung vorläufigen gerichtlichen Rechtsschutzes gegen die Ablehnung eines Antrags auf Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung unzulässig.ben sind.

OVG-RHEINLAND-PFALZ – Urteil, 7 A 11437/06.OVG vom 19.04.2007

1. Die Ausschreibung zur Einreiseverweigerung in den so genannten Schengen-Raum setzt die Einhaltung der Ermächtigungsnorm nach Art. 96 Abs. 2 Schengener Durchführungsübereinkommen (SDÜ) voraus, mithin muss der Drittausländer eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit oder Ordnung oder die nationale Sicherheit des ausschreibenden Staates darstellen.

2. Die Zurückweisungsmöglichkeit nach nationalem Aufenthaltsrecht allein stellt einen solchen Grund des Schutzes der öffentlichen Sicherheit nicht dar.

3. Zur Ausschreibung zur Einreiseverweigerung für das ausländische Oberhaupt einer Religionsgemeinschaft (hier: Sun Myung Mun; Vereinigungskirche).


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