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Versicherungsbeiträge zurückfordern

Frage gestellt am: 12.06.2017 um 09:57:16 in der Kategorie: Vertragsrecht
Einsatz 49,00 € (inkl. 19% MwSt.)
Status Beantwortet

Im Jahr 2005 habe ich für ein Haus eine Verbundene Wohngebäudeversicherung abgeschlossen. Es ist zur ständigen Vermietung vorgesehen. Der Vertragsabschluss fand im Büro einer Versicherungsagentur statt. Ich wurde gefragt ob das Dach mit Ziegeln gedeckt ist ich antwortete mit Dachpappe darauf wurde mir gesagt alle Dachdeckungen ausser Ziegel gelten als weiche Dachung um Problem mit Versicherungsleistung im Schadenfall zu vermeiden. Im Jahr 2017 wies ein neuer Mieter darauf hin, dass dies nie richtig war denn harte/weiche Dachung sind Baustoffklassen und eine Dachdeckung mit besandeter Dachpappe ist harte Dachung. Das habe ich nachgeprüft die Darstellung ist zutreffend. Die Versicherung wurde angeschrieben mit der Forderung  Rückzahlung der überzahlten Beiträge für 12 Jahre jeweils ca. 250 Euro pro Jahr. Keine Antwort. Die Versicherung wurde zum Ablauf gekündigt. Nochmaliges Forderungsschreiben. Der Vorwurf mindestens der Falschberatung wurde nicht bestritten aber dargelegt mit der Annahme Kündigung und deren Wirksamwerden sei die Sache erledigt.

Dem "Versicherungsombudsmann" traue ich kein Tätigwerden zu der klingt wie ein Beamter. Also bleibt der Rechtsweg.

Wie ist vorzugehen besteht überhaupt Erfolgsaussicht Verjährung etc ?

Antwort zur Frage (12.06.2017 um 13:04:52)

Rechtsanwalt Olaf Haußmann
Anwaltskanzlei Haußmann
Tel: 06172 / 43842
Fax: 03212 / 818 28 37
Anschrift: Lindenstraße 64, 61352 Bad Homburg, Deutschland
Schwerpunkte: Allgemeines Recht, Arbeitsrecht, Gesellschaftsrecht, Gewerblicher Rechtsschutz, Inkasso/Forderungseinzug, Schadensersatz und Schmerzensgeld, Strafrecht, Vertragsrecht
AW: Versicherungsbeiträge zurückfordern

 

 

 

 

 

Sehr geehrter Herr Franke,

Ihre Anfrage beantworte ich aufgrund der mir überlassenen Informationen wie folgt:

In der Tat bestehen hier ihrerseits nach meiner Rechtsauffassung Rückforderungsansprüche aus Schadensersatzgesichtspunkten wegen Falschberatung.

 In der Tat bestehen hier ihrerseits nach meiner Rechtsauffassung Rückforderungsansprüche aus Schadensersatzgesichtspunkten wegen Falschberatung.

Dies vorausgesetzt dass die Einstufung von Dachpappe als harte Dachung tatsächlich zutrifft und diese fehlerhafte Einschätzung seitens der Versicherung eine Erhöhung um den von Ihnen genannten Betrag bezüglich des Versicherungsbeitrages mit sich gebracht hat.

 Zutrifft und diese fehlerhafte Einschätzung seitens der Versicherung eine Erhöhung um den von Ihnen genannten Betrag bezüglich des Versicherungsbeitrages mit sich gebracht hat.

 

Bei der Vertragsberatung hätte man sie darauf hinweisen müssen um welche Art von darum es sich tatsächlich handelt gegebenfalls hätte man es auch überprüfen müssen. 

 Wenn dies nicht erfolgt ist liegt denn so genanntes vorvertragliches Beratungsverschulden vor, welches Schadenersatz Ansprüche ihrerseits nach sich zieht. Die Höhe ist die Differenz zwischen dem eigentlich angefallenen Versicherungsbeitrag die sich offensichtlich an der Einstufung der Dach um orientiert zwischen dem für die gegebene darum tatsächlich  vorgesehenen Versicherungsbeitrag für eine harte darum. 

 Was hier ein Problem darstellen könnte ist die Verjährung. Die Regelverjährung beträgt drei Jahre ab Entstehung der Forderung. D.h. wenn eine Forderung beispielsweise im Jahre 2010 entsteht läuft die Verjährung über die Jahre 2011 2012 und 2013 so dass Ende 2013 die Forderung verjährt wäre.

  Die Regelverjährung beträgt drei Jahre ab Entstehung der Forderung. D.h. wenn eine Forderung beispielsweise im Jahre 2010 entsteht läuft die Verjährung über die Jahre 2011 2012 und 2013 so dass Ende 2013 die Forderung verjährt wäre.

 Einen Ausweg könnte man hier in einer Sonderregelung im BGB finden die sich auf Schadensersatz Ansprüche bezieht. 

 Danach beginnt die Verjährung erst zu laufen mit Kenntnis der den Schadenersatz begründenden Umstände und mit Kenntnis des Schädigers. Dieser Zeitpunkt liegt bei Ihnen in dem Zeitpunkt in dem sie von der falsch Einstufung der Dachung  in versicherungsrechtliche Hinsicht erfahren haben und Kenntnis von den im beratenden Versicherungsberater hatten. Somit wird das Ende der Verjährung nach hinten verlegt und in diesen Fällen ist die maximale Verjährungsfrist zehn  Jahre.  Vorliegend bestehen also gute Chancen sich ihre überzahlten Versicherungsbeiträge über einen Zeitraum von zehn Jahre rückwirkend zurück zu holen. Dies müsste aber im Einzelfall noch konkret überprüft werden wozu noch einige Angaben erforderlich wären.

Soweit meine Beantwortung ihrer gestellten Frage anhand der mir überlassenen Informationen. Für weitere Informationen können Sie sich gerne an mich wenden.

 Mit freundlichen Grüßen 

 Haussmann 

 

 

 

 

 

 

 




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