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Ueberraschung nach dem Tod der Eltern Vermoegen schon lange auf den Bruder uebertragen

Frage gestellt am: 10.02.2018 um 21:11:24 in der Kategorie: Erbrecht
Einsatz 49,00 € (inkl. 19% MwSt.)
Status Bezahlt

Nach dem Tod meines Vaters erfuhr ich durch meine Schwaegerin!, dass mein Vater das Geschaeft und das elterliche Grundstueck vor deren Hochzeit auf meinen Bruder ubertragen hatte. Das ist inzwischen mehr als 20 Jahre her. Das wurde mir bis zum Tod verheimlicht. Ganz im Gegenteil wurde ich als Tochter von meinem Vater u. Bruder u. Schwaegerin aufgefordert, als Tochter einen Teil der Pflege zu uebernehmen, was ich soweit es ging getan habe. Zuletzt sollte ich meinen Vater ganz zu mir nehmen. Nun stehe ich mit leeren Haenden da, schlimmer noch, ich frage mich, wie meine Eltern mir das antuen konnten. Meine lange verstorbene Mutter haette das sicher nicht gewollt. Auch der Rest der Familie ist geschockt. Vor allem da meine Schwaegerin! nun die Haelfte der Beerdigungkosten von mir, oder wenn ich kein Geld habe von meinem Kind einfordert. Ich muss es rechtlich sogar zahlen. Gibt e s keine moralische Klausel, nach der mir ein Anteil am Vermoegen meiner Eltern zusteht?

Antwort zur Frage (10.02.2018 um 22:21:36)

Tel: 03036445774
Anschrift: Kaiserin-Augusta-Allee 102, 10553 Berlin, Deutschland
Schwerpunkte: Grundstücksrecht, Immobilienrecht, Internetrecht, IT-Recht, Mietrecht, Urheberrecht, Vertragsrecht, Wohnungseigentumsrecht
AW: Ueberraschung nach dem Tod der Eltern Vermoegen schon lange auf den Bruder uebertragen

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

Es gibt einen sogenannten Ergänzungsanspruch, durch den der Begünstigte einer Schenkung, also Ihr Bruder, dazu verpflichtet werden kann, dem Erben einen Teil der Schenkung auszuzahlen. Allerdings verjährt der nach zehn Jahren. Wenn Grundstück und Geschäft also vor mehr als zwanzig Jahren übereignet wurden, ist der Anspruch aufgrund der Verjährung untergegangen.

Andere Ansprüche, insbesondere aufgrund einer moralischen Abwägung, existieren leider nicht, da der Erblasser grundsätzlich frei darin ist, mit seinem Eigentum zu tun und zu lassen was er will.

Allerdings sollten Sie das Grundbuch einsehen, ob und wann das Grundstück wirklich übertragen wurden, und den Übereignungsvertrag des Geschäfts anfordern. Oft sind Aussagen der Verwandtschaft nicht sonderlich zuverlässig.

Wenn der Vater keinerlei Vermögen hinterließ, können Sie das Erbe übrigens ausschlagen. Dann muß der Bruder die Beerdigungskosten alleine tragen. Schlägt er aber auch das Erbe aus, kann die Gemeinde die von Ihnen beiden einfordern.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Folgende Rückfrage wurde gestellt (20.02.2018 um 12:39:03)

Sehr geehrter Herr Weber,

 

herzlichen DAnk fuer die Beantwortung meiner Frage zum Erbrecht, auch wenn es kein positives Ergebnis gab. Bruder und auslaendische Schwaegerin haben mich kurz nach dem Todesfall dazu gedraengt, das "Erbe" meines Vaters auszuschlagen, sie selber haben es auch getan.  Mich hat die Schwaegerin noch bevor ich die ganzen Hintergruende erfuhr, gebeten, die Beerdigung zu organisieren, Blumen, Pfarrer usw. zu bestellen, aus diesem Grund nehme ich heute an, dass sie sich sehr genau ueber die rechtlichen Gegebenheiten informiert hatte und mich als Mitschuldnerin sehen wollte, mich, trotz dem sie nun ein Millionenobjekt meiner Eltern besitzt, ich dagegen von einer schmalen EURente lebe, zur Zahlung zwingen wollte. Mein Bruder hatte auf meine Zahlung verzichtet, als ich in meinem Rahmen vor der Beerdigung gerne etwas dazugeben wollte.

 

Meine Frage ist nun, ob ich einen Erbschein fuer das wahrscheinlich ebensowenig vorhandene Erbe meiner 10 Jahre vor meinem Vater verstorbenen Mutter noch beantragen kann? Sie hatte einiges - notariell beglaubigt - in die Ehe mitgebracht (Schlafzimmereinrichtung, Silberbesteck). Beide Eltern haben das Geschaeft zusammen aufgebaut und dann spaeter das Grundstueck erworben. Ich war uebrigens selber seit meinem 14 Lebensjahr im Geschaeft taetig, bis ich mit 22 beschloss eine Ausbildung zu machen und auf eigene Kosten zu studieren. Ausbildung oder Aussteuer gab es fuer mich nicht.

Da ich emotional ziemlich angeschlagen bin, waere es mir wichtig, in irgendeiner Weise taetig werden zu koennen und nicht alles unwidersprochen hinzunehmen. Beim Grundstueck ist tatsaechlich mein Bruder eingetragen, fuer das Geschaeft werde ich mich noch erkundigen (obwohl auch hoffnungslos). Da hatte mir mein Vater zwei Monate vor seinem ueberraschenden Tod ungefragt eine jaehrliche Rente aus dem Geschaeft zugesichert, das wohl auch meinem Bruder ueberschrieben wurde.

Schoenen Dank nochmals fuer die Beantwortung der Rueckfrage.

Mit freundlichem Gruss

M.Gzabka

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Rückfrage wurde wie folgt beantwortet (22.02.2018 um 00:27:10)

Sehr geehrte Ratsuchende,

Sie können durchaus einen Erbschein beantragen, allerdings müssen Sie nachweisen, dass Sie Erbin der Mutter geworden sind. Wenn kein Testament der Mutter vorliegt, sind Sie zusammen mit dem Bruder und dem Vater Erbin geworden. Das bedeutet, dass Sie mit dem Bruder und dem Staat als Schlußerbe des Vaters eine Erbengemeinschaft bilden würden. Allerdings sollten Sie sehr genau prüfen, ob die Mutter ein Testament errichtete. Sehr oft errichten Ehepartner ein gemeinsames Testament, in dem sie sich gegenseitig als Erben einsetzen. In dem Fall können Sie keinen Erbschein beantragen.

Mit freundlichen Grüßen,
Robert Weber
Rechtsanwalt




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