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Schreckschussrevolver privat verkaufen

Frage gestellt am: 30.11.2017 um 14:25:36 in der Kategorie: Allgemeines Recht
Einsatz 49,00 € (inkl. 19% MwSt.)
Status Beantwortet
Was muss ich als privater Verkäufer rechtlich beachten? Träfe mich die Schuld, zum Beispiel wenn der Käufer Missbrauch treibt und die Waffe scharf macht?

Antwort zur Frage (30.11.2017 um 14:58:34)

Rechtsanwalt Dipl.-Jur. Tobias Mai
Rechtsanwaltskanzlei Mai
Tel: 030 959 99 353
Fax: 030 959 99 354
Anschrift: Kleiststraße 23-26, 10787 Berlin, Deutschland
Schwerpunkte: IT-Recht, Kaufrecht, Medienrecht, Urheberrecht, Vertragsrecht, Allgemeines Recht
AW: Schreckschussrevolver privat verkaufen

Sehr geehrter Fragesteller,

 

1.
bei einem Schreckschussrevolver, also einer Schusswaffennachbildung, die nicht zum Verschießen von Pojektilen, sondern ausschließlich zu Verschießen von Reizgas- und Kartuschenmunition bestimmt und geeignet ist, handelt es sich nicht um eine erlaubnispflichtige Schusswaffe nach dem Waffengesetz, sofern ein PTB-Prüfsiegel der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in den Schreckschussrevolver eingeprägt ist.

Einen solchen Schreckschussrevolver dürfen Sie dann privat an Personen verkaufen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben.

Ich empfehle, die Personalausweis- oder Passnummer zu notieren und eben das Alter zu kontrollieren.

 

2.
Zudem fragen Sie, welche weiteren Dinge rechtlich zu beachten sein könnten:

Sofern Sie den Schreckschussrevolver öffentlich zum Verkauf anbieten, sind Sie gem. § 35 Abs. 1 Nr. 2 WaffG verpflichtet, in Ihren Verkaufs- bzw. Anzeigentext folgende Formulierung mit aufzunehmen: „Abgabe nur an Personen mit vollendetem 18. Lebensjahr“.

Zudem sollten Sie wegen der Regelungen in § 35 WaffG darüber hinaus in Ihren Verkaufs- und Anzeigentext neben diesem Hinweis auch Ihren vollen Namen und Ihre volle Anschrift mit aufzunehmen.

Schließlich sollten Sie einen Ausdruck Ihres Verkaufs- und Anzeigetextes ausdrucken und zum Nachweis der oben stehenden und in Ihren Text aufgenommenen Hinweise mindestens ein Jahr lang aufbewahren.

 

3.
Wenn der Käufer Missbrauch betreibt und den Schreckschussrevolver beispielsweise „scharf macht“, trifft Sie daran keine Schuld, sofern sich Ihr Handeln insgesamt insoweit darauf beschränkte, den Schreckschussrevolver eben zu verkaufen.

 

Mit freundlichen Grüßen

T. Mai, Rechtsanwalt




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