Online-Rechtsberatung > Schornstein feucht / wer zahlt Sanierung, Trocknung usw.

Schornstein feucht / wer zahlt Sanierung, Trocknung usw.

Frage gestellt am: 12.09.2017 um 21:45:39 in der Kategorie: Wohnungseigentumsrecht
Einsatz 59,00 € (inkl. 19% MwSt.)
Status Bezahlt

Guten Tag, wir sind besitzer einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus. In unserer Wohnung im EG sind nun durch REgenwasser welches durch den SChornstein gekommen ist, die Wände feucht. Der schornstein im Sockelbereich ist bis ca. 1m höhe durchfeuchtet. Um den Schornstein ist eine Vorsatzschale, die feucht ist, Zur Trocknung müsste die Mieterin ausziehen, da die Wohnung sehr klein ist. Der Schornstein gehört zum Gemeinschaftseigentum, wer Zahlt die Sanierungskosten für die Wände, das Trocknen und den MIetausfall? Vielen Dank und viele Grüße

Antwort zur Frage (12.09.2017 um 22:56:35)

Tel: 03036445774
Anschrift: Kaiserin-Augusta-Allee 102, 10553 Berlin, Deutschland
Schwerpunkte: Grundstücksrecht, Immobilienrecht, Internetrecht, IT-Recht, Mietrecht, Urheberrecht, Vertragsrecht, Wohnungseigentumsrecht
AW: Schornstein feucht / wer zahlt Sanierung, Trocknung usw.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

Da es Gemeinschaftseigentum ist und der Schaden von keiner bestimmten Person verursacht wurde, ist die WEG dafür zuständig. Das bedeutet, dass die WEG die Sanierung beschließen, durchführen und bezahlen muß. Dazu gehören auch die Kosten für das Trocknen und den Mietausfall.
Ich empfehle daher, den Verwalter aufzufordern, einen entsprechenden Beschluß herbeizuführen und eine entsprechende Sanierung zu veranlassen.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Folgende Rückfrage wurde gestellt (13.09.2017 um 06:31:09)

Hallo Herr Weber, danke für die Antwort. Wie steht Ihre Antwort zu der Zusammenfassung in dem Artikel "Gemeinschaftseigentum verursacht Schaden am Sondereigentum – Wer trägt die Kosten?" auf der Internetseite "https://www.promeda.de/blog/gemeinschaftseigentum-verursacht-schaden-am-sondereigentum/"?. Dort steht geschrieben: Meistens beruhen vom Gemeinschaftseigentum verursachte Schäden am Sondereigentum nicht auf ein Verschulden der Wohnungseigentümergemeinschaft, sondern auf Umwelteinflüsse wie Abnutzung, Alterung oder nicht erkennbare Baumängel (sogenannte Zufallschäden). Der Sondereigentümer muss in diesem Fall seinen Schaden selber regulieren , da es keinen verschuldensunabhängigen Ersatzanspruch für Schäden am Sondereigentum durch Mängel am Gemeinschaftseigentum gibt, auch nicht aus der verschuldensunabhängigen Haftung im Nachbarrecht (Bundesgerichtshof, Urteil vom 21.05.2010, Az.: VR 10/10).

In unserem Fall handelt es sich um Regenwasser welches durch einen nicht abgedeckten Schornstein eindringt. In der Schornstein befindet sich ein Edelstahlrohr, so dass das Regenwasser bis nach unen läuft.

Können Sie bitte noch einmal schauen, wie der im Artikel beschriebene Fall passt?

Vielen Dank und viele Grüße

 

Die Rückfrage wurde wie folgt beantwortet (13.09.2017 um 14:59:27)

Sehr geehrter Ratsuchender,

danke für die Rückfrage und den Link.

Sie müssen zwischen Ihren Schäden aufgrund der Feuchtigkeit und Ihren Schäden aufgrund der Reparatur des Gemeinschaftseigentums unterscheiden.

Ich habe Ihren Sachverhalt so verstanden, dass das Wasser aufgrund eines Schadens/Fehlers in dem Schornstein in Ihre Wohnung eindringt. Diesen Schaden/Fehler muß die WEG auf WEG-Kosten reparieren, und dabei alle Schäden ersetzen, die Ihnen aufgrund der Reparatur des Schadens/Fehlers im Schornstein entstehen. Dazu gehören auch die Wände Ihres Sondereigentums, die aufgrund der Reparatur beeinträchtigt werden, sowie der Mietausfall aufgrund der Reparaturmaßnahmen.

Wenn Ihr Sondereigentum durch die Feuchtigkeit alleine beschädigt wird, müssen Sie bzw. Ihre Versicherung für diese Schäden aufkommen. Dazu gehören auch Mietausfälle aufgrund der Feuchtigkeit alleine bzw. Trocknungsmaßnahmen.

Wenn also z.B. die Wand aufgerissen wird, um den Schornstein zu reparieren, und dadurch auch Mietausfälle entstehen, muß die WEG dafür aufkommen. Wenn aber z.B. die Wand "nur" feucht ist und nicht von den Reparaturmaßnahmen beeinträchtigt wird, trifft dieser Schaden Sie alleine. Wenn hingegen eine feuchte Wand für die Schornsteinreparatur aufgerissen werden muß, trifft der entsprechende Schaden die WEG. Die Abgrenzung kann da manchmal sehr schwierig werde, ich empfehle eine möglichst genaue Dokumentation.

Wenn die WEG bereits länger über den "auslaufenden" Schornstein informiert ist, und nichts dagegen unternahm, haftet die WEG hingegen auch für die alleinigen Feuchtigkeitsschäden.

Mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt




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