Online-Rechtsberatung > Schenkungssteuer bei Nießbrauch

Schenkungssteuer bei Nießbrauch

Frage gestellt am: 09.05.2017 um 10:32:57 in der Kategorie: Steuerrecht
Einsatz 39,00 € (inkl. 19% MwSt.)
Status Beendet

Meinem Enkel mochte ich ein Haus schenken, wobei ich mir und meinem Sohn einen lebenslangen Nießbrauch einräume. Durch die Nießbrauchrechte und den Schenkungsfreibetrag reduziert sich der Wert der Schenkung so weit, dass aktuell bei der Schenkung an meinen Enkel keine Schenkungssteuer anfällt.
 
Wie wird der Nießbrauch zugunsten meines Sohnes behandelt? Liegt hier aktuell eine Schenkung von mir an meinen Sohn vor, oder dann eine Schenkung meines Enkels an seinen Vater, wenn dieser in den Genuss des Nießbrauchs kommt? Fällt hier Schenkungsteuer, eventuell Grunderwerbssteuer an? 

Antwort zur Frage (09.05.2017 um 12:58:21)

Rechtsanwalt Marcus Schröter
Rechtsanwaltskanzlei Schröter
Tel: 069/209737530
Fax: 069/209737539
Anschrift: Pestalozzistraße 15 A, 61231 Bad Nauheim, Deutschland
Schwerpunkte: Allgemeines Recht, Bankrecht / Kapitalmarktrecht, Gesellschaftsrecht, Grundstücksrecht, Immobilienrecht, Insolvenzrecht, Vertragsrecht, Wirtschaftsrecht
AW: Schenkungssteuer bei Nießbrauch

Sehr geehrter Ratsuchender,

 

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben nachfolgend beantworte:

 

1. Zunächst liegt eine Schenkung an Ihren Enkel vor, für die auch eine Schenkungssteuererklärung abzugeben ist.

 

Grunderwerbsteuer fällt hier nicht an, da der Übertragungsvorgang nach § 3 Nr. 6 GrEStG von der Besteuerung befreit ist.

 

2. Die Bewilligung eines Nießbrauchsrechtes stellt ebenfalls einen schenkungsteuerlichen Vorgang dar. Vereinfacht wird die Berechnungsgrundlage für die Schenkungsteuer aus der fiktiven Miete und der Lebenserwartung Ihres Sohnes ermittelt.

Aber auch hier ist der Freibetrag für eine schenkweise Übertragung anzuwenden, so dass ggfs. keine Schenkungssteuerzahllast anfällt.

Grunderwerbsteuer fällt auch hier nicht an.

 

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und einen hilfreichen Überblick verschaffen.

 

Mit besten Grüßen

 

Marcus Schröter

Rechtsanwalt

Folgende Rückfrage wurde gestellt (09.05.2017 um 13:39:01)

Sehr geehrter Herr Schröter,

vielen Dank für Ihre Antwort. Nicht klar ist mir allerdings, wann und von wem die Schenkung an meinen Sohn tatsächlich erfolgt.

Da mein Sohn in den Genuss des Nießbrauchs erst nach meinem Tod kommt und nicht sicher ist, ob er zu diesem Zeitpunkt noch lebt, würde die Schenkung zum Anfall von Schenkungssteuer führen, ohne dass mein Sohn tatsächlich in den Genuss des Nießbrauchs und damit der Schenkung kommt.

Anders wäre es, wenn die Schenkung erst mit meinem Tod wirksam wird, dann allerdings ist mein Enkel Eigentümer des Hauses und er würde (theoretisch) die Nießbrauch-Schenkung vollziehen.

Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir zu diesem Punkt noch etwas mitteilen könnten.

Beste Grüße

Albert Fichtner

 

 

 

 

 

Die Rückfrage wurde wie folgt beantwortet (09.05.2017 um 13:54:05)

Vielen Dank für die Rückmeldung.

 

Ich hatte Ihre Ausführungen in der Tat nicht korrekt verstanden. Ich ging davon aus, dass Ihnen und Ihr Sohn schon jetzt ein Nießbrauchsrecht eingetragen wird. Wenn die Übertragung des Nießbrauches an Ihren Sohn erst mit dem Erbfalle erfolgen soll, liegt im Hinblick auf Ihren Sohn kein schenkungssteuierlicher Tatbestand vor.

Da es sich hier um eine Schenkung von Todeswegen oder eine testamentarische Verfügung handelt, liegt ein schenkungs- oder erbrechtlicher Steuertatbestand erst im Erbfalle vor.

 

D.h. eine Prüfung der Steuer und Abgabe einer Steuererklärung ist erst mit dem Erbfall erforderlich.

 

Ich hoffe dies beantwortet Ihre Nachfrage.

 

Mit besten Grüßen

 

Marcus Schröter

Rechtsanwalt

 

Der Fragesteller hat Rechtsanwalt Marcus Schröter wie folgt bewertet

Honorar/Leistung Erreichbarkeit?
Verständlichkeit? Freundlichkeit?
Der Fragesteller empfiehlt Rechtsanwalt Marcus Schröter weiter.

Frage und Nachfrage wurden schnell und umfassend beantwortet. 




Fragen Sie einen Anwalt!
Anwälte sind gerade online.
Schnelle Antwort auf Ihre Rechtsfrage.