Online-Rechtsberatung > Rohrbegleitheizung / Wartungsvertrag

Rohrbegleitheizung / Wartungsvertrag

Frage gestellt am: 11.08.2017 um 15:05:47 in der Kategorie: Baurecht / Architektenrecht
Einsatz 49,00 € (inkl. 19% MwSt.)
Status Bezahlt

In meiner Neubauwohnung wurde auf der Dachterrasse ein Außenwasserhahn installiert, der aus Frostschutzgründen mit einer elektrisch betriebenen, sogenannten Rohrbegleitheizung aus Schutz vor Frost gebaut wurde.

Erst Tage nach der Wohnungsübergabe erfuhr ich von den technischen Einzelheiten dieser Rohrbegleitheizung und von der Notwendigkeit, einen Wartungsvertrag abzuschließen. Eigenes Handeln an dieser Anlage ist nicht zulässig. Die Einbaufirma würde sonst keine Gewährleistung geben. Irgendwelche Schäden gingen zu meinen Lasten. Dies gelte auch bei Schäden durch schlechte, oder keiner Wartung.

Ich persönlich hätte so eine Konstruktion in jedem Falle vermieden, versucht, während der Bauphase abzuwenden.

 

Ist es zulässig, erst nach dem Wohnungskauf, bzw. sehr viel später über so eine Abhängigkeit der zukünftigen Nutzung der Wohnung informiert zu werden?

Antwort zur Frage (11.08.2017 um 21:35:03)

Rechtsanwalt Marcus Schröter
Rechtsanwaltskanzlei Schröter
Tel: 069/209737530
Fax: 069/209737539
Anschrift: Pestalozzistraße 15 A, 61231 Bad Nauheim, Deutschland
Schwerpunkte: Allgemeines Recht, Bankrecht / Kapitalmarktrecht, Gesellschaftsrecht, Grundstücksrecht, Immobilienrecht, Insolvenzrecht, Vertragsrecht, Wirtschaftsrecht
AW: Rohrbegleitheizung / Wartungsvertrag

Sehr geehrter Ratsuchender,

 

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben nachfolgend beantworte:

 

1. Maßgebend für die Bauausführung sind der Kaufvertrag, die Baubeschreibung und die Pläne.

 

2. Wenn keines der vorgenannten Dokumente einen entsprechenden Hinweis auf die Rohrbegleitheizung und den erforderlichen Wartungsvertrag enthält, haben Sie Anspruch darauf, dass die Zapfstelle entsprechend der Baubeschreibung /Plänen ausgestaltet wird.

 

3. Je nach den Vorgaben in den Dokumenten können Sie daher eine Rückbau und damit die Herstellung des vertraglich vereinbarten Zustandes verlangen.


Alternativ wäre auch eine Minderung oder Schadensersatz denkbar. Die Minderung/ der Schadensersatz wäre hier die abgezinste Belastung aus dem Wartungsvertrag.

 

4. Prüfen Sie daher die Vertragsunterlagen, ob eine Rohrbegleitheizung Vertragsgegenstand war oder nicht. War die Rohrbegleitheizung nicht Vertragsgegenstand haben Sie die angeführten Ansprüche.

 

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und Ihnen einen hilfreichen Überblick verschaffen.

Mit besten Grüßen

 

Marcus Schröter

Rechtsanwalt

Folgende Rückfrage wurde gestellt (14.08.2017 um 19:10:46)

Sehr geehrter Herr Schröter,

 

vielen Dank für ihre gut formulierte Aussage, die mir auf jeden Fall einen guten Überblick verschaffen konnte. Einige konkrete Nachfragen hätte ich aber gerade deswegen noch:

Hintergrund: der Wasseranschluss wurde in der Baubeschreibung grundsätzlich mit drei Worten erwähnt, aber ohne diese Details.

 

Ich hatte jetzt so verstanden, dass grundsätzlich

bei geplanter und beschriebener Installation eines Wasseranschlusses, aber dies mit der speziellen Ausführung durch eine Rohrbegleitheizung mit dem zwingend dafür notwendigen Abschluss eines Wartungsvertrags, dies immer hätte im Kaufvertrag oder/und Baubeschreibung auch erwähnt sein müssen.

Es ist nicht so, dass solche Ausführungsdetails einfach verschwiegen werden dürfen, und ich verpflichtet bin, mit diesem Ergebnis zu leben, richtig?

 

 

Sie schrieben: „Schadensersatz wäre hier die abgezinste Belastung aus dem Wartungsvertrag“.

  • Abgezinste Belastung = Gegenwartswert der zukünftigen Belastung?

 

Gehöre zum zukünftigen Schaden außer dem lebenslangen Wartungsvertrag auch

  • die höhere Stromrechnung?
  • eventuelle Kosten beim Austausch des Außentemperaturfühlers und der Rohrbegleitheizung (beides irgendwo hinter der äußeren Isolierverkleidung verbaut), wenn diese Geräte ihre Lebenszeit erreicht haben?
  • Der zukünftige Schaden wäre in meinen Augen solange die Wohnung existiert. Welches Alter würde man hier ansetzen?

 

Viele Grüße,

 

Guido Reimann

Die Rückfrage wurde wie folgt beantwortet (15.08.2017 um 18:47:01)

Sehr geehrter Ratsuchender,

 

vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

 

1. Durch die Belastung mit einem Wartungsvertrag muss aus meiner Sicht eine entsprechende Ausführungen zwingend aufgeführt werden, da sich hieraus weitergehende Verpflichtungen wie die Kosten aus dem Wartungsvertrag sowie die Stromkosten ergeben.

 

2. Als Dauer für den künftigen Schadensersatzanspruch würde ich die Abschreibungsdauer von 50 Jahren zugrunde legen. Die Stromkosten sowie der Austausch etwaiger Verschleißteile sind ebenfalls zu berücksichtigen.

 

3. Alternativ kann der Verkäufer die Zapfstelle entsprechend zurückbauen oder sie einigen sich auf einen einmaligen Minderungsbetrag, den der Verkäufer zu zahlen hat.

 

Mit besten Grüßen

 

Marcus Schröter

Rechtsanwalt

 




Fragen Sie einen Anwalt!
Anwälte sind gerade online.
Schnelle Antwort auf Ihre Rechtsfrage.

  

Login

Login:
Passwort:

3 Schritte bis zur Antwort

1. Frage einstellen
2. Preis bestimmen
3. Anwälte antworten

Hilfe / FAQ - Übersicht

Hier finden Sie Hilfestellungen zur Online-Rechtsberatung:

Sichere & konforme Bezahlung

Sie sind Rechtsanwalt?

Bezahlmöglichkeiten

Rechtsanwalts-Verzeichnis

Rechtsanwälte

Online Rechtsberatung (Archiv)

Preisliste

Unsere Preisliste finden Sie hier.
 
 
Alle Preise inklusive gesetzlicher Umsatzsteuer.