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Pflichtteilergänzungsanspruch

Frage gestellt am: 02.03.2018 um 11:45:18 in der Kategorie: Erbrecht
Einsatz 59,00 € (inkl. 19% MwSt.)
Status Beantwortet

Haus in 2009 von Mutter überschrieben bekommen. Mutter 2016 verstorben. Pflichtteilergänzungsanspruch an Geschwister ausgezahlt und Abschluss mit notariellem Nachlassverzeichnis im September 2017 gegnerischem Anwalt übergeben. Seit her keine Antwort von Gegenpartei. Ist die Sache damit für mich erledigt? Gibt es eine Frist? Ich will das Haus jetzt verkaufen. Kann die Gegenpartei dann nochmals Geld fordern, weil ich jetzt mehr erziele?

Antwort zur Frage (02.03.2018 um 12:10:27)

Tel: 02289088832
Anschrift: Kapitelshof 36, 53229 Bonn, Deutschland
Schwerpunkte: Allgemeines Recht, Arbeitsrecht, Internetrecht, Kaufrecht, Mietrecht, Strafrecht, Urheberrecht, Vertragsrecht
AW: Pflichtteilergänzungsanspruch

Sehr geehrte Fragestellerin,

mit Auszahlung des Pflichteilergänzungsanspruch nach § 2325 BGB an Ihre Geschwister ist die Forderung beglichen. Nachforderungen können dann nur noch gestellt werden, wenn Tatsachen bekannt werden, die Sie den Geschwistern arglistig verschwiegen haben. Dies wäre z.B. der Fall, wenn Sie neben dem Haus noch etwas anderes überschrieben bekommen hätten oder sich im Haus Wertgegenstände befunden haben, die im Nachlassverzeichnis nicht angegeben oder absichtlich unter Wert angegeben (z.B. durch Falschangaben hinsichtlich von wertbildenen Faktoren) worden sind.

Der Verkaufspreis ist nicht maßgeblich, denn es gilt: 

Bei Grundstücken wird für die Höhe des Pflichtteilergänzungsanspruches zwar zunächst auf den Verkehrswert zum Zeitpunkt des Erbfalles abgestellt. War der Wert des Grundstückes aber bei der Schenkung (Eintragung im Grundbuch) niedriger, so gilt nach dem sogenannten Niederstwertprinzip dieser Wert.

Viele Grüße
Alexander Dietrich
Rechtsanwalt




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