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Pauschalangebot, Pauschalrechnung

Frage gestellt am: 03.10.2017 um 16:10:02 in der Kategorie: Vertragsrecht
Einsatz 70,00 € (inkl. 19% MwSt.)
Status Beendet

Guten Tag,


Beispiel :
Handwerker A stellt Pauschalangebot für die Sanierungeiner Fachwerkwand inkl. Fundament Streifen.

Durch Bauamt und Auftraggeber wurde im Vorfeld abgesprochen, dass die Fachwerkwand nur von einem Zimmermann in Zusammenarbeit mit Statiker ( da Einsturz gefährdet) ausgeführt werden dürfen.

Handwerker A ist Straßenbauer.

Die Arbeiten sind nun vollendet und es wird eine Pauschale Rechnung geschrieben.
Inhalt: welches Material verbaut wurde, Entsorgung Auflistung.
Welche arbeiten ausgeführt wurden.

Handwerker A, beauftragt Zimmermann, der stellt Handwerker A Rechnung aus.

Die Positionen aus Zimmermann Rechnung übernimmt Handwerker A.
(welches Material usw. Verwendet wurde)
(ohne Preise).

Ebenfalls, übernimmt Handwerker A Positionen aus der ihm zugestellten Rechnung des Betonbaumeisters.

Handwerker A hat in seiner Rechnung keine Einzelpreise oder Std.löhne ausgewiesen.

Auch Handwerker A Leistungen wie, Baggerarbeiten, Handschachtung, Planum wurden mit Mengen Angaben aufgeführt.ohne Std/lohn

Da die Gesamtkosten etwas geringer ausgefallen sind, hat Handwerker A dem Kunden von der Pauschalsumme laut Angebot
10 Prozent abgezogen.

Nun erfährt der Kunde was der Zimmerman und Betonbaumeister gekostet haben.

Er will die Pauschale nicht mehr zahlen, da die einzelrechnungen wesentlich günstiger wären.

Er will jetzt lediglich eine Rechnung über (original) Zimmermann kosten, Betonbaumeister kosten
Identische Summe die Handwerker A bezahlt hat.

Und Handwerker A seine Maschinen Mietkosten wie Bagger usw.laut Preisliste ( auch Privatpersonen dürfen dort leihen).

Zudem stundennachweis über Handwerker A Arbeit.mit ausgewiesenen Std/Lohn

Darf er dieses jetzt auf einmal verlangen?

Handwerker A hatte ein Anzahlung nach Angebotsabgabe von 50 Prozent erhalten.

 

Antwort zur Frage (03.10.2017 um 18:16:37)

Rechtsanwalt Marcus Schröter
Rechtsanwaltskanzlei Schröter
Tel: 069/209737530
Fax: 069/209737539
Anschrift: Pestalozzistraße 15 A, 61231 Bad Nauheim, Deutschland
Schwerpunkte: Allgemeines Recht, Bankrecht / Kapitalmarktrecht, Gesellschaftsrecht, Grundstücksrecht, Immobilienrecht, Insolvenzrecht, Vertragsrecht, Wirtschaftsrecht
AW: Pauschalangebot, Pauschalrechnung

Sehr geehrter Ratsuchender,

 

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben nachfolgend beantworte:

 

1. Der Auftraggeber hat einen Anspruch auf Ausstellung einer Rechnung aus der sich die Arbeitskosten ermitteln lassen.

(BMF-Schreiben vom 10.1.2014, BStBl. 2014 I S. 75, Tz. 40). Hintergrund ist, dass der Auftraggeber grundsätzlich die Möglichkeit hat die Arbeitskosten steuerlich gelztend zu machen.

 

Nach einer Entscheidung des Amtsgericht Mülheim vom 30.7.2015, Az.: 12 C 1124/14 besteht ein Anspruch des Auftraggebers auf Ausstellung einer Rechnung mit gesondertem Ausweis des Lohnanteils. Nur durch eine entsprechende Rechnungen ist es möglich Handwerkerleistung nach § 35a Abs. 2 EStG steuermindernd absetzen.

Die Verpflichtung des Handwerkers folgt aus § 242 BGB.

 

Solange eine entsprechende Rechnung nicht ausgestellt ist, kann der Auftraggeber von seinem Zurückbehaltungsrecht  nach § 273 BGB Gebrauch machen und eine Zahlung des Restbetrages verweigern.

2. Die Vereinbarung eines Pauschalpreises zwischen dem Handwerker und dem Auftraggeber ist bindend. Umgekehr muss der Kunde nicht zingend mehr zahlen, wenn der Handwerker höherer Aufwendungen hatte. Soweit die Arbeiten wie in dem Angebot vereinbart erbracht wurden, sehe ich keine Grundlage, dass der Auftraggeber weniger zu zahlen hat. Ein Nachlass von 10 % ist großzügig, wäre aber nicht erforderlich gewesen, da der Auftraggeber an den geschlossenen Vertrag gebunden ist.

 

Etwas anderes gilt nur dann, wenn eine Leistung, die in dem Angebot umfasst war, weggefallen ist und dadurch die Kosten geringer ausgefallen sind.

 

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen.

 

Mit besten Grüßen

 

Marcus Schröter

Rechtsanwalt

 

Folgende Rückfrage wurde gestellt (03.10.2017 um 20:03:41)

Guten Tag, 

erst einmal vielen Dank, für die schnelle Antwort.

 

Handwerker A hat alles laut Angebot erfüllt.

 

Handwerker A, hatte mit wesentlich höheren Kosten für Zimmermann und Betonmeister gerechnet.(im Pauschalangebot nicht separat ausgewiesen)

Kann Handwerker A jetzt einfach seinen Stundensatz anpassen. Für 3 Tage ist dies erheblich! 

Angenommen es sind 4.000,00 Euro 

Oder sollte Handwerker A es auf die verbauten Artikel verteilen?

 

Nicht das es nachher heißt, dass ist Wucher und da gibt es ja auch Geseze.

Frage: unter welcher Position sollte Handwerke A die 4.000,00 Euro verbuchen oder 

Z.b. Betonkosten oder Holz kosten,für Baggerarbeiten oder lieber auf Stundenlohn.

 

Frage 2: muss ich die Stundenazahl in der Rechnung angeben oder reicht es 

 

Im Gesamtbetrag enthaltene Lohnkosten.... 

Mit freundlichem Gruß 

David. G

 

 

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