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Mieter ordnungsgemäß kündigen - richtiges Vorgehen

Frage gestellt am: 15.05.2018 um 09:42:14 in der Kategorie: Mietrecht
Einsatz 39,00 € (inkl. 19% MwSt.)
Status Bezahlt

Guten Tag, meine Mutter vermietet ein Haus im Raum Ludwigshafen mit 3 Wohnungen, jede ca. 60qm/ 500€ Warmmiete. In einer der Wohnungen wohnt eine Familie mit Kindern, die auch während den gesetzlichen Ruhezeiten sehr laut sind. Die betreffende Wohnung wird schlecht in Stand gehalten, die Familie befolgt nicht die vereinbarten Rhythmen zur Reinigung der Treppe und Mülltrennung. Nach einigen mündlichen Diskussinen hat meine Mutter im Juli 2017 den Mietern einen Brief geschrieben mit der Aufforderung sich an die betreffenden Regeln zu halten und innerhalb von 3 Monaten zu tapezieren. Das Tapezieren ist passiert, alle anderen Zustände sind wie zuvor. Vor allem wegen der Lärmbelästigung drohen nun die anderen Mieter mit Auszug und meine Mutter würde die störenden Mieter gerne kündigen. Das MIetverhältnis besteht seit Juni 2014. Nun meine Fragen: - Ist die beschriebene Situation ausreichend um eine außerordentliche Kündigung zu veranlassen? -Falls nicht, was müssten wir zusätzlich tun? Weitere Abmahnungen schreiben, Hausordnung aushängen etc? -Ich selbst wohne in Bremen, habe aber einen Arbeitsvertrag mit unserer Firmenzentrale 2km von dem besagten Haus. Wenn ich alle 4 Woche geschäftlich vor Ort bin und eine Nacht dort übernachte für ca. 6 Monate, reicht das als Begründung für eine Kündigung für Eigennutzung? Würden Sie uns dazu raten? -Kann eine reine ordentliche Kündigung im besagten Fall erfolgreich sein? Vielen Dank

Antwort zur Frage (15.05.2018 um 11:28:18)

Tel: 03036445774
Anschrift: Kaiserin-Augusta-Allee 102, 10553 Berlin, Deutschland
Schwerpunkte: Grundstücksrecht, Immobilienrecht, Internetrecht, IT-Recht, Mietrecht, Urheberrecht, Vertragsrecht, Wohnungseigentumsrecht
AW: Mieter ordnungsgemäß kündigen - richtiges Vorgehen

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

In der Tat ist eine fristlose Kündigung wegen Störung des Hausfriedens möglich. Allerdings muß die Mutter die Störung des Hausfriedens nachweisen, die Nachbarn und deren Kündigungsdrohungen wären dafür sehr wertvolle Beweismittel.

Eine Kündigung wegen Eigenbedarf hingegen wäre wackelig. Es gibt viele Gerichte, die Ihre gelegentliche Nutzung ausreichen lassen, während andere Gerichte das enger sehen. Ich würde daher - wenn die Beweise ausreichen - empfehlen, sich vorrangig auf die Kündigung wegen Störung des Hausfriedens zu konzentrieren.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Folgende Rückfrage wurde gestellt (15.05.2018 um 11:40:54)

Hallo Herr Weber,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Bezüglich Störung des Hausfriedens:

-sollen die anderen Bewohner idealerweise ein Prtotokoll über Störungen zu den Ruhezeiten führen und wie lange?

-reicht eine mündliche Aussage von den Mietern, oder sollen diese uns ein Schriftstück mit der 'Drohung' zur Kündigung übergeben?

-Hilft es, zusätzlich auch noch den runtergekommenen Zustand der WOhnung in der Kündigung zu benennen?

 

Vielen Dank, das wars :)

 

Die Rückfrage wurde wie folgt beantwortet (16.05.2018 um 22:08:40)

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ein Lärmprotokoll, in dem die Störungen minutiös verzeichnet ist, wäre sehr hilfreich. Je detaillierter diese ausfallen, desto besser ist das.

Ein Räumungsprozess wird vorwiegend schriftlich geführt, zudem können schriftliche Aussagen nicht so einfach abgeändert werden. Daher wäre ein Schreiben der Mieter sehr zu empfehlen.

Ja, der heruntergekommene Zustand sollte erwähnt werden. Je mehr Punkte zu Lasten der Mieter Sie anführen können, desto besser ist das.

Mit freundlichen Grüßen,
Robert Weber
Rechtsanwalt




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