JuraForum.de - Anwaltssuche mit Online-Rechtsberatung
Online-Rechtsberatung > Master Vendor zahlt nicht

Master Vendor zahlt nicht

Frage gestellt am: 10.07.2018 um 14:17:33 in der Kategorie: Arbeitsrecht
Einsatz 49,00 € (inkl. 19% MwSt.)
Status Beantwortet

Ein großes Unternehmen (GU) bedient sich für das Management seiner Leiharbeitern eines sogenannten Master Vendor (MV). MV leiht im Auftrag und Namen von GU Personal unter anderem von einem Co-Lieferanten (CL) aus. Der Inhalt des Vertrags zwischen GU und MV ist unbekannt. Zwischen GU und CL besteht in Arbeitnehmerüberlassungsvertrag. Zwischen MV und CL besteht ein Co-Lieferanten-Vertrag, in dem unter anderem vereinbart ist, dass MV unter Abzug seiner Provision den CL bezahlt, nachdem MV das Geld von GU erhalten hat. Muss GU doppelt zahlen, das zweite Mal direkt an CL, wenn MV das Geld nicht an CL weiterleitet? Oder bleibt CL auf seine Rechnungen sitzen, weil er diesem Verfahren zugestimmt hat.

Antwort zur Frage (10.07.2018 um 17:16:01)

Rechtsanwältin Simone Sperling
Anwaltskanzlei Simone Sperling
Tel: 0351 2699394
Fax: 0351 2699395
Anschrift: Enderstr. 59, 01277 Dresden, Deutschland
Schwerpunkte: Allgemeines Recht, Arbeitsrecht, Erbrecht, Familienrecht, Kündigungsschutzrecht, Ordnungswidrigkeiten, Scheidung, Verkehrsrecht
AW: Master Vendor zahlt nicht

 

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage darf ich wie folgt beantworten:

 

Wenn zwischen GU und CL ein Vertrag besteht und GU daraus verpflichtet ist, an CL zu zahlen, hat CL gegen GU einen Anspruch auf Zahlung gegen GU.

 

Sofern MV an CL zahlen soll und dies nicht vornimmt, dann hat GU nicht geleistet und es besteht weiterhin noch der Anspruch von CL gegen GU aus dem Vertrag. Es sei denn, CL hat in der Vereinbarung ausdrücklich erklärt, dass keine Ansprüche gegen GU gestellt werden oder MV hat mit berechtigten Forderungen aufgerechnet die MV gegen CL hat.

 

Ich schlage vor als weiteres Vorgehen vor, dass Sie GU zur Zahlung anmahnen sollten und auf den Vertrag verweisen und abwarten welche Einwendungen dem entgegen gebracht werden. Es müßte dann gegeben falls die Vereinbarung GU-MV-CL genau im Wortlaut geprüft werden, ob dadurch tatsächlich ein Verzicht erklärt wurde. Nach der Schilderung ist bisher nicht davon auszugehen, sondern lediglich von der Zustimmung zu den Zahlungsmodalitäten, aber kein Verzicht wenn MV sich daran nicht hält.

 

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. 






Mit vorzüglicher Hochachtung

 

Simone Sperling

---------------------------------------
Rechtsanwältin

Fachanwältin für Familien- und Erbrecht

Fachanwältin für Arbeitsrecht

Betriebswirt (HWK)

 




Fragen Sie einen Anwalt!
Anwälte sind gerade online.
Schnelle Antwort auf Ihre Rechtsfrage.