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Kunde wird während seiner Customer journey auf Website eines anderen Anbieters geführt - welche Informationspflichten zu

Frage gestellt am: 06.06.2018 um 17:00:37 in der Kategorie: Internetrecht
Einsatz 75,00 € (inkl. 19% MwSt.)
Status Beantwortet
Innerhalb eines Shops eines Markenartiklers soll ein Angebot unterbreitet werden, dass von einem Dritten erbracht wird (Leistungserbringung, Fakturierung, Kaufvertrag etc.). Der Kunde startet also seine Customer Journey auf der Website des Markenatiklers und wird - sofern er sich für das besagte Produkt interessiert - auf eine Website eines Dritten weitergeleitet. Einen eventuellen Kaufprozess wickelt der Kunde also auf der Website des "Dritten" ab - also eigene Datenschutzerklärung, Impressum, AGB etc. Der Markenartikler soll von allen Haftungsfragen, Verantwortlichkeiten freigestellt werden. Wie muss der Übergang von einer Website auf die andere für den Kunden gekennzeichnet werden, wie kann der Markenartikler von eventuellen Haftungen, Abmahnungen etc. freigestellt werden? Was ist ggf. ansonsten noch zu beachten?

Antwort zur Frage (06.06.2018 um 18:57:27)

Tel: 03036445774
Anschrift: Kaiserin-Augusta-Allee 102, 10553 Berlin, Deutschland
Schwerpunkte: Grundstücksrecht, Immobilienrecht, Internetrecht, IT-Recht, Mietrecht, Urheberrecht, Vertragsrecht, Wohnungseigentumsrecht
AW: Kunde wird während seiner Customer journey auf Website eines anderen Anbieters geführt - welche Informationspflichten zu

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

Entscheidend ist, dass der Kunde erkennen kann, dass und wann er auf der Webseite des Dritten landet. Hinweise in den AGB oder Ähnliches reichen nicht aus, es muß während des Besuchs der Webseite deutlich werden. Dazu empfiehlt sich ein Link auf die Webseite des Dritten, der deutlich mit "Weiter auf die Webseite von X" gekennzeichnet ist, wobei für X natürlich der Name des Dritten einzusetzen ist. Auch muß beim dem Kaufvorgang selbst stets sehr deutlich werden, mit wem der Kunde den Vertrag schließt, der Name des Dritten muß da also so prominent wie möglich verwendet werden.
Auch ist es natürlich hilfreich, wenn beide Webseiten unterschiedliche Layouts/Farbkombinationen/Designs verwenden, um den Wechsel von der Webseite des Markenartiklers zur Webseite des Dritten so deutlich wie möglich zu machen. Auch die URL im Browser muß sich ändern, sprich bei Vertragsschluß darf keinerlei Hinweis auf den Markenartikler mehr zu sehen sein.

Zusätzlich wäre es für den Markenartikler zu empfehlen, mit dem Dritten einen sogenannten Freistellungsvertrag zu schließen, in dem sich der Dritte verpflichtet, die eigene Verantwortlichkeit für den Vertrag deutlich zu machen und jeglichen Anschein der Verantwortlichkeit oder Beteiligung des Markenartiklers für den/an dem Vertrag zu vermeiden. Auch sollte sich der Dritte darin verpflichten, den Markenartikler von allen Ansprüchen des Kunden aus diesem Vertrag und dem Besuch der Webseite freizustellen.

Die Vermeidung des Anscheins und die Formulierung des Vertrages ist kompliziert und fehleranfällig bei hohem finanziellen Risiko, deswegen sollte der Webseitenübergang von einem Anwalt geprüft und der Vertrag von einem Anwalt entworfen werden.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt




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