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Kfz-Schaden

Frage gestellt am: 27.11.2017 um 10:42:27 in der Kategorie: Allgemeines Recht
Einsatz 49,00 € (inkl. 19% MwSt.)
Status Beendet
Das Brandschutztor hat sich beim Einparken (20.10.17) in der Tiefgarage plötzlich geschlossen und mein Auto beschädigt (Schaden ca. € 3000.--), Haftpflicht der WEG zahlt nicht, Begründung:"laut Wartungsbericht (vom Dezember 2016) ist das Brandschutztor in ordnungsgemäßen Zustand und voll funktionsfähig", "hierfür bitte wir um Ihr Verständnis!"

Antwort zur Frage (28.11.2017 um 11:42:11)

Rechtsanwalt Roger Neumann
Rechtsanwalt Roger Neumann
Tel: 0221 44900095
Fax: 0221 44902224
Anschrift: Von-Groote-Str. 44, 50968 Köln, Deutschland
Schwerpunkte: Erbrecht, Familienrecht, Mietrecht, Strafrecht, Verkehrsrecht, Allgemeines Recht
AW: Kfz-Schaden

Sehr geehrte Ratsuchende,

leider habe ich wenig Erfreuliches mitzuteilen.

Zunächst einmal müssen Sie damit rechnen, dass die Versicherung bei ihrer Haltung bleibt. Wenn Versicherungen einmal die Haftung ablehnen, lenken sie in aller Regel ohne Klageerhebung nicht ein.

Sodann ist es tatsächlich so, dass eine Haftung grundsätzlich ein Verschulden voraussetzt. Verschulden ist Vorsatz oder Fahrlässigkeit oder eine Pflichtverletzung. Es gibt von diesem Grundsatz gesetzlich geregelte Ausnahmen, die aber in Ihrem Fall nicht gegeben sind.

Indem die Versicherung sich auf den Wartungsbericht beruft, gibt sie zu verstehen, dass nach ihrer Auffassung eine Pflichtverletzung nicht gegeben ist.

Ich nehme an, dass es sich bei der Wartung von Dezember 2016 um die turnusmäßige Wartung handelte und das keine Rückstände bei der Wartung gegeben waren.

Sie können und sollten diesen Punkt bei der WEG erfragen. Überhaupt ist darauf hinzuweisen, dass eine etwaige Haftung die WEG trifft. Die Versicherung tritt lediglich für die WEG in die Haftung ein.

Wenn ein Wartungsrückstand vorliegt, kann eine Pflichtverletzung vorliegen. Dann wäre noch zu prüfen, ob diese Pflichtverletzung ursächlich für den Schadenseintritt war.

Wenn sich herausstellt, dass die WEG für eine ordnungsgemäße Wartung gesorgt hat, bliebe zu prüfen, ob die Wartung ordnungsgemäß durchgeführt wurde. Wenn das nicht der Fall ist, kommen Schadensersatzansprüche gegen die Wartungsfirma in Betracht. Wenn ein Konstruktions- oder Einbaufehler vorliegt, ist auch an Ansprüche gegen den Hersteller und den einbauenden Unternehmer zu denken. Ob solche Fehler vorliegen, kann ich allerdings nicht beurteilen, denn das ist keine Rechtsfrage - das ist eine Frage für einen Sachverständigen.

Gerne hätte ich eine angenehmere Auskunft erteilt, aber so ist die Rechtslage.

Wenn Sie eine Vollkaskoversicherung für das Auto haben, sollten Sie darüber nachdenken, diese für den Schaden in Anspruch zu nehmen. Sie wird dann ggf. die WEG bzw. deren Versicherung in Regress nehmen. Beachten Sie, dass für die Schadensmeldung gegenüber der Vollkaskoversicherung Fristen zu beachten sind. Es kann deshalb sinnvoll sein, den Schaden vorsorglich zu melden.

Soweit meine - nicht so erfreuliche - Antwort. Falls noch Unklarheiten bestehen oder bei Missverständnisse können wir das Rahmen der Nachfragemöglichkeit schnell und unkompliziert klären.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Roger Neumann

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