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Hausverkauf über Makler der vermutlich im Eigeninteresse handelt.

Frage gestellt am: 12.03.2017 um 09:52:43 in der Kategorie: Immobilienrecht
Einsatz 49,00 € (inkl. 19% MwSt.)
Status Beantwortet

Hallo Jura Forum,

wir verkaufen über einen Makler ein Einfamilienhaus. Der Makler hat uns jetzt einen Kaufinteressenten gebracht der aber nur ca 3/4 des Veranschlagten Preises zahlen würde. Wir haben uns dann noch ein Wochenende lang Bedenkzeit vorbehalten um evtl. noch bessere Angebote zu erhalten. An diesem Wochenende ist dann auch ein weiterer Kaufinteressent an uns herangetreten der ursprünglich auch über den Makler kam. Wir haben den stark kauf interessierten darauf hingewiesen das er bitte sofort am Montag Morgen an den Makler herantritt und sein Kaufinteresse bekündet da wir bis Montag Abend uns entscheiden möchten.

Der Makler hat uns über diesen Anruf bzw. Interessenten nicht informiert so das wir unter Vorbehalt dem Verkauf am 27.02.2017 den anderen Interessenten zustimmten.

Am Abend dann trat der Kaufinteressen abermals an uns heran und sagte warum hat der Makler auf seinen Anruf am Montag morgen hin Ihm gesagt hat das Haus währe schon Verkauft.

Jetzt stellt sich uns die Frage ob der Makler im eigenen Interesse handelt um den Preis zu drücken und wie viele weiteren Kaufinteressenten er uns evtl. vorenthalten hat und somit uns geschadet hat. Wir sind jetzt in den weiteren Verhandlungen bzw. Kurz vor dem Verkaufsabschluss mit dem Kaufinteressenten der an uns herangetreten ist.

Jetzt möchte der Käufer und natürlich auch wir dies ohne den Makler tätigen da wir der Ansicht sind das das Verhalten des Maklers gegen den Vertrag verstößt den wir als Auftraggeber mit Ihm geschlossen haben.

Eine mündliche Kündigung ging am 10.02.17 an den Makler da wir mit der ganzen Dienstleistung die erbracht wurde sehr unzufrieden waren und er gegen abgesprochenes des öfteren verstoßen hat.

Wie ist die Chance des Maklers im nachhinein seine Provision einzuklagen.

Ich bedanke mich im voraus über Hilfestellung und Tips für das weitere Vorgehen.

Gruss

Jens

Antwort zur Frage (12.03.2017 um 21:54:16)

Rechtsanwalt Marcus Schröter
Rechtsanwaltskanzlei Schröter
Tel: 069/209737530
Fax: 069/209737539
Anschrift: Pestalozzistraße 15 A, 61231 Bad Nauheim, Deutschland
Schwerpunkte: Allgemeines Recht
AW: Hausverkauf über Makler der vermutlich im Eigeninteresse handelt.

Sehr geehrter Ratsuchender,

 

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben nachfolgend beantworte:

 

1. Nach Ihren Angaben besteht ein Maklervertrag, der mündlich gekündigt wurde. Rein vorsorglich sollten Sie unter Bezugnahme auf die mündliche Kündigung vom 10.02.2017 diesen Maklervertrag noch mal schriftlich und fristlos kündigen. Wenn der Makler die mündliche Kündigung bestreitet, müssen Sie diese Künidgung nachweisen. Daher ist es wichtig vorsorglich nochmal schriftlich zu kündigen.

 

2. In dem Kündigungsschreiben sollten Sie auf eine schwere Pflichtverletzung des Maklers hinweisen, in dem er Kaufinteressenten nicht weitergeleitet hat und damit einen Vermögensschaden bei Ihnen billigend in Kauf genommen hat.

 

3. Lassen Sie sich in jedem Fall von dem Kaufinteressenten schriftlich bestätigen, dass er sich an den Makler gewendet hat und nicht an Sie weitergeleitet wurde. Lassen Sie sich auch bestätigen, dass der Makler dem Kaufinteressenten mitgeteilt hat, dass der Grundbesitz bereits verkauft sei.

 

4. In jedem Fall sollten Sie die Kontaktdaten der Kaufinteressenten sichern, die zu einem Preis von 3/4 kaufen wollen.

 

5. Aus meiner Sicht hat der Makler keinen Anspruch auf eine Provision, da er hier eine schwere Pflichtverletzung begannen hat, in dem er Ihnen einen oder mehrere Käufer vorenthalten hat. Soweit die Kaufinteressenten Strohmänner der Maklers sind, steht eine Strafbarkeit wegen versuchten Betruges im Raum.

 

6. Schließen Sie daher den Kaufvertrag. Sollte der Makler seine Provision einfordern, sollten Sie erwägen eine Strafanzeige zu erstatten. Den Anspruch sollten Sie jedenfalls als unbegründet zurückweisen.

 

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und verbleibe

 

mit besten Grüßen

 

Marcus Schröter

Rechtsanwalt

 




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