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Gemeinschaftseigentum ja oder nein

Frage gestellt am: 08.07.2018 um 11:32:27 in der Kategorie: Immobilienrecht
Einsatz 39,00 € (inkl. 19% MwSt.)
Status Beendet
Durch eine defekte Aussenwand sowie eine schadhafte Bodenplatte des Hauses sind bei mir in der Wohnung Feuchtigkeitsschäden, Schimmelbildung etc pp aufgetreten. Müssen die Kosten der dekorativen Wiederherstellung in meiner Wohnung von mir getragen werden oder von der Hauseigentümergemeinschaft?

Antwort zur Frage (08.07.2018 um 14:07:19)

Rechtsanwalt Marcus Schröter
Rechtsanwaltskanzlei Schröter
Tel: 069/209737530
Fax: 069/209737539
Anschrift: Pestalozzistraße 15 A, 61231 Bad Nauheim, Deutschland
Schwerpunkte: Allgemeines Recht, Bankrecht / Kapitalmarktrecht, Gesellschaftsrecht, Grundstücksrecht, Immobilienrecht, Insolvenzrecht, Vertragsrecht, Wirtschaftsrecht
AW: Gemeinschaftseigentum ja oder nein

Sehr geehrter Ratsuchender,

 

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich nachfolgend beantworte:

 

1. Ein Schaden im Sondereigentum, der durch einen Schaden im Gemeinschaftseigentum verursacht wurde, führt nicht automatisch dazu, dass die Eigentümergemeinschaft für die Kosten der Herstellung des Sondereigentums aufkommen muss. Dies wird durch die obergerichtliche Rechtsprechnung vertreten. BayObLG, Beschluss vom 21.9.1984 (2Z 86/83).

 

Der Sondereigentümer muss in der Regel den Schaden selbst beseitigen, da die Eigentümergemeinschaft kein verschuldensunabhängigen Schadensersatz zu leisten hat. (BGH, Urteil vom 21.05.2010, Az.: VR 10/10). Bei einem erstmalig aufgetretenden Schaden wird kein Verschulden vermutet und damit auch keine Verpflichtung zum Schadensersatz gegenüber dem Sondereigentümer angenommen.

2. Etwas anderes gilt nur, wenn ein bestehende Mangel am Gemeinschaftseigentum trotz Hinweises nicht beseitigt wurde. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn der Verwalter auf den Schaden aufmerksam gemacht wird und er diesen Schaden nicht zeitnah beseitigt.
OLG Frankfurt Beschluss vom 9.12.1986 (20 W 63/86). Dann liegt ein Verschulden des Verwalters und eine Verletzung des Verwaltervertrages vor.

 

3. Kommt es zu einem widerholten Schadensfalls liegt in der Regel ein schuldhaftes Verhalten vorliegt.

4. In einem Verfahren zur Erstattung der Kosten für die Instandsetzung des Sondereigentums wird daher eine Beweisaufnahme durch ein Sachverständigengutachten erforderlich sein. Sollte das Gutachten bestätigen, dass ein schuldhaftes Verhalten vorliegt, werden Sie Ihre Aufwendungen erstattet bekommen. Verneint hingegen das Gutachten ein schuldhaftes Verhalten, werden Sie keine Zahlung erhalten und haben zudem die Prozesskosten zu tragen.

 

Aus meiner Sicht wäre die weitere Vorgehensweise, zu prüfen, ob seitens der Eigentümergemeinschaft, vertreten durch den Verwalter, ein Verschulden in Betracht kommt, das zum Schaden an dem Sondereigentum geführt hat. Dann ist der Schaden gegenüber dem Verwalter anzumelden.

 

Sollte der Schaden am Gemeinschaftseigentum durch eine Versicherung reguliert werden, sollte der Schaden am Sonderiegentum ebenfalls bei der Versicherung vorsorglich angemeldet werden.

 

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und einen ersten hilfreichen Überblick verschaffen..

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt

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