JuraForum.de - Anwaltssuche mit Online-Rechtsberatung
Online-Rechtsberatung > Fällen eines Grernzbaumes in Sachsen-Anhalt

Fällen eines Grernzbaumes in Sachsen-Anhalt

Frage gestellt am: 03.02.2018 um 18:30:40 in der Kategorie: Allgemeines Recht
Einsatz 49,00 € (inkl. 19% MwSt.)
Status Beendet

Kann meine Nachbarin meine  Zustimmung zum Fällen dieses Grenzbaumes (Nussbaum) verlangen? Der Baum wurde 1989 (noch DDR, noch vor Inkrafttreten des NbG von Sachsen-Anhalt)) gepflanzt. Beide Grundstücke gehörten damals der Gemeinde. Eine Grenze war nicht erkennbar. 2010 hat meine Nachbarin ihr Grundstück erworben und jetzt soll dieser Nussbaum gefällt werden.

Antwort zur Frage (04.02.2018 um 10:45:02)

Tel: 0341-974 753 72
Fax: 0341-249 231 03
Anschrift: Zweinaundorfer Straße 1, 04318 Leipzig, Deutschland
Schwerpunkte: Allgemeines Recht, Inkasso/Forderungseinzug, Mietrecht, Ordnungswidrigkeiten, Schadensersatz und Schmerzensgeld, Strafrecht, Verkehrsrecht, Verkehrsstrafrecht
AW: Fällen eines Grernzbaumes in Sachsen-Anhalt

Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage anhand der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt:

Tatsächlich hat sich der Gesetzgeber mit dem Problem des Grenzbaumes bereits beschäftigt und folgende Regelung hierfür getroffen:

§ 923 BGB
Grenzbaum

(1) Steht auf der Grenze ein Baum, so gebühren die Früchte und, wenn der Baum gefällt wird, auch der Baum den Nachbarn zu gleichen Teilen.

(2) 1Jeder der Nachbarn kann die Beseitigung des Baumes verlangen. 2Die Kosten der Beseitigung fallen den Nachbarn zu gleichen Teilen zur Last. 3Der Nachbar, der die Beseitigung verlangt, hat jedoch die Kosten allein zu tragen, wenn der andere auf sein Recht an dem Baume verzichtet; er erwirbt in diesem Falle mit der Trennung das Alleineigentum. 4Der Anspruch auf die Beseitigung ist ausgeschlossen, wenn der Baum als Grenzzeichen dient und den Umständen nach nicht durch ein anderes zweckmäßiges Grenzzeichen ersetzt werden kann.

(3) Diese Vorschriften gelten auch für einen auf der Grenze stehenden Strauch.

Wie Sie unter Absatz 2 sehen, kann jeder Nachbar das Fällen verlangen. Soweit dieser Baum als Grenzzeichen dient ist der Anspruch auf das Fällen ausgeschlossen und Sie dürfen verweigern.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

V. Neubert

Rechtsanwältin

Der Fragesteller hat Rechtsanwältin Vicky Neubert wie folgt bewertet

Honorar/Leistung Erreichbarkeit?
Verständlichkeit? Freundlichkeit?
Der Fragesteller empfiehlt Rechtsanwältin Vicky Neubert weiter.

Den § 923 des BGB kenne ich auch. Mit dem Hinweis auf die Pflanzzeit des Baumes wollte ich darauf verweisen, ob bei diesem Nussbaum nicht Bestandsschutz bestehen würde. In dem NbG von Sachsen-Anhalt wird in den Erläuterungen davon gesprochen, dass alles, was vor dem Inkrafttreten des neuen NbG (1.Januar 1998) den Gesetzen entsprach, weiterhin rechtmäßig bleibt, das würde der Bestandsschutz sichern. Die Pflanzung 1989 war kein Verstoß gegen bestehende Gesetze. Weiterhin wird davon gesprochen, dass die Rechtmäßigkeit ... durch nachträgliche Grundstücksteilungen oder Grenzfeststellungen nicht berührt wird.Insofern bin ich mit der Beantwortung meiner Frage durch die Frau Rechtsanwältin nicht zufrieden. MfG Hans-Dieter Augusti

 

 




Fragen Sie einen Anwalt!
Anwälte sind gerade online.
Schnelle Antwort auf Ihre Rechtsfrage.