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Berliner Testamt

Frage gestellt am: 03.10.2017 um 16:45:47 in der Kategorie: Erbrecht
Einsatz 59,00 € (inkl. 19% MwSt.)
Status Bezahlt

Ich habe einen Entwuf erstellt. Soll kurzfristig rechtlich geprüft werden ob ok

Antwort zur Frage (04.10.2017 um 07:10:07)

Rechtsanwalt Roger Neumann
Rechtsanwalt Roger Neumann
Tel: 0221 44900095
Fax: 0221 44902224
Anschrift: Von-Groote-Str. 44, 50968 Köln, Deutschland
Schwerpunkte: Erbrecht, Familienrecht, Mietrecht, Strafrecht, Verkehrsrecht, Allgemeines Recht
AW: Berliner Testamt

Sehr geehrter Fragesteller,

laden Sie bitte den Entwurf hoch. Ich werde ihn binnen eines Arbeitstages prüfen. Falls das hochladen nicht möglich ist, können Sie den Entwurf auch per Email an meine im Profil angegebene Emailadresse schicken.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt Roger Neumann

Folgende Rückfrage wurde gestellt (04.10.2017 um 17:04:40)

Hallo Herr Neumann, wie weit sind Sie?

 

Die Rückfrage wurde wie folgt beantwortet (04.10.2017 um 17:18:29)

Sehr geehrter Ratsuchender, das Testament habe ich geprüft. Ich schlage die folgende Formulierung vor. Eine Erläuterung finden Sie dann unten.

Unser Testament

Wir, die Eheleute ... setzen uns gegenseitig zu Alleinerben ein. 

Schlusserbe nach dem Letztversterbenden ist unser Sohn ... . 

Sollte der Schlusserbe nicht Erbe werden können oder das Erbe nicht antreten, so treten seine Kinder, unsere Enkelkinder, an seine Stelle.

Sollten der Schlusserbe oder seine Kinder nach dem Tod des Erstversterbenden den Pflichtteil verlangen, so ist der Längstlebende in Abweichung von den wechselbezüglichen Anordnungen berechtigt, den- oder diejenigen, die den Pflichtteil verlangen, von der Schlusserbfolge auszuschließen.

Der Längstlebende ist im Falle seiner Wiederverheiratung nur als Vorerbe, der Schlusserbe für diesen Fall als Nacherbe eingesetzt. Der Nacherbfall tritt mit Wiederverheiratung des Längstlebenden ein.

(Weiter wie im Entwurf mit jeweils Ort, Datum und Bestätigungsklausel.)

Der Kern des Testaments (gegenseitige Erbeinsetzung und Bestimmung des Schlusserben) bereitet garkeine Schwierigkeiten. Es sind natürlich Ihre Namen, bei Ihrer Frau auch der Geburtsname und die Geburtsdaten anzugeben. Ich empfehle außerdem den Geburtsort anzugeben. Außerdem ist der Name und der Geburtstag Ihres Sohnes einzufügen.

Die von Ihnen gewählte Pflichtteilsklausel mit Nießbrauch ist so nach meinem Eindruck wirkungslos. Dazu die folgende Erläuterung: Der Pflichtteilsanspruch ist kein Anspruch auf einen Teil des Erbes, sondern nur auf Auszahlung eines Geldbetrages. Das bedeutet: der Längerlebende Ehegatte wird das Haus erben und er wird Alleineigentümer des Hauses. Der Nießbrauch ist ein Recht des Nießbrauchers gegen den Eigentümer. Der Längerlebende hätte also mit dem Nießbrauch ein Recht gegen sich selbst. 

Sie schreiben, dass es sich um ein gemeinschaftliches Haus handelt. Wenn Sie Eigentümer zu gleichen Teilen sind, würde der Wert des Hauses mit einem Achtel in die Pflichtteilsberechnung einfließen (gesetzlichen ehelichen Güterstand vorausgesetzt).

Die Wiederverheiratungsklausel habe ich etwas umformuliert. Tatsächlich ist es so, dass die Rechtsprechung Formulierungen wie die von Ihnen gewählte ganz genau so auslegt, wie ich es formuliert habe: eine Kombination von auflösend bedingter Vorerbschaft mit im Moment der Wiederverheiratung eintretender Nacherbschaft. Das ist jedenfalls so machbar. Es hat allerdings auch gewisse Nachteile, weil es eine (möglicherweise sehr lange) Schwebezeit gibt, in der nicht klar ist, ob der Längerlebende nun Vollerbe oder Vorerbe ist. Das alles im Einzelnen darzustellen und Alternativen aufzuzeigen, würde den Rahmen dieser Plattform sprengen. Vom Grundsatz her kann der Zweck, das Vermögen in der Familie zu halten, aber damit erreicht werden.

Abschließend weise ich darauf hin, dass das gesamte Testament handschriftlich verfasst werden muss.

Ich hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben. Nutzen Sie bei Fragen bitte die Nachfragefunktion. Gern können Sie mir auch einen zweiten Entwurf noch einmal zur Durchsicht schicken.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Roger Neumann




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