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Beitragsforderung nach 9 Jahren

Frage gestellt am: 13.03.2018 um 17:37:11 in der Kategorie: Vertragsrecht
Einsatz 59,00 € (inkl. 19% MwSt.)
Status Beantwortet

Guten Tag, Ich habe eine Forderung vom Inkasso bekommen. Es werden 3 Jahre Beiträge gefordert  von 2014-2017 Den Vertrag habe ich aber 2009 ordnungsgemäß gekündigt. Nach Widerspruch gegen diese Forderung, teilte mir das Inkassobüro mit, es hätte keine Kündigung beim Auftraggeber gegeben. Aber nach 2009 hat der Auftraggeber aufgehört die Beiträge von meinem Konto abzubuchen. Also war dieser Vertrag für mich beendet.

Für mich unverständlich ist auch der angegebene Zeitraum von 2014-2017. 

was ist mit den Jahren davor?

Nach fast 10 Jahren habe ich natürlich auch keine Kündigungsbestätigung mehr. Ich kann auch im Fitness-Studio nicht mehr anrufen und nachfragen, da es dieses Fitness-Studio so nicht mehr gibt.

Das Inkassobüro stellt mir auch Die adressermittlung in Rechnung.  Aber die Adresse ist nicht meine, sondern die neue meiner Eltern. Dort war ich 2013 für 3 Monate gemeldet, danach bin ich in meine eigene Wohnung gezogen. 

 Was kann ich denn jetzt noch machen?

 

Antwort zur Frage (13.03.2018 um 18:55:54)

Tel: 03036445774
Anschrift: Kaiserin-Augusta-Allee 102, 10553 Berlin, Deutschland
Schwerpunkte: Grundstücksrecht, Immobilienrecht, Internetrecht, IT-Recht, Mietrecht, Urheberrecht, Vertragsrecht, Wohnungseigentumsrecht
AW: Beitragsforderung nach 9 Jahren

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

Die Gegenseite wird vermutlich nur die Ansprüche 2014 bis 2017 geltendmachen, weil alle Ansprüche davor bereits verjährt sind. Allerdings sind aufgrund des Jahreswechsels auch die Ansprüche aus 2014 bereits verjährt.

Die Adressermittlungskosten müssen Sie nicht erstatten, da die Gegenseite eine falsche Adresse ermittelte.

Das Problem ist, dass Sie die Kündigung beweisen müssen. Die fehlenden Abbuchungen ab 2009 sind da ein gewichtiges Indiz für Sie, die Gegenseite muß dann erklären, warum sie da die Abbuchungen stoppte. Von deren Antwort hängt dann das weitere Vorgehen ab. Es wird also eine etwas schwierige Angelegenheit.

Allerdings muß das Fitness-Studio noch existieren, denn es macht ja die Forderung gegen Sie geltend. Lassen Sie sich unbedingt von der Gegenseite erläutern, wer denn Rechtsnachfolger des Fitness-Studios ist, und was mit dessen Betriebsunterlagen passiert ist.

Sie sollten - ausdrücklich ohne Anerkennung einer Zahlungspflicht - Verjährung geltend machen, dann fallen die Ansprüche aus 2014 schon mal weg, egal ob die bestehen oder nicht. Zugleich sollten Sie eine Erklärung fordern, wieso das Fitness-Studio 2009 aufhörte, die Beiträge abzubuchen. Das "ausdrücklich ohne Anerkennung einer Zahlungspflicht" ist entscheidend, wenn Sie das nicht schreiben, könnte die Verjährungseinrede als stillschweigende Anerkennung der Zahlungspflicht angesehen werden. Auch sollten Sie das Inkasso-Büro auffordern, sich zu legitimieren und nachzuweisen, wer Forderungsinhaber ist.

Beachten Sie bitte auch, dass das Inkasso-Büro von Ihnen keinen Ersatz der Inkassokosten fordern kann, weil Sie ja eine Einzugserlaubnis erteilt hatten, die die Gegenseite nicht nutzte.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt




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