Nach erfolglosem Master keine Aufenthaltserlaubnis zur Arbeitssuche

14.06.2018, 09:06 | Recht & Gesetz | Jetzt kommentieren


Nach erfolglosem Master keine Aufenthaltserlaubnis zur Arbeitssuche
Koblenz (jur). Ausländische Studenten aus Nicht-EU-Ländern sollten gegebenenfalls überlegen, ob sie schon mit ihrem Bachelor-Abschluss eine Beschäftigung suchen. Denn scheitert der anschließende Master-Studiengang, gibt es keine neue Frist zur Arbeitssuche, wie das Oberverwaltungsgericht (OVG) Rheinland-Pfalz in Koblenz in einem am Mittwoch, 13. Juni 2018, bekanntgegebenen Beschluss entschied (Az.: 7 B 10332/18.OVG).

Danach muss ein Ex-Student aus Kamerun wohl Deutschland verlassen. In seinem Studiengang hatte er 2012 zwar erfolgreich den Bachelor erreicht, das anschließende Master-Studium gelang aber nicht. 2017 wurde der Mann ohne weiteren Abschluss von der Uni exmatrikuliert.

Laut Aufenthaltsgesetz haben Ausländer nach dem erfolgreichen Abschluss eines Studiums bis zu 18 Monate Zeit, um sich eine „angemessene Erwerbstätigkeit“ zu suchen. Nach seiner Exmatrikulation beantragte auch der Ex-Student aus Kamerun zu diesem Zweck eine Verlängerung seiner Aufenthaltserlaubnis.

OVG Koblenz: Nur nach erfolgreichem Studienabschluss gilt die 18-Monats-Frist

Die Ausländerbehörde des Landkreises Germersheim lehnte dies jedoch ab. Im Eilverfahren gab das OVG Koblenz der Behörde nun recht.

Das Gesetz gewähre die 18-Monats-Frist nur nach einem „erfolgreichen Studienabschluss“. Dies sei hier der Bachelor gewesen, seitdem sei die Frist aber lange überschritten. Durch das Masterstudium verlängere sich die Frist nicht. Und nur ein erfolgreicher Master-Abschluss hätte eine neue 18-Monats-Frist in Gang gesetzt. „Der Gesetzgeber geht von einem engen zeitlichen Zusammenhang zwischen erfolgreichem Studium, Arbeitsplatzsuche und Erwerbstätigkeit aus“, so das OVG in seinem Beschluss vom 6. Juni 2018. Das Ziel, qualifizierte Arbeitskräfte für die deutsche Wirtschaft zu gewinnen, bleibe so ausreichend gewahrt.

Quelle: © www.juragentur.de - Rechtsnews für Ihre Anwaltshomepage

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