Gefundenes iPhone wird nicht entsperrt

11.09.2017, 09:18 | Recht & Gesetz | Jetzt kommentieren


Gefundenes iPhone wird nicht entsperrt
München (jur). Erhält ein ehrlicher Finder eines iPhones nach sechs Monaten das nicht abgeholte Mobilfunkgerät als neuer Eigentümer zurück, kann er sich nicht wirklich darüber freuen. Denn er hat keinen Anspruch darauf, dass das gesperrte iPhone freigeschaltet, und damit für ihn nutzbar wird, entschied das Amtsgericht München in einem am Freitag, 8. September 2017, bekanntgegebenen Urteil (Az.: 213 C 7386/17).

Damit kann ein Mann aus Waghäusel im Landkreis Karlsruhe sich nicht über sein Finderglück freuen. Dieser hatte am 27. Juni 2017 im Stadtgraben seiner Heimatstadt ein iPhone gefunden und dieses als ehrlicher Finder im Fundbüro abgegeben.

Der ursprüngliche Eigentümer holte das Mobiltelefon nicht ab. Nach einem halben Jahr wurde damit der Finder zum neuen Eigentümer. Da das iPhone gesperrt war, beantragte er beim Apple-Support über die Hotline-Nummer die Freischaltung des Gerätes. Doch Apple weigerte sich, ohne dies näher zu begründen.

Datenschutzbedenken bei der Freischaltung des Mobiltelefons

Mit seiner Klage hatte er dem Amtsgericht hatte der iPhone-Finder auch kein Glück. Der Kläger sei nach Ablauf der Sechs-Monats-Frist Eigentümer eines gesperrten iPhones geworden, so das Gericht in seinem rechtskräftigen Urteil vom 24. Juli 2017. Ein freigeschaltetes iPhone sei zu keinem Zeitpunkt Fundgegenstand gewesen.

Es bestünden zudem erhebliche Datenschutzbedenken, wenn das Mobiltelefon freigeschaltet würde. Denn dann hätte der Finder Zugriff auf sämtliche, auf dem Telefon befindlichen Daten des ursprünglichen Eigentümers. Das Sperren solle gerade dies aber verhindern.

Quelle: © www.juragentur.de - Rechtsnews für Ihre Anwaltshomepage

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