Für Verbandsstrafe gegen 1. FC Köln muss Fußballfan mit einstehen

10.11.2017, 09:17 | Recht & Gesetz | Jetzt kommentieren


Für Verbandsstrafe gegen 1. FC Köln muss Fußballfan mit einstehen
Karlsruhe (jur). Werfen Fußballfans während eines Spiels Böller, kann dies teuer werden. Denn muss der Verein auch wegen mehrer ähnlicher Vorfälle in der Vergangenheit nun eine Verbandsstrafe zahlen, darf der Fußballfan anteilig zur Kasse gebeten werden, urteilte am Donnerstag, 9. November 2017, der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe (Az.: VII ZR 62/17).

Konkret ging es um ein Zweitliga-Heimspiel des 1. FC Köln am 9. Februar 2014 gegen den SC Paderborn 07. Ein Kölner Fußballfan warf vom Oberrang der Nordtribüne einen Knallkörper auf den Unterrang. Der explodierende Böller, der nach gerichtlichen Feststellungen „aufgrund seiner Sprengenergie dem Sprengstoffgesetz unterfällt“, verletzte sieben Zuschauer.

Club verlangte Schadenersatz von Fußballfan

Das Schiedsgericht des Deutschen Fußballbundes verhängte wegen dieses und weiterer Vorfälle, an denen der Fan nicht beteiligt war, eine Verbandsstrafe von 118.000 Euro. Der Verband gewährte aber noch einen Nachlass, so dass der 1. FC Köln schließlich um 60.000 Euro ärmer war.

Der Verein wollte aber nicht einsehen, dass er alleine die Strafe zahlen soll. Von dem böllerwerfenden Fußballfan verlangte der Club daher 30.000 Euro Schadenersatz.

Der Fußballfan wollte nicht zahlen, zumal die Verbandsstrafe auf mehrere Vorfälle zurückzuführen war, für die er nichts könne.

Strafe ist nicht zu beanstanden

Der BGH hatte jedoch am 22. September 2016 den Anspruch des 1. FC Köln grundsätzlich bestätigt (Az.: VII ZR 14/16, JurAgentur-Meldung vom Urteilstag). Jeden Zuschauer eines Fußballspiels treffe die Pflicht, das Spiel nicht zu stören. Verstoße er dagegen, indem er einen Knallkörper in die Menge wirft, müsse er für daraus folgende Schäden auch haften und sie ersetzen.

Das Oberlandesgericht (OLG) Köln setzte den Anteil des vom Fußballfan zu zahlenden Schadenersatzes auf 20.340 Euro fest.

Zu Recht, wie der BGH nun urteilte. Die Verbandsstrafe habe 118.000 Euro betragen, von denen tatsächlich 60.000 Euro zu zahlen waren. Die Strafe setzte sich aus mehreren Einzelstrafen zusammen. Danach müsse der Fußballfan für seine Tat 20.340 Euro zahlen. Die entsprechende Rechnung des OLG sei nicht zu beanstanden, so der BGH.

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