Ausreichender Schutz einer anvertrauten Sache gegen Diebstahl

13.02.2018, 09:19 | Recht & Gesetz | Jetzt kommentieren


Ausreichender Schutz einer anvertrauten Sache gegen Diebstahl
Oldenburg (jur). Eine zur Inspektion aufgegebene Sache muss vor Diebstahl ausreichend geschützt werden. Je wertvoller der anvertraute Gegenstand ist, desto mehr Schutzmaßnahmen muss der beauftragte Unternehmer durchführen, stellte das Oberlandesgericht (OLG) Oldenburg in einem am Montag, 12. Februar 2018, bekanntgegebenen Urteil klar (Az.: 9 U 22/17).

Im konkreten Fall hatte ein Mann aus Wilhelmshaven einen Yamaha-Bootsmotor zur Inspektion gegeben. Die beauftragte Firma lagerte den Motor auf einem Transportgestell auf dem Grundstück des Unternehmens. Das Gelände war zum Teil nur mit einem Maschendraht gesichert.

Bei wertvollen Sachen höhere Anforderungen an Sicherungsmaßnahmen

Prompt wurde der Motor an einem Wochenende über Nacht gestohlen. Der Eigentümer forderte daraufhin von dem beauftragten Unternehmen Schadenersatz.

Das Landgericht hatte noch entschieden, dass der Maschendrahtzaun einen ausreichenden Diebstahlschutz darstellt und der Motor-Eigentümer damit keinen Schadenersatzanspruch geltend machen kann.

Diese Entscheidung hob das OLG nun mit seinem Urteil vom 6. November 2017 auf. Ein Unternehmer müsse alles Zumutbare tun, um einen Diebstahl der ihm anvertrauten Gegenstände zu verhindern. Je wertvoller eine Sache sei, desto höher seien auch die Anforderungen an Sicherungsmaßnahmen.

Unternehmer muss Schdenersatz zahlen

Hier habe der Motor einen Neuwert an 6.800 Euro und zum Zeitpunkt des Diebstahls einen Zeitwert von 3.800 Euro gehabt. Der auf dem Transportgestell gelagerte Bootsmotor sei auch noch leicht abzutransportieren gewesen. Die Diebe hätten den Maschendrahtzaun leicht herunterdrücken können.

Der Unternehmer hätte den Motor stattdessen problemlos nachts einschließen oder das Grundstück mit einem besseren Zaun sichern können.

Dem Kunden sei zwar schon fünf Tage vor dem Diebstahl mitgeteilt worden, dass der Motor abgeholt werden könne. Damit entfalle aber noch nicht der Schadenersatzanspruch. Denn angesichts der Größe und Schwere des Motors könne nicht erwartet werden, dass dieser umgehend abgeholt wird.


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