Proven Oil Canada POC: Rückzahlung statt Rendite – Möglichkeiten der Anleger

Autor: , verfasst am 15.08.2015, 11:17| Jetzt kommentieren

Die Anleger der Proven Oil Canada Fonds sollen ein Millionen-Loch stopfen. Dazu sollten sie bis zum 25. Juli ihre Ausschüttungen zurückzahlen. Selbst wenn alle Anleger der Rückzahlungsaufforderung nachkommen, klafft immer noch eine Finanzierungslücke von mehreren Millionen Euro.

Daher stehen die Anleger nicht nur vor der Entscheidung, ihre Ausschüttungen zurückzuzahlen, sondern sollen auch entscheiden, wie die Finanzlücke zu schließen ist. Der Initiator der POC-Fonds, das Berliner Emissionshaus Proven Oil Canada Energy Solutions GmbH (POC), hatte die geschlossenen Energiefonds aufgelegt und nach eigenen Angaben rund 254 Millionen Euro bei den Anlegern eingesammelt. Das Geld sollte in Öl- und Erdgasvorkommen in Kanada investiert werden. So wie die Ölquellen sollten auch die Renditen sprudeln. Renditen im zweistelligen Bereich wurden den Anlegern in Aussicht gestellt.

Diese Aussichten trübten sich jedoch schnell ein. Auf Grund wirtschaftlicher Probleme wurden die POC-Fonds im Jahr 2013 zusammengeschlossen, um Kosten zu reduzieren. Außerdem wurden die Ausschüttungen an die Anleger zunächst reduziert und blieben dann ganz aus. Nun sollten die Anleger die Ausschüttungen für 2013 zurückzahlen. Hintergrund der Forderung sind finanzielle Probleme bei der kanadischen Firma COGI, in die die Anlegergelder flossen. Wie das „Manager Magazin“ online berichtet, sorgt nicht nur der gesunkene Ölpreis für Schwierigkeiten, sondern auch die finanzierende Bank. Denn die hat offenbar ein Darlehen über 49 Millionen Kanada-Dollar (ca. 35 Millionen Euro) kurzfristig fällig gestellt. Doch selbst wenn die Anleger ihre Ausschüttungen zurückzahlen, bliebe immer noch ein Finanzloch von rund 15 Millionen kanadischen Dollar.

Anleger, die die Ausschüttungen bisher nicht zurückgezahlt haben, sollten sich auch weiterhin von den aufgebauten Drohkulissen nicht blenden lassen. Denn es sei keineswegs gesagt, dass die Forderung überhaupt rechtmäßig ist. Ausschüttungen können nur dann zurückgefordert werden, wenn dies im Gesellschaftsvertrag ausdrücklich geregelt ist. Ob durch eine Rückzahlung der Ausschüttungen eine nachhaltige Sanierung gelingen kann, bleibt zumindest fraglich. Bevor noch größerer Schaden eintreten könnte, empfiehlt die Kanzlei Kreutzer daher auch den Ausstieg aus der Beteiligung bzw. Schadensersatzansprüche zu prüfen. Die Ansprüche können sich gegen die Prospektverantwortlichen und Vermittler richten. So hätten die Anleger im Beratungsgespräch auch umfassend über die Risiken aufgeklärt werden müssen. Außerdem müssen die Angaben in den Emissionsprospekten vollständig und wahrheitsgemäß sein, so dass sich der Anleger ein genaues Bild von den Chancen und Risiken der Kapitalanlage machen kann.

Sie wünschen Rechtsberatung zu dem Thema des Artikels?
Nutzen Sie dieses Formular zum Kontakt mit RA, Dipl.sc.pol., Dipl.Jur., M.A. Arthur R. Kreutzer:


Sicherheitsfrage:

Datenschutzerklärung gelesen und einverstanden

Nachrichten zum Thema
  • BildBGH unterstützt Clerical Medical Anleger (27.08.2012, 10:10)
    Die Richter aus Karlsruhe erkannten in den zur Entscheidung stehenden Fällen die Schadenersatzansprüche gegen den beklagten englischen Lebensversicherer Clerical Medical Investment Ltd. (CMI) an. GRP Rainer Rechtsanwälte Steuerberater, Köln,...
  • Bild„Imagine Canada“ (13.06.2012, 11:10)
    Erlebnisorientierter Infotag der Universität Jena am 21. Juni will Interesse an Kanadastudien weckenUnter dem Motto „Imagine Canada“ findet am 21. Juni ab 13.30 Uhr im Haus „Zur Rosen“ (Johannisstraße 13) in Jena ein Informationstag statt, der...
  • BildRendite! Rendite? - Frankfurt School legt Studie „Kundennutzen von Bankprodukten“ vor (27.03.2012, 12:10)
    Finanzieller Erfolg, Sicherheit, Liquidität, Einfachheit, Transparenz, Individualität. Dies sind die sechs Nutzendimensionen, die Bankprodukte für Kunden stiften sollen. Der finanzielle Erfolg ist somit nur eine Dimension von sechs. Dies ist das...
  • BildAnleger besser beraten ohne Anlageberatung? (30.05.2011, 14:10)
    Wissenschaftler des House of Finance untersuchen den Erfolg von AnlageberatungFRANKFURT. Eine Untersuchung von Forschern der Goethe-Universität Frankfurt am Main gemeinsam mit der Universität Neapel liefert verblüffende Erkenntnisse über den...





Autor des Artikels

Rechtsanwalt
Kanzlei Kreutzer

Logo
Maximilianstraße 33
80539 München
Deutschland

Termin: Terminanfrage



Weitere Wirtschaftsrecht-Ratgeber

Passende Rechtsanwälte:

JuraForum-Suche

Durchsuchen Sie hier JuraForum.de nach bestimmten Begriffen:

© 2003-2017 JuraForum.de — Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung, Verbreitung oder Nutzung für kommerzielle Zwecke.