Skiunfall: gibt es dafür eine Versicherung?

Autor: , verfasst am 27.02.2015, 09:34| Jetzt kommentieren

Die weiße Jahreszeit ruft jedes Jahr erneut die Skifahrer auf die Piste. Viele sparen daher lieber für ihren Winterurlaub anstatt für einen Urlaub in der Sonne. Doch kann unter Umständen der Skiurlaub ein abruptes Ende nehmen, wenn es plötzlich zu einem Unfall kommt. Unter Umständen können die daraus resultierenden Kosten enorm sein. Doch wer trägt diese Kosten? Greift die gesetzliche Krankenkasse oder wird ein besonderer Versicherungsschutz für einen Skiunfall benötigt? Und wenn ja, welche Versicherung schützt am besten?

Skiunfall: gibt es dafür eine Versicherung? (© Rossi - Fotolia.com)
Skiunfall: gibt es dafür eine Versicherung?
(© Rossi - Fotolia.com)

Mögliche Versicherungen in der Übersicht:

Die gesetzliche Krankenkasse

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt in der Regel die Kosten einer medizinischen Behandlung nach einem Skiunfall. Sie übernimmt jedoch weder eine etwaige Bergung, noch einen Krankenrücktransport oder ähnliches.

Das kann insbesondere dann problematisch werden, wenn die Bergung des Verunglückten mit einem Hubschrauber durchgeführt werden muss, also wenn die Pistenwacht nicht anderweitig an den Verletzten herankommt. Die Kosten für einen solchen Einsatz sind nämlich sehr hoch.

Private Krankenversicherung / Auslandskrankenversicherung

Eine private Krankenversicherung (oder auch Auslandskrankenversicherung) wird in der Regel, soweit dies mit der Versicherung vereinbart wurde, sämtliche Kosten des Skiunfalls übernehmen.

Sollte durch den Skiunfall eine teilweise Erwerbsunfähigkeit oder sogar ein dauerhafter Gesundheitsschaden (sog. Invalidität) zurückbleiben, so wird eine Rente in der Regel nur von einer privaten Krankenversicherung oder einer Arbeitsunfähigkeitsversicherung (auch als Berufsunfähigkeitsversicherung bekannt) bezahlt. Eine gesetzliche Rente ist nämlich regelmäßig alters- und nicht erwerbsfähigkeitsabhängig.

Die Reiseversicherung

Die Reiseversicherung bietet in der Regel einen vollumfänglichen Reiseschutz. Neben der meist darin erhaltenden Reiserücktrittsversicherung und Reisegepäckversicherung, bietet sie ebenso einen Schutz bei einem Skiunfall:

Sie übernimmt grundsätzlich nicht nur die Kosten für eine bessere Versorgungsklasse im Krankenhaus, sondern auch diese Kosten, die durch eine Hubschrauber-Bergung anfallen.

Die private Unfallversicherung

Die private Unfallversicherung übernimmt die gleichen Kosten wie die Reiseversicherung: also neben der besseren Versorgung im Krankenhaus, auch die Kosten für die Bergung mit einem Helikopter.

Der Vorteil an der privaten Unfallversicherung ist, dass sie – anders als die Reiseversicherung – weltweit, rund um die Uhr und für alle Arten von Unfällen gilt. Sie ist also auf nicht auf den Wintersport begrenzt.

Dafür zahlt man jährlich – bei einer Police von 200.000 Euro – eine Grundsumme von etwa 150 Euro.

Mitgliedschaften bei alpinen Vereinen / Schutzbrief von ADAC (oder ÖAMTC)

Wer ganz ohne eine Versicherung auskommen möchte, kann auf den eingeschränkten Versicherungsschutz der alpinen Vereine oder vom ADAC (in Österreich: ÖAMTC) setzen. Oftmals werden sowohl die Kosten für die Helikopter-Bergung und sogar für einen Krankenrücktransport übernommen.

Dieser Versicherungsschutz kommt jedoch selbstverständlich nur denen zugute, die auch tatsächlich ein entsprechendes Mitglied sind und für einen solchen Schutz ebenso einen gewissen Beitrag zahlen.

Haftpflichtversicherung

Wer den Skiunfall überwiegend oder zumindest teilweise verschuldet hat und dadurch entweder Personen- oder auch Sachschäden entstanden sind, kann grundsätzlich den daraus resultierenden Schadensersatz durch seine Haftpflichtversicherung decken.

Dieser Versicherungsschutz endet jedoch regelmäßig dort, wo grob fahrlässig gehandelt wurde, also wenn die Pistenregeln mit Absicht nicht befolgt wurden. Gleiches gilt auch, wenn man sich unter Alkohol, Suchtmitteln oder Medikamenten auf die Piste begibt.

Rechtstipp:  Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob sie für den kommenden Skiurlaub ausreichend versichert sind, so fragen Sie bitte unbedingt bei ihrer gesetzlichen Krankenkasse, ihrer Haftpflicht-, Unfall- oder Reiseversicherung nach. Ein Skiunfall kann nämlich den weißen Traum auf der Piste ganz schnell zu einem Alptraum werden lassen.

Quelle: Juraforum.de (sk)

Schlagwörter: Skiunfall, Unfall, Skifahrer, Skiurlaub, Winterurlaub, Piste, gesetzliche Krankenkasse, Versicherung, Versicherungsschutz, Reiseversicherung, Unfallversicherung, Krankenversicherung, Haftpflichtversicherung


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