Private Haftpflichtversicherung: Was vor Vertragsabschluss rechtlich zu beachten ist!

Autor: , verfasst am 08.12.2016, 09:37| Jetzt kommentieren

Bei dem Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung sollte man unbedingt aufpassen. Worauf Verbraucher besonders achten sollten, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Haftpflichtversicherung abschließen (© mapoli-photo / fotolia.com)
Haftpflichtversicherung abschließen
(© mapoli-photo / fotolia.com)

Der Abschluss einer guten privaten Haftpflichtversicherung ist für Verbraucher unbedingt empfehlenswert. Das kommt daher, weil Sie im Alltag schnell einen Personenschaden, Sachschaden oder Vermögensschaden anrichten können, der nicht in den Bereich der KFZ-Haftpflicht gehört. Das gilt etwa dann, wenn Sie als Fußgänger oder Radfahrer am Straßenverkehr teilnehmen. Sie haften für den von Ihnen angerichteten Schaden in unbegrenzter Höhe. Dies kann etwa dann teuer werden, wenn Sie jemanden schuldhaft verletzen und dieser aufgrund dessen nicht mehr erwerbsfähig ist. Eine private Haftpflichtversicherung ist aber auch dann interessant, wenn jemand Sie zu Unrecht für einen Schaden in Anspruch nimmt, denn Sie gar nicht angerichtet haben. Hier wehrt die Haftpflichtversicherung unberechtigte Ansprüche ab. Dies gilt auch dann, wenn Sie deshalb auf Schadensersatz verklagt werden.

Gleichwohl müssen Sie bei dem Abschluss des Vertrages mit einer privaten Haftpflichtversicherung vorsichtig sein. Ansonsten müssen Sie trotzdem damit rechnen, dass Sie finanziell vor dem Ruin stehen.

Höhe der Versicherungssumme ist bei Haftpflichtversicherung wichtig

Um dies zu vermeiden, müssen Sie auf die Höhe der abgeschlossenen Versicherungssumme achten. Viele Haftpflichtversicherungen kommen nicht in unbegrenzter Höhe für den von Ihnen angerichteten Schaden auf, sondern begrenzen Ihre Haftung. Sofern der Schaden die jeweilige Deckungssumme übersteigt, gehen Sie leer aus. Von daher sollten Sie insbesondere die Versicherungssumme für Personenschäden aber auch für Sachschäden hoch genug ansetzen. Demgegenüber ist die Höhe der Versicherungsprämie mehr als zweitrangig. Sie sollten dabei beachten, dass eine private Haftpflichtversicherung mit hoher Versicherungssumme nicht unbedingt teuer sein muss. Manche Versicherungen bieten darüber hinaus eine niedrigere Prämie trotz hoher Versicherungssumme für bestimmte Gruppen wie Beamte an.

Schäden im beruflichen Bereich häufig nicht abgedeckt

Wichtig ist ferner, dass eine private Haftpflichtversicherung normalerweise nicht für Schäden aufkommt, die Sie im beruflichen Bereich anrichten. Hierbei sollten Sie bedenken, dass Arbeitnehmer unter Umständen von Ihrem Arbeitgeber auf Schadensersatz in Anspruch genommen werden können. Inwieweit dass der Fall ist, hängt von Ihrem Verschulden ab. Dabei braucht der Arbeitnehmer jedoch außer bei vorsätzlichem Handeln nur für eine bestimmte Quote aufkommen. Lediglich bei leichtester Fahrlässigkeit kann der Arbeitnehmer nicht auf Schadensersatz in Anspruch genommen werden. Wer sich hier als Arbeitnehmer absichern möchte, sollte zunächst bei seinem Arbeitgeber nachfragen, inwieweit es eine Betriebshaftpflichtversicherung angeschlossen hat. Wenn das nicht der Fall ist, sollte er eventuell den Abschluss einer solchen Berufshaftpflicht für sich erwägen. Interessant kann dies vor allem für Selbstständige sein. Manche selbstständigen Berufe wie Ärzte oder Hebammen müssen eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen.

Auf Haftungsausschlüsse der Haftpflichtversicherung achten

Darüber hinaus sollten Versicherte vor dem Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung prüfen, inwieweit die Haftung für bestimmte Bereiche ausgeschlossen ist. Hierbei sollte man besonders auf Haftungsausschlussklauseln im Kleingedruckten achten. Haftungsausschlüsse gibt es unter Umständen für bestimmte Sportarten, für ehrenamtliche Tätigkeiten für gemietete beziehungsweise geliehene Sachen, für Gefälligkeitsschäden (etwa für Hilfe beim Umzug) und Schäden durch die Nutzung des Internet. Bei manchen Haftpflichtversicherungen kann man diese Bereiche mitversichern lassen. Eine interessante Option kann auch ein Schutz vor Forderungsausfall sein. Hier kommt eventuell die eigene Haftpflicht auf, wenn der Versicherte von einem anderen geschädigt worden ist und diesen nicht auf Schadensersatz in Anspruch nehmen kann. Dabei sollte allerdings auf die genauen Konditionen geachtet werden.

Bei Stiftung Warentest informieren

Bei der Auswahl Ihrer privaten Haftpflichtversicherung und dem Abschluss des Versicherungsvertrages sollten Sie schließlich auch auf die Informationen der Stiftung Warentest zurückgreifen. Viele Policen sind hier Tests unterzogen worden.

(Harald Büring)


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