Haftung bei Sturmschäden – die Rechtslage

Autor: , verfasst am 01.02.2018, 10:57| 1 Kommentar

Die Naturgewalten schlagen immer häufiger und auch immer heftiger zu. Innerhalb kürzester Zeit kann es zu immensen Sachschäden und leider auch zu Personenschäden kommen. Nachdem der erste Schreck überwunden ist, geht es in vielen Fragen um die Haftung?

Schaden durch Sturm. (© Animaflora - Fotolia.com)
Schaden durch Sturm.
(© Animaflora - Fotolia.com)

Ab wann spricht man von einem Sturm - versicherungsrechtlich?

Für die Definition und Angabe einer Sturmstärke wird die sogenannte Beaufortskala herangezogen. Sie unterteilt Windgeschwindigkeiten in insgesamt 13 Windstärkenbereiche von 0 bis 12.

  • 0: bedeutet Windstille
  • 12: es handelt sich um einen Orkan

Seit 1935 wird die Beaufortskala weltweit als allgemein gültig angenommen und wurde 1946 noch einmal um 5 Stufen auf damals insgesamt 18 Windstärken erweitert. Heute aber wird nur mit der 12- stufigen Windskala gearbeitet.

Folgende Ziffern werden derzeit verwendet, um Windstärken einzuteilen:

Windstärke 0 = Windstille, oder auch absolute Windstille genannt

Windstärke 1 = Leichter Zug mit 1-5 km/h Windgeschwindigkeiten, ein Lufthauch ist kaum merklich

Windstärke 2 = Leichte Brise mit 6-11 km/h Windgeschwindigkeiten, die leichte Brise ist im Gesicht fühlbar

Windstärke 3 = Schwache Brise mit 12-19 km/h Windgeschwindigkeiten, dünne Zweige und Blätter bewegen sich

Windstärke 4 = Mäßige Brise mit 20-28 km/h Windgeschwindigkeiten, der Wind bewegt lose Blätter auf dem Boden

Windstärke 5 = Frische Brise mit 29-38 km/h Windgeschwindigkeiten, kleine Laubbäume schwanken

Windstärke 6 = Starker Wind mit 39-49 km/h Windgeschwindigkeiten, auch dicke Äste bewegen sich

Windstärke 7 = Steifer Wind mit 50-61 km/h Windgeschwindigkeiten, die See türmt sich auf, erste Bäume schwanken

Windstärke 8 = Stürmischer Wind mit 62-74 km/h Windgeschwindigkeiten, auch größere Bäume schwanken, erste Zweige brechen

Windstärke 9 = Sturm mit 75-88 km/h Windgeschwindigkeiten, hohe Wellen auf See, Gartenmöbel werden umgeworfen

Windstärke 10 = Schwerer Sturm mit 89-102 km/h Windgeschwindigkeiten, an Häusern können große Schäden entstehen, Bäume werden entwurzelt

Windstärke 11 = Orkanartiger Sturm mit 103-117 km/h Windgeschwindigkeiten, Dächer werden abgedeckt, Autos umgeworfen, schwere Schäden in Wäldern durch Windbruch

Windstärke 12 = Orkan mit mehr als 117 km/h Windgeschwindigkeiten. Gefahr schwerer Verwüstungen

Für die Versicherungen zählen Windgeschwindigkeiten ab Windstärke 8 zu den Stürmen. Hierfür muss der Versicherte aber nicht selber messen oder nachweisen, dass genau diese Geschwindigkeiten erreicht wurden. Eine Wetterstation in der Nähe muss solche Sturmgeschwindigkeiten gemessen haben, das reicht als Beweis völlig aus, so urteilte jüngst das Oberlandesgericht Karlsruhe (Az. 12 U 251/04) in einem Verfahren. Aber auch die Beaufortskala ist höchstrichterlich anerkennt. Ein Anruf beim Deutschen Wetterdienst kann ebenfalls Aufschluss geben, über die zu erwartenden und tatsächlich stattgefundenen Windstärken.

Was passiert, wenn die Windstärke am Schadensort nicht feststellbar ist?

Sie möchten Ihrer Versicherung einen Sturmschaden nachweisen, in ihrer Region waren die gemessen Windstärken aber nicht über der notwendigen Mindeststufe von 8 liegen? Auch das geht, es muss sicher hierbei nicht unbedingt um einen Ausschluss handeln, denn ein Sturmschaden am Haus kann einer Versicherung gegenüber nachgewiesen werden, wenn das Haus sich vor dem Sturm in einwandfreiem Zustand befand und die Schäden am Haus eindeutig auf einen Sturm zurückzuführen sind. Ein Gutachter kann für den benötigen Vorher-Nachher-Vergleich hilfreich sein.

Was sind Ausschlussklauseln?

Je nach Vertrag haben die Versicherungen einige Klauseln eingearbeitet, in denen kein Versicherungsschutz besteht. Sind Sie von einem Sturmschaden betroffen und die Versicherung weigert sich, den Schaden zu übernehmen, dann kann sich der Blick in die Ausschlussklauseln lohnen. Werden Sie hier unangemessen benachteiligt, dann kann ein Anwalt beantragen, dass diese Ausschlussklauseln als unwirksam gelten. Allerdings ist hier immer die Einzelfallentscheidung abzuwägen, daher können Sie sich nicht darauf verlassen. Lesen Sie also Ihren Versicherungsvertrag vor Unterschrift sehr gut durch und hinterfragen Sie bei der Versicherung etwaige Unklarheiten oder Einzelheiten.

Welche Versicherung zahlt für Sturmschäden?

Grundsätzlich kommt die Hausratversicherung für Schäden durch einen Sturm auf. Hierbei handelt es sich zum Beispiel

  • um abgedeckte Dächer,
  • zerschlagene Fassaden,
  • eingedrückte Türen und Fenster.

Es erfolgt die Erstattung der beschädigten Sachwerte zum Neuwert. Allerdings würde die Versicherung nicht einspringen, falls ein Fenster offen gestanden hat. 

Immobilienbesitzer sollten zusätzlich eine Sturmversicherung abschließen, um nicht nur die Kosten der unmittelbaren Sturmschäden abzudecken, sondern auch die Folgekosten durch einen Sturm. Zum Beispiel: Ein Dach wird abgedeckt und es regnet rein oder herabstürzende Ziegel fallen auf ein Auto und beschädigen es. Die Elementarversicherung greift allerdings nicht bei im Bau befindlichen Gebäuden. Hier muss eine zusätzliche Bauleistungsversicherung einspringen. Rohbauten sind besonders sturmgefährdet und auch das Material auf einer Baustelle ist dem Sturm schutzlos ausgeliefert. Über die Bauleistungsversicherung werden nicht nur die zerstörten Bauteile und Baustoffe ersetzt, sondern auch die notwendigen Handwerkerleistungen, um den ursprünglichen Zustand von vor dem Sturm wiederherzustellen.

Normalerweise ist immer nur das Haupthaus in der Elementarversicherung abgedeckt, weitere Gebäude, Carports, Garagen oder Gartenhäuser müssen zusätzlich in die Versicherungspolice aufgenommen werden. Die Elementarversicherung wird zusätzlich zur Gebäude- oder Hausratversicherung bei vielen Versicherern angeboten. 

WICHTIG: Wer in den letzten 5 oder 10 Jahren aber bereits einen Sturmschaden seiner Versicherung gemeldet hat, wird unter Umständen nicht so leicht eine neue Elementarversicherung abschließen können. Außerdem haben verschiedene Tests ergeben, dass die Leistungen der Versicherungen teilweise sehr erheblich sein können.

Elementarschadenversicherung nicht Pflicht

Nur in Baden-Württemberg gab es bis 1994 die Pflicht zum Abschluss einer Elementarversicherung für die eigene Immobilie. Daher ist die Zahl der geschützten Häuser mit 94% in diesem Bundesland besonders hoch. Leider ist dies eine Ausnahme, denn noch immer sind in Deutschland knapp 11 Millionen Häuser nicht gegen die Folgen von Naturgefahren wie Starkregen, Orkan oder Hagel versichert

Während Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bei Werten um die 40% liegen, bilden Bremen und Niedersachsen mit 17 bzw. 18 % die Schlusslichter. In Berlin und Brandenburg liegen die Zahlen bei rund 30% und Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen liegen mit 39, bzw. 29 und 33% schon ziemlich weit oben in der Statistik. Hamburg, Schleswig-Holstein und das Saarland bilden mit Zahlung rund um 20% eher das untere Drittel.

Was tun bei alter DDR-Police?

Hauseigentümer können beruhigt sein, wenn Sie noch eine alte DDR-Police haben. Diese enthalten alle Elementarschäden und sogar die Überschwemmungsschäden. Nach der Wende hatte der Versicherer Allianz die Verträge aus der Staatsversicherung übernommen und führt diese bis heute unverändert fort. 

Gebäudeversicherung = Elementarschadenversicherung?

Eine Elementarversicherung ist zwar auch als eigenständige Versicherung zu erhalten, sie kann jedoch auch in der Wohngebäudeversicherung bereits enthalten sein. Grundsätzlich sind folgende Schäden abgedeckt:

Wohngebäudeversicherung, normaler Vertrag

  • Bei Brand- und Blitzschäden, zum Beispiel durch Überspannung (je nach Vertrag)
  • Bei Schäden durch defekte Leitungswasserrohre und Abwasserrohre
  • Bei Sturmschäden ab Windstärke 8
  • Bei Schäden durch Hagel
  • Bei Schäden durch Leitungswasser und Frostschäden

Sie bezahlt grundsätzlich Schäden am Haus und am festen Inventar, wie zum Beispiel Heizungsanlagen, fest verlegte Fußböden oder Badewannen, Markisen, Einbauküchen, Alarmanlagen, Satellitenanlagen und Empfangsantennen.

Die Elementarschadenklausel deckt folgende Schäden ab:

  • bei Überschwemmungen durch zum Beispiel Starkregen, Hochwasser
  • Bei Überflutungen
  • Bei einem Erdrutsch sowie bei einem Erdfall 

Was ist ein Erdfall? Ein naturbedingter Einsturz des Erdbodens über natürlichen Hohlräumen, laut dem Oberlandesgericht Koblenz mit Beschluss vom 03.03.2011 unter Aktenzeichen 10 U 1319/10.

  • Bei Erdbeben
  • Bei Lawinen
  • Bei Schneedruck

Nicht alle Punkte müssen in der Versicherung enthalten sein, es kommt darauf an, wo das Hauptrisiko der Police liegt.

Das Wichtigste zur Elementarversicherung im Überblick:

In Deutschland gibt es keine Pflicht für Immobilienbesitzer, eine solche Versicherung abzuschließen. 

  • Besonders in Risikogebieten sollte eine Police abgeschlossen werden. Dazu gehören zum Beispiel Gebiete in denen öfters Lawinen abgehen, Überschwemmungen oder Erdbeben auftreten, es zu Erdrutschen oder Erdsenkungen kommen kann. 
  • Nicht empfehlenswert ist der Abschluss einer Elementarversicherung für Eigentümer oder Mieter, deren Hausrat oder Wohngebäude keine Gefahr von solchen Naturkatastrophen droht.
  • In Zukunft soll die Elementarversicherung in Naturgefahrenversicherung umbenannt werden.
  • Die Elementarversicherung funktioniert wie ein Zusatzbaustein zur Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung. 

Tipps:

a) Prüfen Sie bestehende Verträge
b) Schätze Sie das Risiko realistisch ein
c) Erweitern sie eventuell bestehende Verträge aus Kostengründen
d) Die Versicherungssumme nicht zu knapp bemessen. Sie muss für einen Neubau ausreichen und alle Schäden beseitigen. 
e) Schließen Sie stets den Neuwert ab und nicht den Zeitwert. 

Was wird in der Elementarversicherung abgedeckt?

  • Hochwasser

Was wird nicht in der Elementarversicherung versichert?

  • Vorsatz
  • Sturmflut
  • Grundwasser, das unterirdisch ins Gebäude eindringt

Extra-Tipp: Sie finden keine Versicherung, die mit Ihnen einen Vertrag abschließen will? Dann wenden Sie sich zuerst an die öffentlich-rechtlichen Versicherer oder ausländische Versicherungen. Sie schätzten das Risiko teilweise völlig anders ein. Die private Hausratversicherung ist für alle Schäden am im Haus befindlichen Inventar sowie dem Hausrat zuständig. Achten Sie darauf, nicht unterversichert zu sein. Empfehlungen gehen von 650 Euro pro Quadratmeter aus.  ACHTUNG: Diese Versicherung ist nicht Teil der Gebäudeversicherung und muss gesondert abgeschlossen werden. 

Kostenübernahme bei Sturmschäden – Welche Versicherung zahlt welche Schäden?

Schäden am Gebäude bzw. Eigenheim

Das eigene Häuschen ist der Traum vieler Paare und Familien. Die monatlichen Kosten sind immer auch eine Belastung und zur Seite gelegt werden, muss ja auch noch was. Denn irgendwas geht ja bekanntlich immer kaputt oder muss erneuert werden. Im schlimmsten Fall kommt auch noch ein Sturm auf, der massive Schäden am Eigenheim hinterlässt. Wer kommt denn jetzt dafür auf?

Sturmschäden am Eigenheim sind entweder von der Wohngebäudeversicherung, der Elementarversicherung oder der Hausratversicherung abgedeckt. Für direkte Schäden am Haus ist die Wohngebäudeversicherung zuständig. Die Hausratversicherung übernimmt die Schäden an der Einrichtung. 

Ab Windstärke 8 übernimmt die Wohngebäudeversicherung die Schäden durch umgestürzte Bäume oder abgedeckte Dächer und beschädigte Fassaden. Allerdings müssen in der Versicherungspolice auch Sturm- und Hagelschäden inkludiert sein. Gartenhäuser und Garagen, die auf dem gleichen Grundstück stehen, sind ebenfalls nur mitversichert, wenn sie in die Police eingetragen wurden. Hauseigentümer sind allerdings auch für Schäden haftbar, die durch die Sturmschäden entstanden sind. Dazu gehören zum Beispiel ein Blumenkübel, der einem Fußgänger auf den Kopf fällt oder Schäden durch umherfliegende Bauteile. Das Oberlandesgericht Hamm hat allerdings im Jahr 2010 entschieden, dass ein sorgfältig gewartetes Haus bis zur Windstärke 12 nach Beaufort keine Teile durch einen Sturm „verlieren“ dürfe. 

Pflanzen und Bäume müssen vom Hausbesitzer regelmäßig kontrolliert werden, sonst könnte auch hier ein Schadensersatz auf ihn zukommen. Stürzt ein Baum auf das eigene Haus auf Grund eines Sturms, dann springt die Wohngebäudeversicherung ein. Was aber wenn der Baum vom eigenen Grundstück auf das Haus des Nachbarn stürzt?

Sturmschäden an Gebäuden Dritter

Fällt der Baum im Sturm auf das Dach des Nachbarn, das ist das erstmal gesetzlich gesehen höhere Gewalt. Im Normalfall springt die Haftpflichtversicherung ein und übernimmt bei klarer Ausgangslage auch den Schaden am Nachbarhaus. Aber vorsichtig: Wenn der Versicherte mit Vorsatz oder grob fahrlässig gehandelt hat, dann holt die Versicherung unter Umständen die Schadenssumme bei ihm wieder. 

WICHTIG:

a) War der Baum allerdings schon vorher krank oder in seiner Standsicherheit eingeschränkt, dann muss der Baumbesitzer selber zahlen. Eventuell zahlt dies seine private Haftpflichtversicherung, sofern die vorliegt. 
b) Eine Sichtkontrolle 2 x im Jahr reicht aus, so hat der Bundesgerichtshof, mit Aktenzeichen III ZR 225/2003 entschieden. Dabei muss der Eigentümer die Bäume einmal im unbelaubten und einmal im belaubten Zustand kontrollieren. 

Die Haftpflichtversicherung wird auch in Zahlungspflicht genommen, wenn der Baum zum Beispiel nicht auf das Dach neben ihnen fällt, sondern auf Fahrzeuge oder gar Personen trifft und diese zu Schaden kommen. Aber Achtung: Umfallen allein ist noch kein Schaden!

Die Gebäudeversicherung kommt nicht für das Entsorgen und Zersägen des gefallenen Baumes auf dem eigenen Grundstück auf. Hat der umstürzende Baum keinen Schaden angerichtet und liegt jetzt einfach nur so dar, dann muss der Besitzer dafür sorgen, dass dieser entfernt wird. Es gibt aber die Klausel 7363, die Sie in die Gebäudeversicherung aufnehmen lassen können. Die Klausel wird als Zusatzbaustein angeboten und beinhaltet das Entsorgen von umgestürzten Bäumen, sofern eine natürliche Regeneration nicht zu erwarten ist. Dies gilt sowohl für Sturm ab Windstärke 8, als auch für einen Blitzschlag in den Baum.

Schäden an der Wohnungseinrichtung

Wenn sich der Sturm auch im Hausinneren ausgetobt hat oder es durch das offene Dach durchregnet und die neuen Möbel ruiniert, dann ist die Hausratversicherung der richtige Ansprechpartner. Allerdings ist hier zu beachten, dass Dinge, die sich außerhalb des Gebäudes befinden, nicht versichert sind. Dazu gehören zum Beispiel Kinderwägen, Gartenmöbel, Skulpturen oder Blumenkübel. Das Amtsgericht München hat mit dem Aktenzeichen 251 C 1997/106 in einem Verfahren entschieden, dass alle Gegenstände, die auf einer offenen Terrasse stehen, nicht durch die Hausratversicherung geschützt sind.

HINWEIS: Hat der Versicherte vergessen ein Fenster zu schließen und durch eindringenden Regen werden Möbel oder Teppiche beschädigt, dann hat er keinen Anspruch auf Erstattung. 

TIPP:

a) Markisen und Antennen werden mitversichert
b) Überspannungsschäden sind nicht automatisch in jedem Hausratvertrag inkludiert. Bei Abschluss der Hausratversicherung also unbedingt Kurzschluss- und Überspannungsschäden durch Blitzeinschlag mit aufnehmen. 

EXTRA TIPP:

Kurzschluss- und Überspannungsschäden durch Blitzeinschlag in eine Überlandleitung unbedingt mit aufnehmen in die neue Hausratversicherung.

Schäden an Fahrzeugen

Liegt ein Sturm mit mindestens Windstärke 8 vor, dann kommt für Schäden an ihrem Fahrzeug die Teilkaskoversicherung auf. Wer eine Vollkaskoversicherung hat, der hat sogar windbedingte Schäden unter der Klasse 8 in seiner Versicherung inkludiert. Beide Versicherungen kommen übrigens auch auf für Schäden durch herumfliegende Äste oder Ziegel

HINWEIS: 
Betroffene müssen aber in jedem Fall die vereinbarte Selbstbeteiligung leisten.

Grundbesitzerhaftpflicht für Vermieter

Wer seine Immobilien vermietet benötigt einen speziellen Haftpflichtschutz. Dabei sollte vor allem auf eine ausreichend hohe Deckungssumme für Personen- und Sachschäden von mindestens 5 Millionen Euro geachtet werden. Viele Vermieter jedoch glauben, sie seien schon über ihre private Haftpflichtversicherung ausreichend abgedeckt. Dem ist aber leider nicht so. 
Kommt es zu einem Personenschaden auf Grund eines Sturms, dann können Schmerzensgeld, Verdienstausfall, Behandlungskosten sowie eine lange Rentenzahlung anfallen. Hier muss ebenfalls die Haftpflichtversicherung des Eigentümers den Schaden übernehmen. 

Wie verhalte ich mich bei einem Sturmschaden?

Ganz wichtig, damit die Versicherung schnell und vollständig für Ihre Sturmschäden aufkommt, sind die umfangreiche Dokumentation und die korrekte Meldung des Sturmschadens. 

Hier der bestmögliche Ablauf, damit Sie Ihrer Pflicht zur Meldung nachkommen:

  • Als erstes die Versicherung informieren und eine Schadensanzeige stellen
  • Weisung des Versicherers abwarten, da der Schaden eventuell besichtigt werden muss
  • Dokumentierung des Schadens, bevor man aufräumt. Fotos und/oder Videoaufnahmen helfen später bei der Beweisführung
  • Verändern Sie nichts, was die Schadensfeststellung erschweren könnte. Nur Gefahrenquellen sollten unmittelbar aufgeräumt oder repariert werden
  • Einholung eines Angebotes vom Fachunternehmer bzw. Fachhandwerker zur Beseitigung der Sturmschäden
  • Halten Sie die Schäden/Folgeschäden so gering wie möglich, es gibt die Schadensminderungspflicht
  • Nehmen Sie Zeugenaussagen (evtl. Nachbarn) auf, führen Sie dazu ein Protokoll
  • Erstellen Sie eine Liste mit allen aufgetretenen Sturmschäden
  • Erstellen Sie eine zweite Liste, bei der für alle beschädigten oder zerstörten Gegenstände ein Kaufpreis aufgeführt ist. Dafür müssen Sie aber Quittungen vorlegen. Die Beweislast liegt beim Versicherten.
  • Heben Sie alle beschädigten Gegenstände auf

Fazit:
Sturmschäden sind für alle Betroffenen eine belastende Situation. Um sich vor solchen Schäden zu schützen bzw. ausreichend abzusichern, ist gute Beratung von einem Fachmann nötig. Versicherungsbedingungen und – Leistungen müssen unbedingt sorgsam gelesen werden, damit keine Versicherungslücken entstehen. Die Preisunterschiede sind gerade bei Wohngebäudeversicherungen teils erheblich. Ein guter Vergleich der angebotenen Leistungspakete und Konditionen sollte vor jeder Entscheidung stehen. Eine ausreichende Deckungssumme ist besonders für die Haftpflichtversicherung beim Gebäude wichtig. 

Im Falle eines Sturmschadens ist die unverzügliche Meldung bei der Versicherung wichtig. Dazu kommen die Dokumentation und die Beweislast für die Schäden durch die Versicherten. Beachten Sie die Schadenminderungspflicht und heben Sie alle beschädigten Gegenstände auf. Sollten Sie schon einmal einen Sturmschaden gemeldet haben und haben Schwierigkeiten einen neuen Versicherungspartner zu finden, dann lohnt sich die Anfrage bei den öffentlichen Versicherern oder ausländischen Versicherungen. 

Autor: Juraforum-Redaktion


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Bisherige Kommentare zum Ratgeber (1)

Thomas Hübner  (04.03.2018 17:25 Uhr):
In der Klausel 7363 zu den Beräumungskosten durch Sturm umgestürtzte Bäume ist allgemein der Wortlaut wie folgt angegeben : ... übernommenen werden die Kosten der Beräumung und Entsorgung von Bäumen auf dem Grundstück." Dies Formulierung lässt für den normalen Versicherungsnehmer(und Laien ) den logischen Schluss nach Wortsinn zu, das damit auch ggf vom Nachbargrundstück herübergestürtzte und ebenfalls zu entsorgende Bäume inbegriffen sind. Da : "Bäume auf und nicht des Grundstücks " im Versicherungsfall dann zu entsorgen sind. Wie ist die Rechtslage?





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