Was ist eine MPU und wann muss man diese machen?

Autor: , verfasst am 16.02.2015, 11:04| 1 Kommentar

Die MPU ist eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung. Sie beurteilt die Fahreignung des Antragstellers. Im Volksmund spricht man auch oft von einem "Idiotentest".

Die MPU beurteilt die Fahreignung des Antragstellers. Sie stellt eine Prognose zur Verkehrsbewährung des Antragstellers dar. Durch die MPU Begutachtung haben die Fahrerlaubnisbehörden eine Hilfe, wenn es um die Entscheidung über die Entziehung oder Neuerteilung der Fahrerlaubnis geht. Ziel der MPU ist es, die Verkehrssicherheit zu verbessern, und die Zahl der Unfälle zu verringern.

Wann muss man die MPU machen?

Wenn die Führerscheinstelle Zweifel an der Fahreignung eines Verkehrsteilnehmers hat, fordert sie die MPU an. Das Gutachten, dass infolge der MPU erstellt wird, ist Entscheidungsgrundlage dafür, ob jemand ein Fahrzeug im Verkehr fahren kann oder nicht. Dabei wird die MPU nach einheitlichen, verbindlichen und sachlichen Kriterien erfüllt. So kann ein Missbrauch dieses Gutachtens vermieden werden.

MPU (© Ehrenberg Bilder - Fotolia)
MPU
(© Ehrenberg Bilder - Fotolia)

Zur MPU muss man meistens dann, wenn man ein Auto im Verkehr unter Alkohol- oder Drogeneinfluss fährt. Bei Fahrten unter Alkoholeinfluss ist die MPU immer dann fällig, wenn der Fahrer mit einer Blutalkoholkonzentration von 1,6 Promille oder mehr gefahren ist.

Weitere Anlässe für eine MPU sind beispielsweise eine zweifelhafte körperliche oder geistige Eignung der Person als Fahrer eines Fahrzeugs.

Was kostet eine MPU?

Die Kosten der MPU werden in der Anlage zu § 1 der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr geregelt. Die Kosten richten sich nach dem durchschnittlichen Aufwand der Fragestellungen. So kostet die MPU bei Fahren unter Alkoholeinfluss ca. 402,00 Euro, 347,00 Euro bei zu vielen Punkten in der Verkehrssündenkartei und 755,00 Euro wegen Fahren unter Drogen- und Alkoholeinfluss. Zusätzlich kommen noch Kosten für eventuelle Urin- oder Haarproben hinzu, Vorbereitungen für die MPU usw. dazu. Kosten für eventuelle Nachschulungen können auch noch dazu kommen. Fest steht: eine MPU ist nicht billig.

Was kann man bei einer negativen MPU machen?

Man kann gegen ein negatives MPU Gutachten immer gerichtlich vorgehen. Da muss geprüft werden, ob das Gutachten in allgemein verständlicher Sprache abgefasst, nachvollziehbar und nachprüfbar war. Auch müssen im Gutachten die Untersuchungsmethoden und Verfahren angegeben werden, die zu den Schlussfolgerungen im Gutachten geführt haben. Fehlt es an diesen, hat ein Verfahren gegen den Gutachter gute Chancen auf Erfolg.

Fazit:

Es gibt in Deutschland Organisationen rund um die MPU. Lassen Sie sich von diesen beraten. Auch können Sie im Internet Preise der verschiedenen Anbieter vergleichen. Eine MPU kann nämlich nicht nur beim Staat gemacht werden, sondern auch bei privaten Stellen.

Schlagwörter: MPU, Kosten, Führerscheinstelle, Gutachten, Fahrer


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Bisherige Kommentare zum Ratgeber (1)

Liesel  (10.01.2016 17:58 Uhr):
Bin 68 Jahre habe seit 1968 Klasse 2 seit 1979 Busführerschein mit Verlängerungen und möchte nur noch Klasse 2 bezw. CE brauche ich eine MPU




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