Richtiges Verhalten bei einem Verkehrsunfall

Autor: , verfasst am 09.02.2015, 07:47| 1 Kommentar

Viele wissen gar nicht, wie sie sich bei einem Verkehrsunfall verhalten sollen. Wir geben Ihnen ein paar Ratschläge, die Sie bei einem Verkehrsunfall beachten sollte.

Die ersten Schritte

Bei einem Verkehrsunfall sollten Sie, egal ob Sie bei dem Verkehrsunfall beteiligt sind oder nicht, schauen ob erste Hilfe zu leisten ist. Schauen Sie nach, ob Personen verletzt sind, und ob Notarzt, Rettungsdienst oder Feuerwehr informiert werden müssen.

Aber auch wenn der Unfall nicht schwer ist, muss man sich richtig verhalten. Halten Sie an und sichern den Verkehr. Zur Sicherung benötigen Sie ein Warndreieck und eine Warnweste. Diese sind in Deutschland Pflicht und man muss sie bei sich führen, wenn man am öffentlichen Straßenverkehr mit einem Kfz teilnimmt. Stellen Sie das Warndreieck 100m entfernt vom Unfallort auf, sodass die Verkehrsteilnehmer rechtzeitig gewarnt werden können und die Geschwindigkeit reduzieren. Die Warnweste ist dabei auch ggf. anzuziehen.

Verkehrsunfall (© hero - Fotolia)
Verkehrsunfall
(© hero - Fotolia)

Bei Unfällen macht es in der Regel auch Sinn, die Polizei zu rufen. Diese kann den Unfall dokumentieren, das Unfallgeschehen aufnehmen und alle Daten und Spuren sichern. Man sollte deshalb bei einem Unfall auch immer warten, bis die Polizei am Unfallort angekommen ist, und die Beteiligten aus dem Unfallgeschehen entlässt. Deswegen darf man auch keine Unfallspuren beseitigen. Dies muss alles die Polizei dokumentieren.

Und was kommt danach?

Nach dem Unfall kommen meisten die Kosten und die Schäden auf einen zu. Hierbei stellen sich viele Fragen.

Sachverständigengutachten

Als Geschädigter haben Sie immer das Recht, einen unabhängigen Sachverständigen einzuschalten. Diesen können Sie frei wählen. Er stellt die Wertminderung des Autos fest, sowie den Rest- und Wiederbeschaffungswert sowie die Reparaturkosten für das Auto fest. Die Gutachterkosten übernimmt dabei die Versicherung, wobei Sie darauf achten müssen, dass die Kosten nur dann übernommen werden, wenn es sich um keinen Bagatellschaden handelt. Die Grenze für die sogenannten Bagatellschäden liegt heutzutage bei ca. 800 Euro. Bei einem Bagatellschaden empfiehlt es sich, einen Kostenvoranschlag bei einer Werkstatt zu beantragen (die Kosten liegen bei ca. 50 – 100 Euro) und den Schaden entsprechend abzurechnen.

Reparatur oder Schadensersatz?

Wenn es um die Reparatur geht, können Sie frei wählen, ob Sie das Fahrzeug reparieren wollen, oder doch lieber Schadensersatz erhalten wollen. Niemand, und erst recht nicht die Versicherung darf Ihnen vorschreiben wann wie und ob sie reparieren. Sie können also auch den Schadensersatz alleine geltend machen, und das aufgrund des Sachverständigengutachtens. Sie bekommen dann das Geld und können selber entscheiden, ob Sie reparieren wollen oder nicht. In diesen Fällen bekommen Sie jedoch die Mehrwertsteuer nicht erstattet.

Was ist mit Verletzungen?

Bei Körperverletzungen oder Gesundheitsbeschädigungen stehen Ihnen Ansprüche auf Schmerzensgeld, Ersatz des Verdienstausfalls und Ersatz der Heilbehandlungskosten zu.

Darf ich einen Anwalt kontaktieren? Muss ich den selber bezahlen?

Die Statistiken zeigen, dass Unfallgeschädigte, die sich von einem Anwalt helfen lassen, deutlich höhere Schadensersatzsummen bekommen, als solche ohne Anwalt. Lassen Sie sich deswegen möglichst durch einen Anwalt beraten. Wenn es nicht gerade um Bagatellschäden geht, muss die Haftpflichtversicherung die Anwaltskosten übernehmen. Fragen Sie einfach beim Anwalt oder Sachverständigen nach, ob in Ihrem Fall die Kosten übernommen werden. Dann steht Ihren Rechten (fast) nichts mehr im Weg.

Schlagwörter: Verkehrsunfall, Schadensersatz, Reparatur, Auto, Schaden, Anwalt


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Dzelilovic Siegfried  (05.05.2015 14:57 Uhr):
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