Kraftfahrzeugbrief verloren – was tun?

Autor: , verfasst am 02.04.2015, 08:03| 3 Kommentare

Der Kraftfahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II) ist ein wichtiges Dokument für ein Fahrzeug. Kein Wunder, dass deren Inhaber ihn sehr gut und sicher irgendwo verstauen – manchmal so sicher, dass sie ihn nicht wiederfinden. Die Panik ist in solchen Fällen groß, denn landläufig kursiert die Annahme, dass derjenige, der den Fahrzeugbrief hat, auch gleichzeitig der Besitzer ist. Also muss schnellstens ein Ersatzbrief her. Doch woher? Was ist zu tun, wenn man seinen Kraftfahrzeugbrief verloren hat?

Verlust des Kfz-Briefes der Zulassungsstelle melden

Sei es durch eigene Schusseligkeit, durch Diebstahl oder aufgrund anderer Umstände: wenn der Fahrzeugbrief nicht mehr vorhanden ist, stellt dies den Eigentümer des Fahrzeugs vor ein Problem. Ist kein Fahrzeugbrief vorhanden, so ist es auch nicht möglich, den Anspruch an einem Fahrzeug nachzuweisen, was beispielsweise bei einem Umzug notwendig ist. Auch ist die Gefahr groß, dass ein anderer den Brief gefunden hat und ihn für eigene, illegale Zwecke missbraucht. Davon abgesehen ist derjenige, der seinen Fahrzeugbrief oder Fahrzeugschein verloren hat, grundsätzlich dazu verpflichtet, sich einen Ersatzschein ausstellen zu lassen. Es geht also nicht anders, als dass ein neuer Fahrzeugbrief her muss. Damit dies in die Wege geleitet werden kann, muss zunächst die zuständige Zulassungsstelle über den Verlust des Kraftfahrzeugbriefes informiert werden. Diese wird diese Information an das Kraftfahrtbundesamt weiterleiten. Darüber hinaus wird sie den Fahrzeugbrief für ungültig erklären. Leider kommt es dabei zu Verzögerungen, die von drei bis zu acht Wochen dauern können, weil hierfür ein Aufbietungsverfahren notwendig ist. Dieses ist nicht zu umgehen, weil es der Behörde obliegt, sicherzustellen, dass kein anderer einen Anspruch am betreffenden Fahrzeug hat.

Kann derjenige, der den Brief verloren hat, nachweisen, dass dieser sich zum Zeitpunkt des Verlusts in seinem Besitz befunden hat, stellt die Zulassungsbehörde einen Ersatzbrief aus.

Fahrzeugschein (© © B. Wylezich - Fotolia)
Fahrzeugschein
(© © B. Wylezich - Fotolia)

Nachweis des Eigentums am Fahrzeug notwendig

Damit die Zulassungsbehörde sieht, dass derjenige, der den Verlust des Fahrzeugbriefes gemeldet hat, auch tatsächlich der Eigentümer des Fahrzeugs ist, muss er das Eigentum, nachweisen. Hierfür sind folgende Dokumente notwendig:

  • Personalausweis
  • Verlusterklärung, in der detaillierte Angaben zum Fahrzeug gemacht werden und klargestellt wird, dass nichts unversucht gelassen worden ist, den Fahrzeugbrief wiederzufinden

  • Fahrzeugschein (Zulassungsschein Teil I)

  • Eidesstattliche Versicherung über den Verlust des Kfz-Briefes

Sollte der Fahrzeugbrief gestohlen worden sein, ist zusätzlich noch die Angabe der polizeilichen Vorgangsnummer, unter der der Diebstahl bearbeitet wird, anzugeben.

Die Verlustmeldung muss man übrigens nicht selbst machen: es ist durchaus möglich, eine Person mit dieser Aufgabe zu betrauen. Dieser Stellvertreter muss jedoch eine Vollmacht ausgestellt bekommen, die besagt, dass er tatsächlich dazu berechtigt ist, den Behördengang zu erledigen.

Ist der Verlust des Fahrzeugbriefs kostenpflichtig?

Der Verlust an sich nicht, jedoch das Ausstellen eines Ersatzbriefes sowie die ganze administrative Arbeit der Behörden sind nicht umsonst: wer seinen Kraftfahrzeugbrief als verloren gemeldet hat, muss mit Kosten rechnen, die zwischen 60,- € und 80,- € liegen. Wie hoch diese individuell sind, hängt von der jeweiligen Zulassungsstelle ab.

Fazit: Wer seinen Fahrzeugbrief aus welchen Gründen auch immer nicht mehr finden kann, ist dazu verpflichtet, sich einen neuen auszustellen. Dieses Procedere ist zwar sowohl zeitaufwändig als auch gebührenpflichtig, jedoch absolut notwendig. Hat man also einen Fahrzeugbrief für ein Auto oder ein anderes Kfz, so sollte man ihn an einem sicheren, aber dennoch bekannten Ort aufbewahren. Dies erspart einem Kosten und Mühe…

Schlagwörter: Kraftfahrzeugbrief, Zulassungsbescheinigung Teil II

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Bisherige Kommentare zum Ratgeber (3)

Riesling Trocken  (11.12.2016 11:48 Uhr):
...und wenn auch Zulassungsbescheinigung Teil 1 ("Fahrzeugschein") und TÜV-Belege fehlen, z.B. weil ein teilzerlegtes Auto, das 30 Jahre in einer Scheune stand, mit der Immobilie erworben wurde?
Markus  (13.05.2016 09:42 Uhr):
Mein Motorrad stand in abgemeldetem Zustand 38 Jahre im Keller(wurde von mir drei Jahre gefahren). Der KFZ-Brief ist nicht mehr auffindbar ( der Schein wg. der damaligen Abmeldung sowieso nicht vorhanden ). Das Einzige, was ich noch an Unterlagen habe, sind Versicherungsunterlagen über die drei Jahre, in denen ich das Motorrad gefahren habe. Reicht dies als Eigentumsnachweis gegenüber der Behörde für die Ausstellung eines Ersatzbriefes ?
michel  (28.10.2015 16:27 Uhr):
Hi habe gestohlenes Auto gekauft...gutgläubig. Sta hat mich entlastet. Bekomme ich einen neuen Brief, mit den jetzt neu wieder eingeschlagenen Fahrgestellnummern?




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