Drohnen fliegen lassen: Was ist erlaubt und was ist verboten?

Autor: , verfasst am 06.02.2017, 10:06| 1 Kommentar

Die geplante Drohnenverordnung sieht genaue Regeln für den Betrieb von Drohnen vor. Was Sie hiernach als Besitzer einer Drohne beachten müssen, erfahren Sie in dem folgenden Ratgeber.

Die zunehmende Anzahl von Drohnen hat dazu geführt, dass durch den Flug schnell andere gefährdet werden. Eine solche Situation droht etwa dann, wenn ein Privatmann die Drohne auf dem Grundstück seines Nachbarn fliegen lässt. Hier muss der Nachbar auch damit rechnen, dass der Eigentümer der Drohne heimlich Aufnahmen von seinem Haus und von Personen macht, ohne dass ihm dies gestattet worden ist. Denn viele Drohnen verfügen über eine eingebaute Videokamera, die zudem erstaunlich scharfe Aufnahmen liefert.

Mangels konkreter rechtlicher Vorgaben - wann etwa der Nachbar gegen das Fliegenlassen der Drohne über sein Grundstück beziehungsweise gegen Aufnahmen wegen Verletzung seines allgemeinen Persönlichkeitsrechtes vorgehen kann, ist das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur tätig geworden. Es hat den Entwurf der „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbenannten Fluggeräten“ der Bundesregierung vorgelegt. Diese hat die Verordnung an den Bundesrat weitergeleitet, weil sie nach Art. 80 Abs. 2 GG noch der abschließenden Zustimmung des Bundesrates bedarf (vgl. Bundesrats-Drucksache 39/17 vom 18.01.2017). Auch wenn die „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbenannten Fluggeräten“ noch kein geltendes Recht ist, sollten Eigentümer von Drohnen damit rechnen, dass sie bald in Kraft tritt.

Maximale Flughöhe von Drohnen

Der Entwurf dieser sogenannten Drohnenverordnung sieht zunächst einmal vor, dass eine Drohne normalerweise höchstens in einer Flughöhe vom maximal 100 m fliegen darf. Anders ist das nur über einem Gelände, für die ein Luftsportverein eine Erlaubnis zum Aufsteigen von unbemannten Flugobjekten erhalten hat. Dies setzt allerdings voraus, dass er eine Aufsichtsperson bestellt hat.

Frau läßt eine Drohne fliegen (© Dmytro Titov / fotolia.com)
Frau läßt eine Drohne fliegen
(© Dmytro Titov / fotolia.com)

Vorsicht bei Nachbargrundstücken

Darüber hinaus darf der Besitzer einer Drohne diese gewöhnlich nicht über das bewohnte Grundstück des Nachbarn fliegen lassen, wenn diese mehr wiegt als 250 g. Dies bedeutet allerdings keinen Freifahrschein für alle Drohnen bis zu einem Gewicht von 250 g. Denn auch leichtere Drohnen haben über dem Grundstück des Nachbarn nichts zu suchen, wenn sie sie optische, akustische oder Funksignale empfangen, übertragen oder aufzeichnen kann. Hierunter fallen auch die zahlreichen Drohnen, die mit einer Videokamera ausgestattet sind. Anders ist das nur dann, wenn Ihnen der Nachbar hierzu vorher die Erlaubnis zum Fliegen erteilt hat. Dies sollten Sie allerdings beweisen können. Auch hier sollten Sie keine Bilder machen, soweit Ihnen Ihr Nachbar das nicht ausdrücklich gestattet hat.

Privatleute dürfen Drohne nur in Sichtweite fliegen lassen

Aber selbst auf dem eigenen Grundstück dürfen Besitzer einer Drohne nicht machen, was sie wollen. Sie dürfen die Drohne normalerweise nur in „Sichtweite“ von schätzungsweise einigen hundert Metern fliegen lassen.

Flugverbotszonen für Drohnen

Darüber hinaus müssen Besitzer von freien Drohnen auch in der freien Landschaft aufpassen. Denn Drohnen dürfen nach der geplanten Verordnung über bestimmte Bereiche nicht fliegen. Hierzu gehören vor allem:

  • Bundesfernstraßen
  • Bundeswasserstraßen
  • Bahnanlagen
  • Naturschutzgebiete
  • Industrieanlagen
  • Militärische Anlagen und Organisationen
  • Anlagen der Energieerzeugung
  • Menschenansammlungen,
  • Einsatzorte von Polizei und Rettungskräften
  • Justizvollzugsanstalten
  • An- und Abflugbereiche von Flughäfen.
Zu diesen Flugverbotszonen soll in der Regel ein Abstand von 100 Metern eingehalten werden.

Kennzeichnungspflicht für Drohnen soll eingeführt werden

Damit gegen Besitzer von Drohnen auch rechtlich vorgegangen werden kann, ist die Einführung einer Kennzeichnungspflicht geplant. Der Eigentümer muss hiernach eine Plakette auf die Drohne kleben. Hierauf muss er seinen Namen und seine Anschrift angeben.

Privatleute benötigen gewöhnlich keine behördliche Genehmigung

Privatleute die Drohnen fliegen lassen wollen, brauchen übrigens nach der geplanten Verordnung keine Genehmigung von einer Luftverkehrsbehörde. Anders sieht das allerdings bei gewerblich genutzten Drohnen aus. Dafür soll der Betreiber bei gewerblichen Drohnen nicht das Sichtfluggebot einhalten müssen.

Vorsicht bei schweren Drohnen

Strengere Vorgaben soll es allerdings für Drohnen geben, die schwerer sind als 2 kg. Hier soll der Besitzer seine Kenntnisse nachweisen müssen. Sofern die Drohne mindestens 5 kg wiegt, soll auch ein Privatmann der ausdrücklichen Erlaubnis bedürfen.

Fazit:

Bereits die Anschaffung einer Drohne sollten Sie gut überlegen. Denn Sie müssen damit rechnen, dass möglicherweise schon in wenigen Wochen der Betrieb von Drohnen zu Recht strengen Vorgaben unterliegt. Auch wenn Sie diese erfüllen, müssen Sie beim Fliegen lassen Ihrer Drohne vorsichtig sein. Denn wer andere damit fahrlässig oder sogar vorsätzlich verletzt, muss mit zivilrechtlichen sowie strafrechtlichen Folgen rechnen. Das gilt selbstverständlich auch dann, wenn Sie ohne Zustimmung Aufnahmen von bestimmten Personen machen.

(Harald Büring)

Schlagwörter: Drohne, Drohnen mit Kamera, Kamera-Drohnen


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Bisherige Kommentare zum Ratgeber (1)

egib01  (12.03.2017 21:29 Uhr):
Darf ich auch nicht die sonnenbadende nackte Nachbarin mit einer Drohne filmen?




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