Autorecht: Kaufen, Verkaufen, Unfall, Restwert & Gutachten

Autor: , verfasst am 12.06.2017, 13:31| Jetzt kommentieren

 

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Autoankauf

Kein PKW hält ewig und früher oder später steht daher bei den meisten Fahrern ein Autoankauf an. Je nachdem, ob es ein Gebrauchter oder doch lieber ein Neuwagen oder Jahreswagen sein soll, gibt es verschiedene Wege, einen neuen Wagen zu kaufen. Beim gewerblichen Händler können sowohl Neuwagen als auch Jahreswagen und Gebrauchtwagen gekauft werden. Wer gezielt einen Gebrauchten sucht, kann sich aber auch im privaten Kleinanzeigenmarkt umschauen.

Beim Privatkauf gibt es jedoch keine Garantien und Gewährleistungen. Käufer, die sich nicht gut auskennen, sollten daher beim Kauf von privat einen sachkundigen Begleiter mitnehmen, oder den Wagen in einer Werkstatt durchchecken lassen.

Autorecht / Unfallrecht (© hero - Fotolia.com)
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Autoverkauf gewerblich

Beim gewerblichen Autoverkauf gilt eine zweijährige Sachmängelhaftung. Diese gesetzlich verankerte Haftung kann der gewerbliche Verkäufer nicht ausschließen, er kann sie jedoch unter gewissen Umständen auf ein Jahr verkürzen und dies im Kaufvertrag festhalten. Der gewerbliche Verkäufer haftet im Rahmen der Sachmängelhaftung für mindestens ein Jahr für alle Mängel, die der Gebrauchtwagen bereits zum Zeitpunkt des Verkaufs aufwies.

Viele gewerbliche Autoverkäufer bieten auch eine Gebrauchtwagengarantie. Hierbei handelt es sich um eine freiwillige Serviceleistung, die entweder im Kaufpreis inbegriffen ist oder zusätzlich erworben werden kann und nicht zwingend alle Fahrzeugteile abdeckt.

Autoverkauf privat

Der private Autoverkäufer kann anders als der gewerbliche Autoverkäufer die Sachmängelhaftung im Kaufvertrag völlig ausschließen. Allerdings wird die Haftung nicht automatisch ausgeschlossen, sondern der Ausschluss muss im Kaufvertrag vermerkt werden. Das geschieht durch Klauseln wie „Gekauft wie gesehen“.

Der private Autoverkäufer ist jedoch verpflichtet, dem Kaufinteressenten ungefragt Auskunft über alle ihm bekannten Mängel des Fahrzeugs zu geben. Dazu gehören auch Unfallschäden, auch wenn sie längst repariert wurden. Versäumt der Verkäufer diese Auskünfte zu geben, muss er das Fahrzeug im Zweifelsfall zurücknehmen und dem Käufer den Kaufpreis erstatten.

Autounfall

Unfälle passieren täglich auf deutschen Straßen und umso wichtiger ist es daher, umsichtig und rational zu reagieren, wenn es gekracht hat. Handelt es sich nur um einen kleinen Blechschaden ohne Verletzte, sollten die Beteiligten einen kühlen Kopf bewahren und sich zunächst aus der Gefahrenzone bringen. Die Unfallstelle sollte unverzüglich mit Warndreiecken und Warnblinkanlagen abgesichert werden und alle Beteiligten sollte Warnwesten anziehen, um besser gesehen zu werden. Wurden Personen verletzt, gilt die oberste Priorität natürlich der Versorgung der Verletzten und es müssen ein Krankenwagen sowie die Polizei gerufen werden. Nach dem Unfall sollte der Schaden schnellstmöglich an die Versicherung gemeldet werden.

Restwert Auto

Vor allem nach einem Unfall mit Totalschaden wird oftmals der Restwert eines PKW eine große Rolle spielen. Der Restwert ist im Falle eines Totalschadens ein Schaden, bei dem es sich entweder nicht lohnt, den PKW reparieren zu lassen oder bei dem der PKW irreparabel beschädigt wurde. Wichtig ist die Klärung dieser Frage für die Zahlungen der Versicherung, denn diese wird den Restwert von dem zu erstattenden Wiederbeschaffungswert abziehen.

Stellt also ein Sachverständiger beispielsweise einen Restwert von 2000,-€ fest, wird die Versicherung bei einem Wiederbeschaffungswert von 10.000€ nur 8.000€ zahlen, da der Fahrzeugeigentümer den PKW noch zum Restwert verkaufen kann. Der Restwert wird von einem Gutachter bestimmt und basiert auf Fahrzeugwert vor dem Unfall und den Unfallschäden.
 

Nutzungsausfallentschädigung

Wer unverschuldet in einen Autounfall verwickelt wird, der erhält im Schadenfall eine Nutzungsausfallentschädigung. Diese Entschädigung wird für den Zeitraum gezahlt, in dem das Fahrzeug aufgrund des Unfallschadens nicht nutzbar ist. Die Nutzungsausfallentschädigung wird in Tagessätzen gezahlt und die Höhe richtet sich nach der Art und dem Typ des Fahrzeugs. In der sogenannten EurotaxSchwacke Tabelle, in der insgesamt 38.000 Fahrzeugmodelle aufgeführt sind, finden sich Richtwerte für die Höhe der Tagessätze.

Die Nutzungsausfallentschädigung ist nicht zweckgebunden und kann vom Empfänger nach eigenem Ermessen genutzt werden. Allerdings müssen ein Nutzungswille und eine Nutzungsmöglichkeit gegeben sein, um die Nutzungsausfallentschädigung von der Versicherung ausbezahlt zu bekommen. Wer beispielsweise verletzt im Krankenhaus liegt oder am Tag nach dem Unfall eine vorher gebuchte Flugreise antritt, hat in dem entsprechenden Zeitraum keine Möglichkeit, sein Fahrzeug zu nutzen und somit auch keinen Anspruch auf eine entsprechende Entschädigung.

Kommt es zu einem Verkehrsunfall mit Schaden, muss das Auto gutachterlich untersucht und repariert werden. In dieser Zeit kann der Halter es demnach nicht nutzen. Diesen Nutzungsausfall muss er ersetzt bekommen. Der Halter hat nun die Wahl: Entweder er nimmt einen Mietwagen in Anspruch, bis sein eigenes Auto repariert und wieder fahrtüchtig ist, oder er erhält eine Nutzungsausfallentschädigung.
 

Unfallgutachten

Bei vielen Unfällen muss ein Unfallgutachten erstellt werden, um klarzustellen, wie sich der Unfall ereignet hat und wer der Verursacher des Unfalls war. Diese Fragen zu klären ist maßgeblich für die Zahlungen der Versicherungen und daher unverzichtbar. Ein Unfallgutachten wird von einem unabhängigen Sachverständigen erstellt, der eine detaillierte Unfallrekonstruktion vornimmt und die Schadenhöhe feststellt. Das Unfallgutachten wird dann an die Versicherung weitergeleitet, die die entsprechenden Zahlungen leistet.

Die Kosten für das Unfallgutachten gehören zu den Unfallkosten und muss daher von dem Unfallverursacher oder seiner Haftpflichtversicherung übernommen werden. Wird im Zuge eines Unfallgeschehens ein Gutachten notwendig, muss nicht der von der Versicherung vorgeschlagene Gutachter akzeptiert werden, der Versicherungsnehmer kann vielmehr selbst einen Sachverständigen bestimmen, der das Unfallgutachten erstellen soll.

Auf der Internetseite des Deutschen Gutachter & Sachverständigen Verbands können Gutachter im jeweiligen Postleitzahlgebiet gesucht werden.

Kfz-Gutachten

Gutachten (© DOC RABE Media / Fotolia.com)
Gutachten
(© DOC RABE Media / Fotolia.com)

Wird das eigene Fahrzeug bei einem unverschuldeten Unfall beschädigt, wird der Schaden von der gegnerischen Versicherung ersetzt. Um die Schadenhöhe festzustellen, ist oft ein KFZ Gutachten notwendig. Ein solches Gutachten für die Versicherung wird von einem unabhängigen Sachverständigen erstellt. Nur so kann der entstandene Schaden genau beziffert und ersetzt werden.

Ein ausführliches KFZ Gutachten, das von einem unabhängigen Sachverständigen erstellt wird und in dem der komplette Schadenumfang dokumentiert wird, benötigt nicht nur Zeit, sondern es kostet auch viel Geld. So kommt es vor, dass die Versicherungen sich bei Bagatellschäden weigern, die Kosten für das Gutachten zu übernehmen.

Von einem Bagatellschaden wird ausgegangen, wenn die Schadenhöhe 700,-  € nicht übersteigt, wobei dieser Wert nicht gesetzlich festgelegt ist. In diesen Fällen ist es aber tatsächlich in der Regel ratsam, ein Kurzgutachten in Auftrag zu geben, was weniger detailliert, aber dafür wesentlich kostengünstiger ist.

Mietwagen nach Unfall

Ist das eigene Fahrzeug nach einem Unfall nicht fahrbereit, weil es entweder in der Werkstatt ist oder ein Totalschaden entstanden ist, ist das vor allem für die Menschen ein Problem, die dringend auf ihr Fahrzeug angewiesen sind. Anstelle einer Nutzungsausfallentschädigung kann in diesen Fällen bei unverschuldeten Unfällen auf Kosten der gegnerischen Versicherung ein Mietwagen genommen werden. Im Normalfall ist es nicht notwendig, den Mietwagen in Vorleistung zu bezahlen, da die Versicherung die Zahlungen direkt mit der Mietwagenfirma abrechnet.

Zu beachten sind folgende Punkte:

  • Zahlungen von der Versicherung für einen Mietwagen sind zweckgebunden.
  • Es muss ein Mietwagen genommen werden, der der Fahrzeugklasse des Unfallfahrzeugs entspricht.
  • Der Mietwagen wird für den Zeitraum zur Verfügung gestellt, in dem der eigene Wagen repariert wird oder im Fall eines Totalschadens bis zur Wiederbeschaffung.

Schadensregulierung Ablauf

Unter dem Begriff der Schadensregulierung wird der gesamte versicherungstechnische Ablauf in einem Schadenfall zusammengefasst, der damit endet, dass die geschädigte Person Schadenersatz erhält. Die Versicherung muss zunächst von dem Versicherungsnehmer über den Unfall informiert werden. Es müssen dem Versicherer alle relevanten Informationen zur Verfügung gestellt werden wie beispielsweise Fotos vom Unfallgeschehen oder Namen und Adressen von Zeugen. War es nur ein leichter Unfall ohne Personenschäden, empfiehlt es sich immer, selbst Fotos vom Unfallort zu machen und dort möglichst die gesamte Unfallsituation festzuhalten, also nicht nur die Beule im eigenen Auto zu fotografieren.
Immer vorausgesetzt, man wurde bei dem Unfall nicht schwer verletzt, empfiehlt es sich auch, einen detaillierten Unfallbericht zu schreiben, solange die Erinnerung noch frisch ist.

Alle den Unfall betreffenden Dokumente wie Arztberichte, Atteste, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Rechnungen, die mit dem Unfall zusammenhängen, sollten ebenfalls bei der Versicherung eingereicht werden, wenn dafür Leistungen wie Schmerzensgeld eingefordert werden sollen.

Wer sich die Mühe nicht machen möchte, kann bei einem unverschuldeten Unfall auch einen Anwalt einschalten, der die Schadensregulierung übernimmt, die Kosten dafür muss die gegnerische Versicherung tragen.

ABE-Teilegutachten

Tuning ist bei vielen Autofahrern beliebt, um das Fahrzeug zu individualisieren. Dabei werden oft Bauteile des Autos verändert, was generell kein Problem darstellt, solange damit keine Vorschriften verletzt werden und die Verkehrssicherheit nicht gefährdet wird.

Um das nachzuweisen, müssen für die modifizierten Teile ABE-Teilegutachten vorgewiesen werden.

Die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) bescheinigt, dass das Fahrzeug den Bestimmungen entspricht, die notwendig sind, um in Deutschland am öffentlichen Verkehr teilzunehmen. Werden nun Teile des Fahrzeugs beim Tuning ausgetauscht oder verändert, müssen diese Modifikationen ebenfalls der ABE entsprechen. Das ABE-Teilegutachten stellt sicher, dass die Teile der ABE nicht entgegenwirken. Bei Felgen und anderen Teilen, die der Fahrer leicht selbst wechseln kann, ohne dabei etwas falsch zu machen, liegt eine entsprechende ABE Bescheinigung bei. Sie muss nach der Modifizierung immer mitgeführt werden.

Bei größeren Veränderungen erlischt die ABE des Fahrzeugs und es muss dem TÜV vorgestellt werden, der sowohl die Qualität des Einbaus als auch die veränderten Teile selbst prüft. Entspricht alles den Vorschriften, werden die Veränderungen eingetragen und die ABE ist wieder gültig.

Generell sind nur Teile zugelassen, die entweder über eine Allgemeine Bauartgenehmigung oder eine einzelne Bauartgenehmigung verfügen.

Wirtschaftlicher Totalschaden

Übersteigen nach einem Unfallschaden die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwerts des Fahrzeuges, spricht man von einem wirtschaftlichen Totalschaden. In diesen Fällen ist eine Reparatur zwar ohne weiteres möglich, aus wirtschaftlicher Sicht aber unrentabel.

Hat ein Fahrzeug also beispielsweise einen Wiederbeschaffungswert von 8.000 und einen Restwert von 1.000€, würde man bei Reparaturkosten von mehr als 7.000 € von einem wirtschaftlichen Totalschaden sprechen. In aller Regel kann das verunfallte Fahrzeug in diesen Fällen für den Restwert von 1.000 € verkauft werden, die Versicherung zahlt 7.000 € und der Geschädigte hat somit 8.000 € zur Verfügung, um sich ein neues Fahrzeug zu kaufen.

Doch nicht jeder, der unverschuldet in einen Unfall verwickelt wurde, möchte das. Wer sein Auto trotz wirtschaftlichem Totalschaden weiterhin fahren und daher reparieren lassen möchte, der kann sich auf die 130% Regelung berufen. Sie besagt, dass das Fahrzeug auch bei einem wirtschaftlichen Totalschaden auf Kosten der gegnerischen Versicherung repariert werden kann, wenn die Reparaturkosten 130% des Wiederbeschaffungswerts nicht überschreiten. In der angenommenen Beispielrechnung müssten also Reparaturkosten bis zu einer Höhe von 10400 € von der Versicherung übernommen werden.

Schleudertrauma

Schleudertrauma (© Paolese / Fotolia.com)
Schleudertrauma
(© Paolese / Fotolia.com)

Ein Schleudertrauma ist eine Verletzung, die sehr oft nach Autounfällen auftritt.
Da sie mit bildgebenden Maßnahmen wie Röntgenbilder oder ähnlichem nicht nachzuweisen ist und rein auf der Schilderung des Verunfallten beruht, ist sie bei Versicherungen jedoch sehr umstritten. Das Schleudertrauma kommt durch die plötzliche Krafteinwirkung zustande, die entsteht, wenn die Halswirbelsäule bei einem Unfall zunächst überstreckt und dann stark gebeugt wird.

Das Schleudertrauma macht sich durch folgende Symptome bemerkbar:

  • Verspannungen in der Hals- und Nackenmuskulatur
  • Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule, vor allem im Halswirbelbereich
  • Schwindel
  • Kopf- und Nackenschmerzen
  • Weitere Symptome wie Taubheitsgefühle, Sehstörungen oder verzerrtes Hören

Ein Schmerzensgeld aufgrund eines Schleudertraumas wird nach Autounfällen oft eingefordert, das Schwierige dabei ist jedoch, dass sich das Schleudertrauma weder exakt nachweisen noch ausschließen lässt.

Damit drohen einerseits Schäden bei den Versicherungen, die Schmerzensgelder für ein nicht vorhandenes Schleudertrauma zahlen müssen, andererseits werden aber auch Unfallbeteiligte, die ein schwerwiegendes Schleudertrauma erlitten haben, oft nicht ausreichend entschädigt.

Schmerzensgeld Höhe

Wird eine Person bei einem unverschuldeten Unfall verletzt, hat sie Anspruch auf ein angemessenes Schmerzensgeld. Geregelt ist dies in § 253 BGB. Dort heißt es:

(2) Ist wegen einer Verletzung des Körpers, der Gesundheit, der Freiheit oder der sexuellen Selbstbestimmung Schadensersatz zu leisten, kann auch wegen des Schadens, der nicht Vermögensschaden ist, eine billige Entschädigung in Geld gefordert werden.

Die Höhe des Schmerzensgeldes bemisst sich nach der Schwere der erlittenen Verletzungen. Zwischen Versicherungen und Unfallbeteiligten kommt es hinsichtlich der Höhe des Schmerzensgeldes immer wieder zu Uneinigkeiten. Es ist daher ratsam, direkt einen Anwalt einzuschalten, wenn Schmerzensgeld eingefordert werden soll. Zwar gibt es Tabellen, aus denen sich die Höhe eines angemessenen Schmerzensgeldes bemessen lässt, doch sind diese nicht rechtlich bindend und letztendlich wird es immer auf den Einzelfall ankommen.

Schwierig kann es insbesondere dann werden, wenn das Schmerzensgeld aufgrund subjektiv empfundener Schmerzen wie beispielsweise nach einem Schleudertrauma gefordert wird und es keinen Weg gibt, die Verletzungen und die erlittenen Schmerzen objektiv zu dokumentieren.

Können sich Versicherung und Geschädigter nicht einigen, kann das Schmerzensgeld vor Gericht eingeklagt werden.

Schuldanerkenntnis Unfall

Die Schuldfrage ist bei einem Verkehrsunfall immer sehr wichtig. Sie entscheidet darüber, wessen Versicherung zahlen muss und wer Leistungen einfordern kann. Die Schuld kann entweder ganz bei einem Unfallbeteiligten liegen, es können aber auch mehrere Unfallbeteiligte eine Teilschuld an dem Unfallgeschehen haben.

Wer schuldhaft einen Unfall verursacht hat, der sollte natürlich zu seiner Schuld stehen und nicht versuchen, sich auf Kosten anderer Unfallbeteiligter herauszureden. Dennoch sollte man generell vorsichtig mit einem Schuldanerkenntnis sein, denn es kann sich im Zweifelsfall negativ auswirken. Ist der Unfall gerade geschehen und steht man selbst noch unter Schock, sollte man daher der Polizei sachlich schildern, was geschehen ist, sofern man dazu in der Lage ist. Auf ein Schuldanerkenntnis oder auch eine Schuldzuweisung sollte man in dieser emotional belastenden Situation jedoch besser verzichten. Zwar herrscht auch in der Rechtsprechung die Meinung, dass eine belastende Aussage am Unfallort nicht unbedingt als Schuldanerkenntnis zu werten ist, doch um spätere Komplikationen zu vermeiden, ist es zunächst besser, erst einmal nichts zu sagen.

Mit dem Unfallgegner sollten die persönlichen Daten und die Versicherungsdaten ausgetauscht werden und die weitere Aufnahme des Unfallgeschehens sollte der Polizei überlassen bleiben.

Autoscheiben tönen

Getönte Autoscheiben bringen vor allem im Sommer Vorteile mit sich, da sich das Auto in der Sommerhitze nicht so stark aufheizt. So kann die Klimaanlage geschont werden, was gleichzeitig Sprit spart. Das Tönen der Scheiben stellt jedoch eine bauliche Veränderung dar, bei der einige Dinge beachtet werden müssen.

Generell ist es nicht gestattet, die vorderen Seitenscheiben und die Windschutzscheibe zu tönen. Diese Scheiben müssen zu jeder Zeit eine freie Sicht gewährleisten und dürfen daher nicht getönt werden. Ausnahmen bilden klare durchsichtige Folien an den Seitenscheiben, die vor dem Splittern des Glases schützen sollen. An der Windschutzscheibe sind sie jedoch auch nicht erlaubt.

Für die Windschutzscheibe besteht die einzige Ausnahme in einem Tönungsstreifen, der jedoch besonderen Anforderungen entsprechen muss. So darf er beispielsweise die freie Sicht in keiner Weise behindern.

Werden die hinteren Scheiben des Fahrzeugs getönt, muss eine allgemeine Bauartgenehmigung für die Tönungsfolie vorhanden sein, die bei jeder Fahrt mitgeführt werden muss oder die getönten Scheiben müssen in den Zulassungspapieren vermerkt sein. Wird dies versäumt, riskiert der Fahrzeugführer, die Betriebserlaubnis des Autos zu verlieren.

Auto Marderschaden

Marderschaden (© Andreas Böhm / Fotolia.com)
Marderschaden
(© Andreas Böhm / Fotolia.com)

Marderschäden an Autos treten auf dem Land und in der Stadt gleichermaßen auf. Die Marder beschädigen oftmals Kabel und Schläuche im Motorraum und sorgen damit nicht selten für ein fahruntüchtiges Fahrzeug.

Die Gründe für die Marderattacken sind vielfältig, die Tiere suchen sich dort entweder ein warmes Quartier und räumen störende Schläuche und Kabel mit ihren spitzen Zähnen kurzerhand aus dem Weg, dienen aber auch der Markierung gegenüber Artgenossen oder geschehen aus reinem Spieltrieb.

Direkte Marderschäden werden in der Regel von der Teilkaskoversicherung getragen, bei Folgeschäden kommt es auf den jeweiligen Tarif an.

Um die Marderschäden zu vermeiden, gibt es viele Tricks und Hausmittel, und auch die Wissenschaft forscht an Möglichkeiten, die beißwütigen Tiere von den Autos fernzuhalten. Marder verursachen im Jahr geschätzt Schäden von mehr als 60 Millionen Euro an Kraftfahrzeugen, so dass natürlich auch die Versicherungen ein großes Interesse daran haben, ein probates Mittel zur Marderabwehr zu finden.

Am erfolgversprechendsten scheint eine Marderabwehr mit Elektroden zu sein, die den Tieren ähnlich wie ein Weidezaun einen leichten, unschädlichen Elektroschock versetzen. Die Kosten dafür können jedoch mehrere hundert Euro betragen. Diverse Hausmittel wie Hundehaare oder WC Steine sind zwar wesentlich günstiger, zeigen jedoch keine wirkliche Wirkung.

Einen recht erfolgreichen Marderschutz stellen stabile Kabelummantelungen für besonders gefährdete Bauteile dar, die schon für kleines Geld im Baumarkt zu haben sind. Die ebenfalls im Handel angebotenen Ultraschallgeräte hingegen erweisen sich in der Regel als wirkungslos.


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