Recht der Fotografen bei Bilderklau

Autor: , verfasst am 10.11.2014, 17:17| Jetzt kommentieren

Als Fotograf stehen Ihnen viele Rechte an Ihren Bildern zu

Geschützt sind alle Fotografien, also Foto-Kunst-Werke bzw. vom Profifotografen aufwändig hergestellte Fotografien, aber auch Schnappschüsse aus der Hand eines Foto-Liebhabers.

Gerade bei Fotografen ist es wichtig, die zustehenden Rechte durchzusetzen, denn leider wird mit den Rechten an Fotografien nicht immer so umgegangen, wie es das Gesetz vorsieht.

Immer wieder werden Bilder verwendet, die gar nicht freigegeben wurden oder es wird die Reichweite der Nutzungserlaubnis überschritten. Dabei wird auch z.B. gar keine oder eine falsche Urheberschaft benannt, Bilder werden ins Internet ohne Erlaubnis hochgeladen und dank Copy-Taste weiter verwendet, fotografische Aufnahmen werden ohne Ihr Wollen verändert u.s.w.

Rechtsverletzungen an fremden Bildrechten sind gerade auch im Internet leider an der Tagesordnung. Das muss kein Fotograf dulden.

Ihnen stehen mehrere Ansprüche zu, z.B.

  • Ein Unterlassungsanspruch
  • Ein Auskunftsanspruch
  • Ein Schadensersatzanspruch
  • Ersatz der Rechtsverfolgungskosten, d.h. der Gegner hat Ihre Anwaltskosten zu bezahlen

Der Unterlassungsanspruch sorgt dafür, dass eine Verletzung Ihrer Urheberrechte nicht nochmals begangen wird. Dafür genügt es nicht, dass die Fotonutzung nur eingestellt wird. Denn dann können Sie sich noch nicht darauf verlassen, dass dies in Zukunft auch so bleiben wird. Darum hat der Verletzer eine so genannte strafbewehrte Unterlassungserklärung abzugeben. Strafbewehrt ist sie, weil sie im Fall eines weiteren Verstoßes Zahlung einer Vertragsstrafe vorsieht. Die Unterlassungserklärung bindet dann ein Leben lang und bietet Ihnen als Fotografen einen hinreichenden Schutz.

Natürlich haben Sie auch einen Anspruch auf Auskunft darüber, woher der Verletzter Ihre Fotografie erhalten hat und wie lange er sie genutzt hat.

Trifft den Verletzer ein Verschulden, hat er also auch nur fahrlässig gehandelt, haben Sie einen Anspruch auf Schadensersatz, der auf verschiedene Weise berechnet werden kann. Auch wenn den Verletzer kein Verschulden treffen sollte, haben Sie Anspruch auf Zahlung einer fiktiven Lizenzgebühr, d.h. Sie werden so gestellt, als wäre mit dem Verletzer ein Lizenzvertrag geschlossen worden, für den Sie dann auch entsprechend eine Nutzergebühr verlangen können.

Bei der Höhe dieser Lizenzgebühr kommt es zunächst darauf an, ob schon im individuellen Fall Gebühren vereinbart waren. Andernfalls können die von der Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing (MFM) jährlich herausgegebenen Bildhonorare zugrunde gelegt, zumindest im Bereich der Profifotografie.

Und schließlich hat der Verletzer Ihre Anwaltskosten im Falle einer berechtigten Abmahnung zu erstatten.

Lassen Sie sich anwaltlich beraten, denn wenn Sie zu wenig fordern, werden Ihre Interessen nicht ausreichend berücksichtigt; fordern Sie aber zu viel, können Sie sich auch ersatzpflichtig machen.

Schlagwörter: Bilderklau / Unberechtigte Fotonutzung / Abmahnung / Lizenzgebühr / Recht am Bild

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