Was tun bei offensichtlicher Tierquälerei/schlechter Tierhaltung?

Autor: , verfasst am 10.04.2016, 08:00| 3 Kommentare

Tierquälerei oder schlechte Tierhaltung sind keine Seltenheit. Nimmt man zur Kenntnis, dass Tiere gequält oder schlecht gehalten werden, dann sollte man keinesfalls einfach wegsehen. Tierquälerei geht dabei nicht nur vom klassischen Tierquäler an sich aus, sondern kann sich in jeglicher Form von Gewalt äußern, die ein Tier durch Menschenhand erleiden muss. Da niemand fälschlich beschuldigt werden sollte, ist es angebracht, genau hinzusehen, ob eine Person nur seinen Hund schimpft oder mit einer Kette auf ihn einschlägt. Es müssen aber keine Gewaltausbrüche sein, die man beobachtet, sondern auch, wenn es offensichtlich ist, dass die Pferde und Hunde des Nachbarn völlig verwahrlost und abgemagert sind, sollte dies genau beobachtet und den Behörden gemeldet werden. Zudem ist 

Tierquälerei ist strafbar.  (© Patrick Poendl - Fotolia.com)
Tierquälerei ist strafbar.
(© Patrick Poendl - Fotolia.com)

Tierquälerei ist eine Straftat

In Deutschland gilt Tierquälerei als Straftat, die mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren sanktioniert werden kann. Auch eine Geldstrafe kann verhängt werden. Bestraft wird damit jeder, der einem Wirbeltier erhebliches Leid oder Schmerz zufügt oder es ohne Grund tötet. Geregelt ist der Tatbestand der Tierquälerei in § 17 Tierschutzgesetz. Wird einem fremden Tier Schmerz zugefügt, dann kann dies auch zusätzlich als Sachbeschädigung nach § 303 StGB geahndet werden.

Auch kann ein dauerhaftes Verbot zur Tierhaltung erlassen werden. Derartige Verbote sind keine Seltenheit. Als Beispiel ist hier ein Urteil anzuführen, dass einem 38-jährigen Mann, der mehrmals wegen schlechter Tierhaltung vor Gericht stand, auferlegt wurde. Ihm wurde für die Zukunft jegliche Art von Tierhaltung komplett untersagt, [Verwaltungsgericht Berlin, 09.06.2010, VG 24 L 161.10].

Tierquälerei und schlechte Tierhaltung melden

Ein Griff zum Telefon genügt, um die nächste Polizeistation, das Veterinäramt, ein Tierheim oder eine Tierschutzorganisation über Tierquälerei oder schlechte Tierhaltung zu informieren. In Großstädten existieren überdies spezielle Tierschutzinspektoren. In aller Regel können die Kontaktdaten amtlicher Stellen und Organisationen schnell über das Internet ausfindig werden.


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Bisherige Kommentare zum Ratgeber (3)

Michael Lustig  (26.11.2017 08:45 Uhr):
Hallo ich wohne auf dem Dorf. Habe Nachbarn die Tiere in größeren Mengen halten. Seid Tagen beobachte ich das sie zwei Schafe oder Ziegen in einem Gatter gesperrt wurden wo vor kurzem noch Hausschweine gehalten wurden. Und das ganze Arial nur noch aus Schlamm besteht. Nur eine kleine Stelle um einen Baum her rum. Sage mal 1x1m. Und da harren die armen Tiere seid Tagen aus. Denn bei dem Motter und Schlamm würden sie stecken bleiben. Vernünftige Gespräche sind nicht möglich. Was kann man da tun?
Martiba  (12.07.2015 11:51 Uhr):
Seit geraumer Zeit wohne ich hier und mir gegenüber befindet sich eine ehemalige Kneipe. Der Inhaber hat 3 Schäferhunde dort, die nie außerhalb dieses Hauses zu sehen sind. Vermutlich leben die Tiere nur im Haus, Keller, ggf. noch in einem kleinen Hof. Ich habe selber 14 Jahre eine Schäferhündin als treuen und intelligenten Begleiter kennen lernen dürfen und daher kenne ich genau die Bedürfnisse dieser Rasse. Die Tiere aus der direkten Nachbarschaft bellen manchmal stundenlang. Das bellen ist agressiv, verzweifelt oder vermischt sich mit Heulen und Jaulen. Mir tut das oft in der Seele weh. Einmal bin ich auch hinüber gegangen und habe geklingelt. Man ließ mich auch hinein, der Besitzer meinte jedoch, wenn Sie das Bellen stört, kommen Die eben wieder in den Zwinger - wer will denn so was - ich sicher nicht. Mir ist bekannt, dass schon sehr viele Beschwerden dahin gehend gekommen sind - auch aus der angrenzenden Schule. Als ich die 3 Hunde sah und diese mich freundlich allerdings auch sehr aufdringlich umgaben, hockte ich mich hin und hatte alle um mich herum - eine Welle von Streichelbedürfnis! Als ich wieder ging wollten alle mit zur Türe. Im ersten Moment war ich etwas beruhigt weil der körperliche Zustand der Tiere o.k. war. Ein Tier war ziemlich dick, ein Weibchen. Alle Tiere rochen wohl intensiv. Nun gut - in der jüngsten Vergangenheit jedoch höre ich regelmäßig (das tägliche und stundenlange Bellen der Tiere bleibt davon unberührt!!) den Besitzer fürchterlich und in vollkommener Wut mit dem oder den Tier/Tieren auf übelste Art zu schimpfen und zu brüllen auch Geräusche von langem Schlagen (Zeitung od. Ähnliches habe ich sehr eindeutig warnehmen können, dazu: Bleib stehen, jetzt kackt der auch noch, blöder Hund, no kacken,... bleib liegen, du bleibst liegen... das war so beeindruckend, dass ich mir zu dem Vorfall Notizen gemacht habe. Heute war erneut ein ähnicher Vorfall: Hör auf, pfui, aus, Ton wird immer lauter. Schlägegeräusch selbst durch die geschlossenen Oberlichter zu hören. Da ist so einiges nicht in Ordnung und diese Tiere tun mir persönlich sehr leid - zumal ich weiß, dass ein Malinois dabei ist ´, der als Drogenhund ausgebildet wurde und keinerlei Beschäftigung erhält - sein Name "Alpha" fällt auch meist - irgendwann dreht dieser Hund durch, leiden muss er sicher und die anderen zwei nicht minder. Jetzt werde ich weiter nach einem Ansprechpartner suchen und zum Hörer greifen. Vielleich reicht ja auch mal ein Schuss vor den Bug. In jeden Fall sollte sich mal ein unemotionaler Profi dieses Umfeld und die Lebensbedingungen der Drei anschauen. Nur anonym, denn ich möchte nicht wirklich mit diesen Leuten aneinander geraten. Meinetwegen können die Hunde bellen wenn ich weiß, dass ansonsten die Tierhaltung akzeptabel ist aber meiner Meinung nach ist sie es in keiner Weise. Vielleicht bekomme ich von Ihnen einen guten Hinweis was man hier am besten tut um eine Verbesserung für die Tiere und den Menschen zu bekommen (mir erscheint der Besitzer als vollkommen überfordert) nur der kann gehen, die Tiere nicht und müssen sich diesem Schicksal ergeben. Ich bedanke mich für Ihre Unterstützung.
schmidtx234  (06.06.2015 11:42 Uhr):
In einer Gärtnerei hatte ich einen völlig verdreckten Käfig mit zwei Graupapageien gesehen, die dort seitlich der Blumenbeete leben müssen. Einer der Papageie litt unter Federausfall. Innerhalb des Käfigs gab es keine Futter oder Wassertränke.




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