Verletztes Tier zum Tierarzt bringen - wer zahlt die Rechnung?

Autor: , verfasst am 10.04.2016, 08:00| Jetzt kommentieren

Im Idealfall handelt es sich beim Auffinden eines verletzten Tieres um ein gechipptes und registriertes Tier. Da sich unter diesen Umständen der Halter in der Regel sehr schnell ermitteln lässt, ist er auch verpflichtet, die Kosten für die Behandlung zu übernehmen. Bei nicht gekennzeichneten Fundtieren ist es nicht ganz so einfach festzustellen, wer die Tierarztkosten übernimmt. Denn es lässt sich nicht erkennen, ob das Fundtier entlaufen oder herrenlos ist. Gesetzlich ist vorgesehen, dass jedes Fundtier sofort bei der entsprechenden Stelle (Polizei, Ordnungsamt) gemeldet wird. Wird herausgefunden, dass es sich um ein herrenloses Tier handelt, dann ist die Gemeinde dazu verpflichtet, sich um das verletzte Tier zu kümmern. D. h., es kommt ins Tierheim, das für die Tierarztkosten gerade steht. Unter einem herrenlosen Tier versteht man laut Bürgerlichem Gesetzbuch ein Tier, an dem kein Eigentum besteht (§§ 958-964 BGB). Ein Fundtier wird im Gegenzug als Fundsache eingestuft und dementsprechend behandelt (§§ 965-984 BGB).

Ein Tierarzt kann teuer werden. (© Reimer - Pixelvario - Fotolia.com)
Ein Tierarzt kann teuer werden.
(© Reimer - Pixelvario - Fotolia.com)

Ist man gesetzlich verpflichtet, einem verletzten Tier zu helfen?

Bei einem ausgesetzten oder entlaufenen Tier, bei dem der Eigentümer nicht ermittelt wird, kann man sich glücklich schätzen, falls der Tierarzt die Behandlung kostenlos durchführt bzw. lediglich anteilig die Kosten für die eingesetzten Medikamente etc. berechnet. Verpflichtet ist der Tierarzt hierzu jedoch nicht. Allerdings kann eine Person, die ein verletztes Tier einfach liegen lässt, zur Rechenschaft gezogen werden. Diese unterlassene Hilfeleistung ist ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz (§ 3 Nr. 3 TierSchG) und kann mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 € bestraft werden.


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