Tierhalterhaftpflicht / Gefährdungshaftung bei Tieren

Autor: , verfasst am 10.04.2016, 08:00| Jetzt kommentieren

Im deutschen Recht bezeichnet die Tierhalterhaftung eine Spezialform der Gefährdungshaftung. Nach dem deutschen Schuldrecht muss damit grundsätzlich jeder  Tierhalter für Schäden aufkommen, die das eigene Tier angerichtet hat. Dies ist gesetzlich in § 833 BGB verankert. Keine Rolle spielt es dabei, ob man Halter von Pferd, Esel, Rind oder Hund ist. Da mit verursachten Schäden durchaus hohe Kosten verbunden sein können, empfiehlt sich für Tierhalter der Abschluss einer Tierhalterhaftpflichtversicherung. Ausnahmen sind die Haltung von Katzen, Tieren in Käfigen, Terrarien oder Aquarien, in diesen Fällen greift die Privathaftpflichtversicherung. Ausgenommen von der Tierhalterhaftpflicht sind ebenso Besitzer von zahmen Nutztieren, die zur Bestreitung des Lebensunterhalts beitragen. Verursachen die Nutztiere einen Schaden und dem Tierhalter kann keine Verletzung seiner Sorgfaltspflicht unterstellt werden, dann gilt in diesem Fall die Tierhalterhaftpflicht nicht.

Hunde können auch mal eine Vase umwerfen. (© Ulf - Fotolia.com)
Hunde können auch mal eine Vase umwerfen.
(© Ulf - Fotolia.com)

Schnell passiert ein Schaden

Ein Schaden entsteht manchmal schneller, als man bis drei zählen kann. Egal, ob man nun hoch zu Rosse sitzt oder nur mit dem Hund spazieren geht, passiert etwas Unvorhersehbares, muss man für entstandene Schäden aufkommen. Die Regel besagt, je größer das Tier, je größer kann der Schaden sein. Daher sollte die Deckungssumme der Tierhalterhaftpflicht in entsprechender Höhe angelegt sein. Denn wird man haftbar gemacht, egal, ob die Ursache beim Halter selbst bzw. beim Tier liegt oder nicht, dann kann es durchaus teuer werden. Der Gesetzgeber sieht keine Beschränkung der Höhe einer Haftung im Schadensfall vor.

Haftung von Tierhütern

Nach § 834 BGB sind auch Personen, die sich vetraglich verpflichtet haben, das Tier eines Dritten zu hüten, für Schäden haftbar zu machen, die durch das beaufsichtigte Tier verursacht wurden. Wird jedoch die Beaufsichtigung eines Tieres von Freunden oder Verwandten übernommen und es handelt sich um einen reinen Freundschaftsdienst, dann greift die Tierhalterhaftung nicht.


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